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Mo, 8. März 2021, 16:25 Uhr

Anleihen: Märkte in ruhigerem Fahrwasser


31.07.10 08:50
Redaktion boerse-frankfurt.de

Ob der Sommer oder der erfolgreiche Bankenstresstest die Marktteilnehmer ablenken bzw. beruhigen, sei dahingestellt. Beim Ergebnis sind sich die Händler jedoch einig: Investoren wagen sich wieder an mehr Risiko.

    * Wieder mehr Risiko
    * SAP kommt mit neuen Anleihen

30. Juli 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Krise der Staatsanleihen der Europeripherie hat sich diese Woche deutlich entspannt. So konnten vor allem die Anleihen Portugals und Irlands den Renditeabstand zu Bundesanleihen um etwa 40 Basispunkte reduzieren. „Auch die Anleihen Spaniens, Italiens und Griechenlands konnten zulegen, allerdings nicht ganz so stark, während Bundesanleihen im Wochenverlauf zwischenzeitlich Verluste hinnehmen mussten“, beschreibt Arthur Brunner von ICF Kursmakler.

Nach dem positiv verlaufenen Bankenstresstest habe sich der Markt beruhigt, melden auch die Händler der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Der Bund-Future fiel in der Spitze auf 127,37, kann aber aktuell wieder deutlich zulegen. „Da der Bund-Future als Krisenbarometer ein guter Indikator für das Vertrauen der Anleger darstellt, ist es nicht verwunderlich, dass seine Tiefstände parallel mit der erfolgreichen Platzierung spanischer und portugiesischer Staatsanleihen gebildet wurden“, erklärt Brunner. Auch die guten Zahlen zum Verbrauchervertrauen und Konsumklima in Deutschland hätten ihr übriges getan, um den Bund-Future zu drücken.

Ganz anders sehe die Situation derzeit in den USA aus, wo die jüngsten Zahlen wenig Anlass zu Konjunkturoptimismus bieten würden. Vor allem die nach wie vor sehr hohe Arbeitslosigkeit und der daniederliegende Immobilienmarkt drückten auf die Konsumlaune der US-Amerikaner. Das Beige Book, das die Einschätzung der 12 regionalen Zentralbanken zur wirtschaftlichen Situation beinhaltet, sei eher pessimistisch gegenüber einer schnellen Verbesserung ausgefallen. „Folgerichtig legten nach diesen Bericht die US-Rentenmärkte wieder zu, und das obwohl am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 66 Milliarden an fünf- und siebenjährigen Anleihen versteigert wurden“, meldet Brunner.

Gregor Daniel von der Wertpapierhandelsgesellschaft Walter Ludwig sieht auch bei den Auftragseingänge für langlebige Investitionsgüter in den USA, die schlechter als erwartet ausgefallen sind, den Grund, dass der Bund-Future seit Mittwoch wieder im Kaufmodus sei. „Das wird dann auch die Industrie in Deutschland treffen, die wie Siemens z.B. mit den jüngsten Quartalszahlen gut Ergebnisse liefern“, meint Daniel. Die Umsätze im deutschen Einzelhandel seien dagegen gegenüber dem Vormonat trotz erfolgreicher WM und warmem Sommerwetter zurückgegangen. „Derzeit befindet sich der Markt in einer Findungsphase und man fragt sich, wo wir wirklich stehen.

Zur Mittagszeit notiert der Bund-Future bei 128,38 Punkten. Eine Bundesanleihe mit zehnjähriger Restlaufzeit bringt eine Rendite von 2,71 Prozent.

Wieder mehr Risiko

Nachdem es zu Wochenbeginn eher nach Sommerloch aussah, kam im Wochenverlauf doch etwas Schwung in den Markt. Gesucht waren Genussscheine und Nachranganleihen vor allem von Landesbanken. Auch bei Multicredit-Anleihen kam es wieder zu Käufen. „Es besteht weiterhin der Trend mehr ins Risiko zu gehen, um höhere Renditen zu erzielen“, kann Brunner beobachten. In diesem Zusammenhang erwähnt Skontroführer für Anleihen auch eine Immobiliennachranganleihe der Deutschen ETP (WKN A1A6L6), bei der es diese Woche wieder zu einzelnen größeren Käufen gekommen sei. Die Anleihe bietet einen Kupon von 9 Prozent und ist im Juni 2012 fällig. Besichert ist das Papier mit nachrangigen Forderungen auf Wohnimmobilien in Deutschland.

Nach wie vor sei auch die in den Vorwochen bereits erwähnte Anleihe von Cognis (WKN A0BM7Q) bei Privatanlegern beliebt. Bis zu einem Kurs von 105 würden die Investoren kaufen.

SAP kommt mit neuen Anleihen

Wie Brunner berichtet, hätte SAP diese Woche 1,1 Milliarden Euro in zwei Anleihen mit zwei- und dreijähriger Laufzeit platziert (WKNs A1EWFD, A1EWFC). Die Anleihen werden voraussichtlich nächste Woche an die Börsen gebracht. Die Verzinsung mit 1,75 bzw. 2,25 Prozent sei eher mager. Derzeit würden sich die Papiere im Interbankenhandel unter pari bewegen.


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