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Do, 2. Juli 2020, 18:17 Uhr

S&P 500

WKN: A0AET0 / ISIN: US78378X1072

Aktien: Stimmungsschwankungen


15.05.20 16:35
Helaba

New YorkFrankfurt (www.aktiencheck.de) - Unter die Zuversicht der vergangenen Wochen mischen sich zunehmend Zweifel, so die Analysten der Helaba.

Komme die Wirtschaft tatsächlich so schnell wieder in Schwung oder hätten Aktien schon zu viel Positives vorweggenommen?

Saisonal sei die Phase von Anfang Mai bis Ende Oktober im langfristigen Vergleich der mit Abstand schwächste Sechs-Monats-Zeitraum am Aktienmarkt. Bislang sei der Mai auch in diesem Jahr alles andere als ein Wonnemonat. Nach einer beeindruckenden Aufholjagd seit den Tiefstständen im März scheine den international führenden Indices etwas die Puste auszugehen.

Die Analysten hätten in den vergangenen Wochen bereits darauf hingewiesen, dass die an den Aktienmärkten gehandelten Erwartungen schon wieder recht hoch seien. Da brauche es nicht viel, um für Enttäuschung und Verunsicherung zu sorgen: Eskaliere nun der Streit zwischen den USA und China erneut? Wie schnell und kräftig ziehe die Konjunktur wieder an? Drohe eine zweite Welle an Infektionen, wenn die Restriktionen nun mehr und mehr gelockert würden?

Zwar sei derzeit nur schemenhaft zu erkennen wie die "Neue Normalität" in Zeiten von Corona aussehen werde. Die von manchen Marktteilnehmern erwartete schnelle Rückkehr zum Status vor Ausbruch der Pandemie sei bis auf Weiteres jedoch nicht in Sicht. So werde sich im Zuge der Lockerungsmaßnahmen erst nach und nach zeigen, welche Probleme auf der Angebots- sowie auf der Nachfrageseite gelöst würden und welche vorerst bestehen bleiben würden.

Würden sich Güter- und Dienstleistungen unter den veränderten Bedingungen mit einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand erstellen lassen? Gebe es angesichts enormer Arbeitsplatz- und Einkommensunsicherheit überhaupt genug Nachfrage dafür? Dies werde nicht nur von Land zu Land, sondern auch von Branche zu Branche unterschiedlich sein. Zwar werde von Seiten der Fiskal- und der Geldpolitik derzeit kein Aufwand gescheut, diese Verwerfungen abzumildern und Überbrückungshilfen zu leisten. Dies könne jedoch kein adäquater Ersatz für einen funktionierenden globalen Wirtschaftskreislauf sein.

Aktien hätten zuletzt viel Positives vorweggenommen. Im Vergleich zur Entwicklung nach früheren Kursabstürzen sei die jüngste Erholung außerordentlich stark gewesen. Steigende Kurse und gleichzeitig fallende Gewinnerwartungen würden aber bedeuten, dass sich die Bewertung von Aktien in den vergangenen Wochen wieder erhöht habe.

Besonders ausgeprägt sei dies in den USA. Dort habe das KGV des S&P 500 auch dank einer kräftigen Ausweitung der FED-Bilanzsumme das ohnehin schon hohe Niveau von vor Ausbruch der Pandemie überschritten. Würden sich die Unternehmensgewinne aber tatsächlich so schnell erholen, um dies zu rechtfertigen und reiche die "Alternativlosigkeit" von Aktien auf diesem Bewertungsniveau als Argument für weitere Käufe? Die Zweifel daran seien bei Investoren zuletzt gewachsen und auch die Historie zeige, dass es trotz eines Mangels an Anlagealternativen zeitweilig zu Rücksetzern bei Aktien kommen könne. (15.05.2020/ac/a/m)





 
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