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Sa, 6. März 2021, 5:39 Uhr

Anleihen: Investoren realisieren Kursgewinne


28.08.10 14:02
Redaktion boerse-frankfurt.de

Trotz extrem niedriger Renditen meiden Anleger derzeit Riskantes. Zu groß ist die Angst vor einer US-Rezession. Der Markt für Schuldtitel guter Bonität mit einer attraktiven Verzinsung ist ausgetrocknet. Einige Investoren realisieren ihre Kursgewinne.

    * Keine Lust auf Risiko
    * Irland im Visier der Bonitätswächter


Der Rentenmarkt präsentierte sich in dieser Woche als Spiegelbild der Vorwoche. „Schlechte Konjunkturdaten aus den USA bestimmen den Marktverlauf“, sagt ein Händler der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Die Auftragseingänge für langlebige Investitionsgüter, die mit einem Plus von 0,3 Prozent weit unter der Konsensschätzung von 3 Prozent Zuwachs lag, und die deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Wiederverkäufe von Häusern treiben den Bund-Future nach oben auf ein neues Allzeithoch von 134,73 Punkte. Die guten Wirtschaftsaussichten in Deutschland spielen nur eine untergeordnete Rolle. Der besser als erwartet ausgefallene ifo-Geschäftsklimaindex hätte das Barometer für die langfristigen Zinserwartungen nur leicht zurückkommen lassen. „Hier wird die Furcht vor einem sich abschwächenden US-Wachstum deutlich“, kommentiert ein Händler.

Die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe fiel in dieser Woche auf ein Tief von 2,10 Prozent. Heute steht sie wieder bei 2,13 Prozent. Der Bund-Future notiert zur Mittagszeit bei 134,3 Prozent.

Keine Lust auf Risiko

Wenig Käufer sind derzeit aktiv. Die Risikobereitschaft, die vor wenigen Wochen aufkeimte, ist wieder völlig in sich zusammengesunken. Zu groß ist die Sorge vor einer US-Rezession. „Eher ist zu beobachten, dass Investoren ihre Kursgewinne aus Anleihen realisieren“, berichtet dazu Gregor Daniel von der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig. Wenn Käufer unterwegs seien, würden sie auf Staatsanleihen von solventen Schuldnern setzen. Dasselbe gelte für den Aktienmarkt, in dem vor allem konservative Titel wie Versorgeraktien gesucht seien, meldet Klaus Stopp von der Baader Bank. „Es ist wie beim Mikado-Spiel: Wer sich bewegt, läuft Gefahr, das Spiel zu verlieren“, kommentiert der Skontroführer für Anleihen. Dagegen wird eine TUI-Anleihe (WKN TUAG01), die im Dezember 2012 fällig wird und mit 5,125 Prozent verzinst ist, bei einem Preisniveau von derzeit etwa 96,50 Prozent rege gehandelt.

Irland im Visier der Bonitätswächter

Irland wird in von der Rating-Agentur Standard & Poor's von AA auf AA- herabgestuft. In der Folge weiten sich die Renditeabstände der so genannten PIIGS-Staaten der Europeripherie gegenüber den Bundesanleihen wieder aus. Griechenland bewegt sich dabei besonders im Fokus der Anleger mit mehr als 900 Basispunkten gegenüber Bundesanleihen im Zehnjahresbereich. „Trotzdem wagen sich hier einige Mutige bei einem Kursniveau von 90 Prozent (WKN A0T6US) zaghaft an diese Anleihe“, kann Daniel beobachten. Vermehrte Verkäufe sieht er jedoch nicht in diesen Papieren. „Das Instrument der Stop-Loss-Kurse wird bei Anleihen offensichtlich nicht eingesetzt. Die Investoren behalten die Nerven.“



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