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Di, 27. Oktober 2020, 21:51 Uhr

Brent Crude Rohöl ICE Rolling

WKN: COM062 / ISIN: XC0009677409

Die Ölpreise fahren im September Achterbahn


22.09.20 09:50
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Nach deutlichen Kursverlusten in der ersten Septemberhälfte aufgrund einer steigenden Dynamik der Corona-Neuinfektionszahlen und damit einhergehend wachsenden Nachfragesorgen schwenkte die Aufmerksamkeit zuletzt stärker zur Angebotsseite und die Öl-Preise wieder gen Norden, so Niklas von Perbandt und Christian Reuter von der NORD/LB.

Brent (ISIN XC0009677409 / WKN nicht bekannt) sei auf Wochensicht um satte 8,3% gestiegen und habe am Freitag bei USD 43,11 pro Fass geschlossen. Die US-Benchmark WTI (ISIN XC000A0G9CM8 / WKN nicht bekannt) habe mit +10,2% sogar zweistellig zugelegt und zuletzt bei USD 41,00 pro Barrel gehandelt.

In einer ereignisreichen Woche habe es Futter sowohl für Ölmarkt-Bären als auch Ölmarkt-Bullen gegeben. So habe der Öl-Gigant BP im jüngst veröffentlichten BP Energy Outlook 2020 die These in den Raum gestellt, 2019 könne vor dem Hintergrund global verstärkter Klimaschutzbemühungen bereits das Jahr des "Peak Oil Demand" gewesen sein, und habe sich überraschend pessimistisch für die weitere Entwicklung der globalen Ölnachfrage gezeigt. Fast zeitgleich habe die OPEC ihre aktualisierten Erwartungen an die mittelfristige Nachfrageentwicklung veröffentlicht und die Konsumprognosen für 2020 und 2021 im Vergleich zur vorherigen Prognose um jeweils 400 Tsd. Barrel pro Tag nach unten revidiert.

Dass die Ölpreise dennoch stark aufwärts tendiert hätten, dürfte neben den Förderausfällen durch Hurrikan Sally und dem bereits nahenden nächsten Tropensturm, sowie überraschend stark gefallenen US-Öllagerbeständen auch durch die kämpferische Haltung der OPEC+ getrieben sein. Mit energischen Worten habe Prinz Abdulaziz, Ölminister des de-facto OPEC-Führers Saudi-Arabien, den Zusammenhalt der Förderallianz bei der Einhaltung der vereinbarten Produktionsdrosselung beschworen und insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate dazu aufgerufen, in den kommenden Monaten weniger Öl zu fördern, um Verfehlungen der Limits in den vergangenen Wochen zu kompensieren.

Wie vorab erwartet, sei es beim Treffen der OPEC+ zwar nicht zu einer Anpassung der Förderziele gekommen, dennoch habe Abdulaziz offensiv betont, dass man bereit sei, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Preise zu stützen, sollte dies nötig werden.

Für die Ölmarktteilnehmer, die aktuell vermehrt wieder Überangebotssituationen befürchten würden, wirke dies wie eine Beruhigungspille. Ob die Wirkung der bloßen Willensbekundungen lange anhalte, sei indes fraglich. Viel werde von der weiteren Entwicklung der Ölnachfrage sowie vorgelagert vom Fortgang der Corona-Pandemie abhängen. Die Risiken starker Kursverwerfungen seien anlassbezogen nach oben wie unten weiterhin groß. (Ausgabe 39 vom 21.09.2020) (22.09.2020/ac/a/m)





 
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