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Mo, 21. September 2020, 16:49 Uhr

USA: Nicht allzu viel zu feiern am Nationalfeiertag 2020!


26.06.20 13:10
Helaba

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - In den USA stehen die wichtigen Konjunkturindikatoren zum Monatsbeginn auf dem Programm, so die Analysten der Helaba.

Weil der 4. Juli auf das Wochenende falle, werde der Federal Holiday auf den Freitag vorgezogen. Dadurch kommen wir einen Tag früher in den Genuss der mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten zum Juni, so die Analysten der Helaba. Nachdem die Prognostiker vor einem Monat im Schnitt um rund 10 Mio. Stellen daneben gelegen hätten, bleibe die Unsicherheit auch bei den Juni-Daten enorm hoch.

Trotz der durchwachsenen bis schlechten Daten von der Pandemie-Front und anhaltenden Irritationen durch zum Teil gewalttätige Proteste hätten die Konjunkturdaten zuletzt unter dem Strich eher positiv überrascht - immer gemessen an den extrem niedrigen Erwartungen. Setze sich diese Tendenz in der Berichtswoche fort? Man solle zunächst einen Blick auf den ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie werfen. Die auf einer zum ISM vergleichbaren Basis berechneten regionalen Indices der Philadelphia und New York FED hätten im Juni beide einen massiven Anstieg verzeichnet und lägen wieder an oder über der Expansionsschwelle.

Vor diesem Hintergrund würden die Analysten davon ausgehen, dass die zeitlich noch etwas später erhobenen Umfrageergebnisse des ISM diesen landesweiten Indikator ebenfalls wieder an die Marke von 50 hieven würden. Wie an dieser Stelle schon dargelegt, sei auch der ISM-Index in der aktuellen Lage nicht so aussagekräftig wie sonst. Unterstelle man eine konstante Beziehung mit dem realen Bruttoinlandsprodukt und nehme eine für das 2. Quartal eher vorsichtig bemessene Kontraktionsrate von rund -10% an, so müsste der Index im Quartalsschnitt negativ sein - was konstruktionsbedingt unmöglich sei.

Ähnlich dicht sei der statistische Nebel am Arbeitsmarkt. Zwar würden sich die Indikatoren insofern decken, als der Tiefpunkt wohl schon im April erreicht worden sei. Die Wochendaten der Arbeitslosenversicherung würden aber nach wie vor ein deutlich trüberes Bild als die Monatsdaten zeichnen. Dieser Widerspruch werde sich wohl auch im Juni nicht auflösen. Die Statistiker würden zugeben, dass sie aktuell ein Zuordnungsproblem mit den vielen nur temporär "Entlassenen" hätten. Dieses werde noch erschwert durch sich konterkarierende Anreize durch die Fiskalpolitik, die für die drastischen Schwankungen im April und Mai wohl mitverantwortlich gewesen seien.

Die Analysten würden für den Juni mit einem erneuten spürbaren Plus bei der Zahl der Beschäftigten (4.000.000) und einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 13,3% auf rund 12% rechnen. Die Daten dürften sowohl die Optimisten bestätigen, denen eine avisierte Arbeitslosenquote von 20% immer zu hoch vorgekommen sei, als auch die Pessimisten, die korrekterweise darauf verweisen könnten, dass die offiziellen Zahlen die "wahre Lage" am Arbeitsmarkt wohl zu positiv darstellen würden.

Die Lage sei schlimmer, als sich die Analysten noch im März hätten vorstellen können, aber nicht so schlimm, wie es in den dunkelsten Tagen des Aprils den Anschein gehabt habe. Die Tatsache, dass es für manche unerwartet schnell wieder nach oben gehe, sollte aber weder über die bevorstehende längere Phase der Unterauslastung hinwegtäuschen noch über die Risiken eines Rückschlags. (26.06.2020/ac/a/m)