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Mo, 28. September 2020, 19:53 Uhr

Deutsche Konjunktur schwach


03.07.01 16:23
Helaba

Die jüngste Revision der BIP-Prognosen für Deutschland von +2,4% auf +1,2% durch das ifo-Institut steht stellvertretend für eine markante Stimmungseintrübung in der deutschen Wirtschaft, so die Analysten der Helaba.

Nach dem deutlichen Rückgang des ifo-Index von 92,5 auf 90,9 im Mai sei sogar ein Wachstumsrückgang im zweiten oder dritten Quartal nicht mehr auszuschließen. Zudem seien zuletzt neue Belastungsfaktoren auf den Plan getreten. So drohten die Beitragserhöhungen der Krankenkassen zu einer neuen Restriktion für den Privaten Verbrauch in Deutschland zu werden. Die Gefahr einer Rezession bleibe aber dennoch überschaubar. So sollten sinkende Inflationsraten den Steuerentlastungen im Euro-Raum mittelfristig wieder mehr Zugkraft verleihen.

Auch das Verarbeitende Gewerbe dürfte schon bald sein Stimmungstief gesehen haben. Erste Anzeichen einer Verbesserung signalisiere beispielsweise der "Belgien-Indikatorie", der im Mai immerhin den stärksten Anstieg seit neun Monaten verzeichnet habe. Dieser Stimmungsindikator gelte aufgrund der starken Integration der belgischen Industrie in Europa und des hohen Gewichts von Halbfertigerzeugnissen als ein verlässlicher vorlaufender Indikator für die Euro-Konjunktur.

Zinssenkungen der EZB, die zu erwartende Erholung der US-Konjunktur und ein vorteilhafter Euro-Außenwert sollten im Frühherbst eine Stabilisierung einleiten. Insgesamt dürfte sich das durchschnittliche BIP- Wachstum im Euro-Raum auf rund 2% verlangsamen. Mit Blick auf das vermutlich wieder etwas kräftigere Wachstum im kommenden Jahr sollten die positiven Effekte auf den Rentenmarkt allmählich auslaufen.