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Mo, 8. März 2021, 16:20 Uhr

Ausgeglichenes Bild bei Aktien-Indexfonds


03.08.10 15:45
Redaktion boerse-frankfurt.de

ETFs: Investoren in den Startlöchern

Während sich der DAX immer weiter nach oben wagt und das Jahreshoch anpeilt, verharren ETF-Anleger in Wartestellung. Nach Ansicht einiger Market Maker könnte sich das aber schnell ändern.

    * Ausgeglichenes Bild bei Aktien-Indexfonds
    * Banken-ETFs als Anlegers Liebling
    * „Party-Laune“ führt zu Abgaben bei defensiven Werten
    * Renten- und Schwellenländer-Tracker gesucht

3. August 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Noch herrscht eher Ferienstimmung im ETF-Handel an der Börse Frankfurt, aber Frank Mohr von der Commerzbank erwartet, dass die Umsätze schon bald anziehen werden: „Sollten die charttechnisch wichtigen Widerstandsmarken überschritten werden, und dafür spricht derzeit einiges, wird das der Nachfrage einen kräftigen Schub verleihen“, glaubt der Händler. Gregor Hamme von der Unicredit Group zufolge sind die Volumina insgesamt zwar weiter eher niedrig, einige Sektoren-ETFs, insbesondere die Banken-Produkte, zeigten aber auffällig hohe Umsätze. Eric Wiegand von der Deutschen Bank spricht bereits von einem etwas regeren Handel: „Besonders in Anleihen-ETFs haben wir deutlich mehr Aktivität gesehen“, meldet der Market
Maker.

Bei den Bluechip-ETFs halten sich Käufe und Verkäufe nach Einschätzung der meisten Händler nach wie vor die Waage. Die Unicredit Group spricht zwar von einem klaren Käuferüberhang, allerdings sei der Markt stark von institutionellen Investoren geprägt: „Die kleinen Aufträge fehlen“, meint Hammes Kollege Bastian Ohta. Die Deutsche Bank berichtet allerdings auch von einem verstärkten Interesse an Short-ETFs auf den Euro Stoxx 50.

Banken-ETFs als Anlegers Liebling

Im Gegensatz zu den Vorwochen gab es bei den Sektoren-ETFs zuletzt wieder klare Favoriten: „Die Renner waren Indexfonds mit Banken- und Telekommunikationsaktien“, erklärt Wiegand und nennt als Beispiele den db x-trackers Stoxx 600 Banks (WKN DBX1SF) und den db x-trackers Stoxx 600 Telecommunications (WKN DBX1ST). Den Trend hin zu Banken sieht auch Hamme: „Bei den Banken-ETFs gab es am vergangenen Montag Käufe wie noch nie. Das war ja die erste Woche nach der Veröffentlichung der Bankenstressstests.“ Papiere verschiedenster Emittenten seien gekauft worden, auch an den darauffolgenden Tagen.

Mohr hat allerdings durchaus auch Abgaben bei Banken-ETFs wie dem hauseigenen Produkt ComStage Stoxx 600 Banks (WKN ETF062) und dem iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930) ausgemacht: „Das waren Gewinnmitnahmen.“ Ebenfalls umsatzstark hätten sich die Tracker mit Aktien der Finanzdienstleister (WKN ETF066) gezeigt, hier habe es aber Zu- und Abflüsse gegeben. Daneben hat Mohr auch Verkäufe bei ETFs zu Industrieunternehmen sowie Käufe bei Health Care-ETFs beobachtet.

Vor dem Hintergrund der jüngst guten Konjunkturdaten haben sich Anleger der Unicredit Group zufolge außerdem wieder von defensiven Werten getrennt: Etwa seien an die Lebensmittel- und Getränkeindustrie gekoppelte ETFs wie der iShares Stoxx 600 Food & Beverage (WKN A0F5T2) abgestoßen worden.

„Party-Laune“ führt zu Abgaben bei defensiven Werten

Sehr beliebt seien jetzt wieder Immobilien-Indexfonds, wie Hamme erläutert, etwa der iShares FTSE/EPRA European Property (WKN A0HG2Q). Nachdem die jüngsten Konjunkturdaten für Deutschland ohnehin überzeugten und vielfach schon von „Partylaune“ die Rede ist, hatte der nicht so stark wie befürchtet gefallene ISM-Einkaufsmanagerindex für die USA die zuletzt heftigen Sorgen um die amerikanische Wirtschaft etwas gemildert.

Renten- und Schwellenländer-Tracker gesucht


ETFs, die an Rentenindizes gekoppelt sind, finden unterdessen wieder mehr Anhänger. Wiegand zufolge legen sich Anleger gerne Kurzläufer wie den db x-trackers II iBoxx ¤ Sovereigns Eurozone 1-3 (WKN DBX0AD) ins Portfolio. Auch Kreditderivate-ETFs wie der db x-trackers II iTraxx Crossover 5-year (WKN DBX0AR) seien wieder gesucht. Mit dem ETF setzen Investoren darauf, dass sich die Kredit-Spreads, also der Renditeabstand von Unternehmensanleihen zu sicheren Staatsanleihen, verringern werden. Sogar die lange verschmähten Geldmarkt-ETFs gehen laut Wiegand derzeit wieder besser weg - trotz niedriger Zinsen: „Die Kunden parken hier offenbar ihr Geld“, meint er. Die Commerzbank weiß außerdem von Käufen bei ETFs mit Unternehmensanleihen (WKN 251124 und LYX0EE).

Auch Schwellenländerfonds kommen gut an. Der Unicredit Group zufolge konzentrieren sich Anleger hier vor allem auf die marktbreiten Produkte. Daneben hätten aber auch Südafrika- und China-ETFs ihre Fans gefunden, vor allem der Lyxor Hong Kong (WKN LYX0A7), wie Paolo Giulianini berichtet.


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