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Di, 24. November 2020, 2:02 Uhr

Auslandsaktien: Größe ist nicht entscheidend


13.12.15 10:13
Redaktion boerse-frankfurt.de

Das in diesem Jahr kursierende Übernahmefieber hat nun auch die Chemiebranche heimgesucht. Händler gehen davon aus, dass die Karten im Sektor ganz neu gemischt werden.

Die Aussichten auf eine mögliche Megafusion zwischen den US-Chemiekonzernen DuPont (WKN 852046) und Dow Chemical (WKN 850917) hat die Anlegerphantasie hinsichtlich weiterer möglicher Deals in der Industrie befeuert.

Im gestrigen Handelsverlauf ging es etwa mit der Aktie von Syngenta (WKN 580854) zunächst um knapp 2 Prozent nach oben. "Nachbörslich haben die Schweizer nochmals gegen den Markt deutlich zugelegt", registriert Walter Vorhauser. Derzeit notiert der Wert bei 357 Euro.

Als Grund nennt der Händler der Oddo Sydler Bank die erneuten Annäherungsversuche vonseiten des chinesischen Branchenriesen China National Chemical Corporation, kurz ChemChina. Gegenwärtig kursierten Gerüchte über ein Angebotsvolumen in Höhe von 44 Milliarden statt der bislang diskutierten 42 Milliarden Franken. Bereits am Freitag rechnen Marktbeobachter mit einem konkreten Vorstoss. "Ganz abgeneigt scheinen die Schweizer nicht zu sein. Syngenta hat beteuert, mit allen Interessenten zu reden." Damit stünden dem Chemiemarkt auf absehbare Zeit weitere Veränderungen bevor.

ChemChina weiterhin auf Shopping-Tour

Mit einer Fusion bleibe die in 2004 gegründete ChemChina-Gruppe mit Sitz in Peking ihrem Expansionskurs ausserhalb der chinesischen Grenzen treu. Neben zahlreichen Tochtergesellschaften im eigenen Land gehörten diverse Beteiligungen an ausländischen Unternehmen, darunter der israelische Pflanzenschutzmittelkonzern Adama sowie Rhodia (WKN 918061) ebenso zum Portfolio wie eine Minderheitsbeteiligung am italienischen Reifenhersteller Pirelli (WKN A1C2S1).

Mehrwert für Aktionäre

Bei der angestrebten Verbindung zwischen Dow Chemical und Dupont geht es nach Meinung von Roland Stadler weniger um Grösse als vielmehr um Impulse für höhere Aktienkurse. "Nach der Fusion sollen drei Bereiche entstehen, die jeweils separat an die Börse gebracht werden", berichtet der Händler der Baader Bank. Neben dem hart umkämpften Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutz planten die Konzerne eine Unterteilung in die wachstumsstarken Sparten Kunstoffe und Spezialthemen.

"In den USA werden bei bereits hohen Unternehmensbewertungen nicht selten mit Splits oder Spin-Offs höhere Werte für Investoren geschaffen." Dabei scheint die Rechnung der Unternehmenslenker in der Chemiebranche aufzugehen. Der Kurs der DuPont-Aktie hat seit Anfang Oktober von 50 auf 75 US-Dollar zugelegt. Das entspricht einem Zuwachs von rund 50 Prozent. "In Euro sind es etwa 56 Prozent." Mit 51,75 Euro müssen Anleger für die Aktie von Dow Chemical rund 35 Prozent mehr als am 1. Oktober hinlegen. Der Gesamtmarkt, gemessen am Dow Jones Industrial, kommt im gleichen Zeitraum lediglich auf ein Plus von 7,7 Prozent.

Jeder redet mit jedem

Der Agrarchemiesektor steht ganz klar vor einer Konsolidierungsphase, wie die Händler meinen. Die Industrie leide unter fallenden Getreidepreisen und schwächelnden Geschäften in Lateinamerika. Aktuell werde über einen erneuten Annäherungsversuch von Monsanto (WKN 578919) an Syngenta spekuliert. Dabei haben die Schweizer laut Vorhauser noch im Sommer ein 47 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot des US-Rivalen Monsanto abgeblockt. Hingegen scheint Syngenta mehr an einem Deal mit DuPont interessiert zu sein.

Dem weltweit grössten Saatgutkonzerns geht es übrigens gut, Monsanto-Aktionäre können sich Ende Januar über eine Quartalsdividende von 45 Cents je Aktie freuen, sofern sie am 8. Januar 2016 im Besitz der Wertpapiere sind. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet schüttet Monsanto 2,16 US-Dollar je Anteilschein aus. Basierend auf dem aktuellen Aktienkurs von 96,61 US-Dollar erreicht die Aktie eine Dividendenrendite von 2,29 Prozent. Mit den Fusionskandidaten kann Monsanto allerdings nicht mithalten. Die Aktie hat seit Oktober auf Eurobasis rund 15 Prozent gewonnen.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG




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