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Mo, 8. März 2021, 16:18 Uhr

ETFs: "Unterstützung ist da"


31.08.10 17:20
Redaktion boerse-frankfurt.de

Nicht Fisch, nicht Fleisch bleibt das Motto an den Börsen. Der seit April anhaltende Kampf zwischen Bullen und Bären ist nach wie vor unentschieden, wobei die ETF-Anleger offenbar nicht mit einem Absturz rechnen. Die meisten verharren in Wartestellung oder schichten um.

    * Ausgeglichenes Bild bei Bluechips
    * Inverse und gehebelte ETFs im Aufwind
    * Umschichtungen bei den Sektoren
    * Wenig Anhänger von Fixed Income-ETFs


Auch der ETF-Markt steht derzeit ganz im Banne der US-Konjunkturzahlen. Investoren wissen nicht, wie es weitergeht und erhoffen sich Aufschluss von Daten aus Übersee. Laut Bernardus Roelofs von Flow Traders sind Unsicherheit und Sorgen um einen Double Dip weiter spürbar. Er berichtet allerdings von ordentlichen Volumina. Als relativ dürftig beschreibt hingegen Frank Mohr von der Commerzbank den ETF-Handel im Moment. Nichts desto trotz überwögen mit 67 Prozent eindeutig die Käufe: Anleger verhalten sich antizyklisch und steigen in den fallenden Markt ein. Es ist also Unterstützung da, man glaubt offenbar nicht, dass der Markt nach unten durchrauscht. Wir haben gegenüber Juni und Juli wieder leicht steigende Umsätze, sind aber noch nicht wieder da, wo wir im Frühjahr waren, erklärt Marc Schönbrodt von der DekaBank.

Ausgeglichenes Bild bei Bluechips

Wie die Marktteilnehmer nahezu einhellig berichten, halten sich bei den Standardwerten Zu- und Abflüsse die Waage. Flow Traders zufolge griffen Anleger bei Russland- (WKN LYX0AF), Nordamerika- (WKN A0J206) und Schweiz-ETFs tendenziell zu, während sie sich von Indizes auf den MSCI World (WKN DBX1MW) und auf japanische Aktien (WKN A0DPMW, A0H08D) eher verabschiedeten. Zuletzt hat die Entscheidung der Bank of Japan die Märkte enttäuscht, erläutert Roelofs. Die gestern verkündete geldpolitische Ausweitung wird als nicht ausreichend gewertet. Laut Schönbrodt zeigen sich Anleger auch bei Strategiefonds wie dem ETFlab Euro Stoxx Select Dividend 30 (WKN ETFL07) kauffreudig.

Inverse und gehebelte ETFs im Aufwind

Immer beliebter werden Tracker, die auf fallende Indizes setzen und solche mit Hebel. Bei den fünf umsatzstärksten ETFs an der Börse Frankfurt in den vergangenen fünf Handeltagen waren abermals zwei Short-Produkte, konkret der db x-trackers Short DAX (WKN DBX1DS) und der db x-trackers Euro Stoxx 50 Short (WKN DBX1SS). Der Lyxor Leveraged DAX (WKN LYX0AD) belegt Platz neun. Den Trend sieht auch Bernardus Roelofs: Auch längerfristig orientierte Investoren steigen ein, ergänzt er. Ihm zufolge lagen gestern europaweit gleich drei gehebelte ETFs unter den Top 10 der am meisten gehandelten Indexfonds.

Umschichtungen bei den Sektoren

Bei den Sektoren hat es zuletzt keine eindeutige Richtung gegeben. Wie Commerzbank und DekaBank berichten, sind allenfalls ETFs mit Bank- bzw. Technologieaktien vermehrt abgestoßen worden (WKN ETF062 und WKN 628932). Frank Mohr berichtet außerdem von vergleichsweise hohen Umsätzen mit ETFs mit Öl- und Gaswerte (WKN ETF072), wobei Zukäufe dominiert hätten. Flow Traders hat im Übrigen Verkäufe im Telekommunikationssektor (WKN DBX1ST und A0RPSF) ausgemacht: Das waren Gewinnmitnahmen, erklärt Roelofs. Beachtung fanden laut DekaBank darüber hinaus auch ETFs mit Aktien aus dem Grundstoffsektor (WKN 634472).

Wenig Anhänger von Fixed Income-ETFs

Rentenprodukte können Anleger im Moment offenbar nicht mehr so recht überzeugen, meint zumindest Flow Traders: Hier gab es fast nur Abgaben, erklärt Roelofs (WKN 628948, A0D8Q3, A0DPYY, 251124). Lediglich an deutschen Kurzläufern wie dem iShares eb.rexx Government Germany 1,5-2,5 (WKN 628947) hätten Investoren noch Gefallen gefunden. Die Geschmäcker gehen hier aber auseinander. Längere Laufzeiten werden gekauft, kürzere verkauft, berichtet Marc Schönbrodt (WKN ETFL21, ETFL18). Der Commerzbank zufolge habe es bei den Renten-ETFs Zu- und Abflüsse in gleichem Maße gegeben. Es fehlen echte Trends, urteilt Mohr.



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