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Do, 13. August 2020, 9:51 Uhr

Aktien: Hohe Erwartungen


17.04.20 12:50
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Aktien rund um den Globus konnten in den vergangenen Wochen einen Teil der massiven Verluste wieder wettmachen, so die Analysten der Helaba.

Während die US-Leitindices zwischenzeitlich mehr als die Hälfte des Kurseinbruchs hätten aufholen können, seien es beim DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) gut 40% der Verluste gewesen. Indessen würden derzeit die Gewinnschätzungen auf breiter Front nach unten revidiert. Steigende Kurse und fallende Gewinnerwartungen würden unter dem Strich bedeuten, dass sich die Bewertung von Aktien in den vergangenen Wochen wieder sichtbar erhöht habe. So habe der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate bereits wieder das gleiche KGV wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht. Ähnliches gelte für den DAX, der jedoch insgesamt eine deutlich moderatere Bewertung als sein US-Pendant aufweise.

Dies seien klare Anzeichen dafür, dass die Gewinneinbußen von den Marktteilnehmern als vorübergehend eingestuft würden und danach eine V-förmige Erholung einsetze. Dies entspreche grundsätzlich auch dem Bild der Analysten. Die Frage sei jedoch, wie tief dieses "V" bei den Gewinnen werde und ob die Gewinnerwartungen bereits hinreichend negativ seien. Erste Hinweise darauf würden die Zwischenberichte der Unternehmen über das erste Quartal liefern. In den USA hätten bislang 8% der S&P 500-Unternehmen Zahlen vorgelegt. Diese seien im Durchschnitt 14% niedriger ausgefallen als die Konsensschätzungen. Hierzulande laufe die Berichterstattung erst in KW 18 so richtig an. Es werde also noch etwas dauern, bis mehr Klarheit hinsichtlich der fundamentalen Gegebenheiten bestehe.

Eine grobe Orientierung könne in der Zwischenzeit der Vergleich mit früheren Kurseinbrüchen liefern. Bei Rückgängen um mehr als 20% spreche man von einem Bärenmarkt. Hierzulande habe es seit 1960 auf Basis des zurückgerechneten DAX bislang 13 solcher Abwärtsphasen gegeben. In zehn Fällen sei der Verlust größer als 30% gewesen. Um das Chance-Risiko-Verhältnis auszuloten, hätten die Analysten die Entwicklung früherer Zyklen untersucht, in denen der DAX bereits 30% eingebüßt habe und mit dem aktuellen DAX-Verlauf verglichen. Es zeige sich, dass diesmal nach einem Rückgang um insgesamt 39%, was übrigens auch dem Mittelwert der Verluste früherer Bärenmärkte entspreche, eine außerordentlich starke Erholung eingesetzt habe.

Dabei seien zeitweilig sogar die Spitzenwerte früherer Zyklen übertroffen worden, die sich aus den Kursverläufen der Jahre 1998 und 2011 ergeben würden. In diesen beiden Jahren sei die Dauer des Absturzes mit rund drei bzw. vier Monaten besonders kurz gewesen. Diesmal habe der DAX innerhalb eines Monats sein (bisheriges) Tief erreicht. Die einfache Gleichung schneller Einbruch = schnelle Erholung scheine sich zu bewahrheiten. Da Aktien inzwischen aber schon viel Positives vorweggenommen hätten, würde eine Verschnaufpause nicht schaden. (17.04.2020/ac/a/m)




 
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