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Sa, 6. März 2021, 6:11 Uhr

Fonds: Substanz ist gefragt


01.09.10 07:33
Redaktion boerse-frankfurt.de

Werteorientierte Fonds machen das Rennen bei geringer Marktbeteiligung. Einen Fondsmanager dagegen beglückt die Seitwärtsphase, so dass er ihr Ende am liebsten hinauszögern möchte.

    * Kasse bei Goldfonds
    * Erhöhtes Treiben in Asien
    * DAX und Co. gefragt
    * Willkommener Seitwärtstrend

Während Ökonomen die Antworten bei den großen konjunkturellen Themen weiterhin schuldig bleiben, deutet die gute diesjährige Dividendensaison auf eine solide Aufstellung vieler Bluechip-Unternehmen. Fondsanleger sind dennoch skeptisch und halten sich an der Börse nach Beobachtung der betreuenden Handelshäuser Baader Bank und ICF Kursmakler AG mit ihrem Engagement deutlich zurück. Insgesamt bewege sich der Fondshandel auf niedrigem Niveau und verlängere so die heute meteorologisch beendete Sommerzeit. Fondsmanager Luca Pesarini von Ethna Capital Partners genießt dagegen das rege Interesse an seinem Fonds Ethna Aktiv. Der Fondsmanager glaubt nicht an einen US-amerikanischen Double Dip und erhöht die Aktienquote in dem Mischfonds um 5 Prozent auf aktuell insgesamt 11 Prozent.

Kasse bei Goldfonds

Insgesamt sieht Matthias Präger von der Baader Bank im Goldmarkt durchaus etwas Bewegung. Durch die aktuell hohen Preise des Edelmetalls machten Anleger vermutlich erst einmal Kasse. So beobachtet Präger überwiegend Veräußerungen bei Falcon Gold Equity Fund (WKN972376), der Nestor Gold Fonds (WKN 570771) und der SGAM Fund Equities Gold Mines (WKN 971364) – alles Fonds, die in Unternehmen mit Aktivitäten im Goldmarkt investiert sind.

Erhöhtes Treiben in Asien

Bei asiatischen Wertpapieren berichtet der Händler von ausgeglichenen Handelsaktivitäten. Investoren legen sich zum Beispiel den DJE Asien High Dividend (WKN A0Q5KZ) ins Depot, der in Aktien und aktienähnlichen Wertpapieren des pazifisch-asiatischen Raums investiert ist. An Wachstumschancen mittelständischer asiatischer Unternehmen glauben Investoren, die sich im Aberdeen Global - Asian Smaller Companies (WKN A0HMM3) engagieren. Der Fonds investiert mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens in Aktien und aktienähnliche Wertpapiere kleinerer Gesellschaften mit Sitz in einem Land des Asien-Pazifik-Raums. Außerdem gefragt bei Investoren ist laut Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler der indonesische Titel Fidelity Funds Indonesia (WKN 974129), der in indonesische Standardwerte investiert.

Auf der Verkaufsseite von asiatischen Titeln sieht Präger beispielsweise jeweils die US-Dollar und Euro-Versionen des Baring Hong Kong China Fund (WKN 972840 und WKN 933583). Anleger trennen sich aber auch mit Verkäufen des Fonds First State Greater China Growth Fund (WKN A0BKZB) von großen chinesischen Standardwerten.

DAX und Co. gefragt

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich als europäischer Motor der Erholung. Diese Entwicklung mögen die Fondsanleger offensichtlich und unterstreichen dies mit dem Kauf von Anteilen an deutschen Portfolios. Gefragt ist laut Baader Bank etwa der DWS Deutsche Aktien (WKN 847428), der in Substanzwerte überwiegend aus den großen Indizes investiert. Anleger legen sich aber auch den Fond Amundi Funds Volatility Euro Equities (WKN A0ML43) zu und erwarten von dem dynamischen Management der Volatilität innerhalb der Eurozone zu profitieren.

Willkommener Seitwärtstrend

Fondsmanager Luca Pesarini ist wohl einer der wenigen Anleger, die der derzeitigen Marktphase viel abgewinnen können. „Dieser Seitwärtstrend ist für etliche Marktteilnehmer schlichtweg langweilig“, erklärt er. „Nicht so für uns.“ „Gegenwärtig konzentrieren wir uns auf die fundamentalen wirtschaftlichen Aktivitäten der Unternehmen.“ Der Fondsmanager nimmt sich vor allem die Zeit, den Fonds nach diesen Kriterien vernünftig aufzustellen.“ Deshalb könne die Phase für ihn ruhig noch zwei Jahre andauern. Große Hoffnung, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, hat er aber nicht. „Es befindet sich viel Liquidität im Markt, deshalb wird auch der spekulative Anleger wiederkehren“, glaubt Pesarini.

Zu den neuen Aktienpositionen des werteorientierten Fonds Ethna Aktiv (WKN 764930) gehören zum Beispiel defensive Titel großer deutscher Unternehmen. „Die Liste unserer Zukäufe enthält etwa Novartis, Eon, RWE und France Telecom“, erkärt der Investor. „Aber auch die Postbank ist wegen der wahrscheinlichen Übernahme durch die Deutsche Bank interessant.“ Unternehmen mit teilweise 7 Prozent Dividende würden seiner Überzeugung nach über kurz oder lang bei Anlegern wieder sehr begehrt werden. Eine Glaskugel besäße er zwar auch nicht, glaube aber nicht an einen großen Crash.

Mit dem Ethna Aktiv verfolgt Pesarini nach eigenen Angaben die Strategie der Stabilität, Sicherheit und Liquidität. Bei dem Mischfonds wird das Vermögen flexibel in die drei Anlageklassen Aktien, Anleihen und Geldmarkt investiert. Je nach Marktlage liegt die Aktienquote zwischen null und maximal 40 Prozent. Bei den Anleihen achte er vor allem auf die Güte der Wertpapiere, die in der Regel ein Tripple A aufweisen, erläutert Pesarini seine Strategie. Aktuell investiert der Fonds in Anleihen öffentlicher Emittenten verschiedener Währungen und Anleihen von Banken und Bluechip-Unternehmen mit in der Regel höheren Kupons. Bei den Aktien liegt der Schwerpunkt auf Standardwerten aus Europa.



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