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Do, 13. August 2020, 10:03 Uhr

Coronakrise: Die Suche nach dem Königsweg


20.04.20 09:20
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die letzte Woche hat gezeigt, wie massiv weltweit die wirtschaftlichen Auswirkungen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens infolge der Pandemie sind, so die Analysten der Helaba.

Vor allem die Industrie, der Einzelhandel sowie der Dienstleistungssektor seien stark eingeschränkt und die Bauwirtschaft zeige ebenfalls Schwächen. In China seien erste Schritte zur Normalität unternommen worden und in westlichen Industriestaaten würden die Rufe nach Lockerungen der Beschränkungen und einem langsamen Hochfahren der Wirtschaftstätigkeit immer lauter. Bezüglich der Ausbreitung des Coronavirus könne noch keine Entwarnung gegeben werden, wenngleich sich die Zahl der Neuinfektionen in vielen Ländern reduziere. Daher befinde sich die Politik weiterhin in einem Dilemma. Sie müsse zwischen gesundheitlichen Risiken und wirtschaftlichen Interessen abwägen. Einen Königsweg dürfte es kaum geben.

Eine zu vorsichtige Gangart könnte ebenso fehlerhaft sein wie eine zu schnelle Rückkehr zur Normalität. Immerhin gebe es in Deutschland die Aussicht darauf, dass es im Mai voraussichtlich zu weiteren Lockerungsmaßnahmen kommen werde. Auch in anderen EU-Staaten und einigen Bundesstaaten in den USA solle der Lockdown zurückgefahren werden. Zudem werde über die Notwendigkeit weiterer Hilfsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken diskutiert, so zum Beispiel in den USA, Japan und auch in Europa im Rahmen des am Donnerstag stattfindenden EU-Sondergipfels.

Würden sich die ersten Lockerungsmaßnahmen oder die Aussicht darauf sowie die zahlreichen Hilfsmaßnahmen bereits positiv in den Stimmungsindikatoren niederschlagen und so die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer festigen? Auf großes Interesse stoße die morgen anstehende ZEW-Umfrage. Hier würden die gestiegenen sentix-Erwartungen für Deutschland eine freundliche Indikation liefern.

Im Wochenverlauf würden zudem die vorläufigen Einkaufsmanagerindices in Deutschland, Frankreich und der Eurozone veröffentlicht und am Freitag gebe es das ifo Geschäftsklima Deutschland. Im Vormonat seien zum Teil massive Einbrüche zu verzeichnen gewesen, die alles bisher da gewesene in den Schatten gestellt hätten. Im April sollten erneute Rückgänge ins Kalkül gezogen werden. Die Konsensschätzungen seien nach Einschätzung der Analysten aber zu pessimistisch, sodass die Risikoaversion insgesamt reduziert werden könnte. In diesem Fall würden die Aktienmärkte und der Euro unterstützt und eine nachlassende Sicherheitsnachfrage könnte Bundesanleihen etwas schwächen. (20.04.2020/ac/a/m)