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Do, 13. August 2020, 11:09 Uhr

Turbulente Zeiten


22.04.20 10:55
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Marktteilnehmer konzentrieren sich weiterhin auf die Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie, während die ZEW-Stimmungserholung kaum Spuren an den Märkten hinterlassen hat, so die Analysten der Helaba.

Turbulenzen habe es zuletzt bei den Energiepreisen gegeben. Die Ölpreise stünden aufgrund der Überproduktion, oder anders gesagt wegen der dramatisch gesunkenen Nachfrage, unter Druck. Lagerbestände würden weltweit aufgebaut und dies habe jüngst zum historisch einmaligen Verfall der Notierungen im auslaufenden Mai-Kontrakt des Futures für leichtes Öl der Sorte WTI geführt. Sogar deutlich negative Preise, die sonst nur phasenweise von den Strombörsen bekannt seien, seien "bezahlt" worden. Wer keine eigenen Lagerstellen gehabt habe, habe aus dem Markt gehen müssen, denn physische Lieferungen hätten gedroht. Der Juni-Kontrakt sei von diesem Kollaps nicht betroffen und dort werde WTI-Öl zu rund 10 USD/Fass gehandelt, per Herbst und Winter sogar bei über 24 USD/Fass.

Auch bei anderen Ölsorten seien die Preise im "normalen Bereich", was deutlich mache, dass es sich hier um eine Anomalie handele. Allerdings sollte das Problem des Öl-Überschusses deswegen nicht verniedlicht werden. Solange die Ausgangs- und vor allem die Reisebeschränkungen nicht nachhaltig gelockert würden, würden die Ölpreise niedrig bleiben. Die mit einem hohen Leverage arbeitende US-Fracking-Industrie leide darunter und dies sorge an den Finanzmärkten für Verunsicherung. Die Risikoaufschläge der Firmen (im HY-Segment) seien bereits vor Wochen massiv angestiegen. Nach der bis zuletzt erkennbaren Beruhigung dürfte nun wieder Druck aufkommen.

Datenseitig richte sich das Interesse auf das vorläufige Verbrauchervertrauen der Eurozone des laufenden Monats. Die vorsichtigen Lockerungen der Kontaktsperren würden hier noch keine positive Wirkung zeigen. Ein weiterer deutlicher Rückgang sollte ins Kalkül gezogen werden. (22.04.2020/ac/a/m)