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Sa, 6. März 2021, 6:14 Uhr

Marktstimmung: "Augen zu und durch"


11.06.20 07:50
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Allein während der vergangenen vier Wochen hat der DAX bezogen auf unsere Stimmungsumfragen rund 2000 Punkte zugelegt. Und während des gleichen Zeitraums hat sich die Anzahl der ohnehin in der Mehrheit befindlichen Pessimisten noch einmal deutlich erhöht.


Zusammenfassung


Die jüngste Sentiment-Umfrage unter institutionellen Akteuren hat gezeigt, dass die von uns befragten mittelfristig orientierten Aktienmarktteilnehmer trotz mittlerweile hoher entgangener Gewinne bzw. Buchverluste, nicht bereit sind, ihre pessimistische Einstellung zu ändern. Eine Kapitulation kommt nicht infrage.


Im Gegenteil: Je mehr das Börsenbarometer steigt, desto höher die Zahl derjenigen, die nicht an eine dauerhafte Erholung der Aktienkurse glauben. Denn die Risiken eines erneuten Abschwungs sind für viele Akteure längst nicht verschwunden und werden immer wieder genannt. Seien es die schleppenden Brexit-Verhandlungen, die Gefahr einer Eskalation des US-chinesischen Handelsstreits, eine zweite COVID-19-Welle – all das haben viele Akteure nicht aus den Augen verloren. Die Risikoaversion und die fehlende Bereitschaft Verluste zu realisieren, haben der hiesigen Marktstimmung jedenfalls rekordverdächtige Tiefs beschert.



10. Juni 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Fast dürfte es gestern mancherorts so etwas wie ein Aufatmen gegeben haben, als der DAX zum ersten Mal seit Mitte Mai wieder einmal einen größeren Tagesverlust produzierte. Aber gemessen am Wochengewinn von vorübergehend 5,7 Prozent seit unserer vergangenen Stimmungserhebung blieb dieser Rücksetzer im überschaubaren Bereich. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der DAX im Punktvergleich gegenüber vergangenem Mittwoch immer noch ein Plus von 3,9 Prozent aufweist. Gleichzeitig notieren wir den vierten wöchentlichen Zugewinn des Börsenbarometers hintereinander, der allein in der Summe der Momentaufnahmen während dieses Zeitraums fast 20 Prozent beträgt. Tatsächlich hat es den Anschein, als ob der „schnellste Bärenmarkt aller Zeiten“, der am 19. Februar dieses Jahres begann, innerhalb von weniger als drei Monaten von der „eindrucksvollsten Erholungsrallye aller Zeiten“ abgelöst wurde: Bis zum Wiedererreichen des bisherigen Allzeithochs fehlten dem DAX zeitweise nicht einmal mehr 7 Prozent. Nicht zuletzt, weil sich der Arbeitsmarkt in den USA im Mai längst nicht so schlimm wie zunächst befürchtet entwickelt hat.


Optimisten mit Gewinnmitnahmen auf dem Rückzug


Unterdessen hat sich die Stimmung bei den von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren abermals verschlechtert. Zum dritten Mal hintereinander fällt unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 9 Punkte und erreicht mit einem Stand von nunmehr -39 fast das Allzeittief (-40), markiert in diesem Jahr. Dabei ist vor allen Dingen bemerkenswert, dass es mit einem Anteil von 19 Prozent so wenige Optimisten wie noch nie seit Beginn unserer Aufzeichnungen gibt. Im Vergleich zur Vorwoche ist es dort tatsächlich – wie in Börsenmedien vielfach erwähnt – zu Gewinnmitnahmen gekommen, und die Hälfte der vormaligen Optimisten hat dabei sogleich das Bärenlager gesäumt und ihre Position um 180° gedreht. Tatsächlich scheinen die meisten der Pessimisten dem zu misstrauen, was derzeit die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks präsentieren. Denn die Risiken für einen erneuten Kurseinbruch dürfte zumindest für die Wahrnehmung der bearishen Akteure weiterhin bestehen. So etwa der US-chinesische Handelskonflikt, ein Wiederaufflammen der Corona Epidemie et cetera.


Privatanleger-Stimmung auf Rekordtief


Eine ähnliche Entwicklung hat es auch bei den Privatanlegern gegeben, deren Börse Frankfurt Sentiment-Index um 12 Punkte auf -26, also auf den niedrigsten Stand in diesem Panel seit Beginn unserer Aufzeichnungen Anfang 2013 gefallen ist. Dabei hat sich die überwiegende Zahl der zuletzt abgewanderten Optimisten direkt zu den Bären begeben.


Die heutige Analyse zeigt, dass die meisten der von uns befragten Akteure dem derzeitigen Bullenmarkt zutiefst misstrauen. Und es gibt einige prominente Fondsmanager, die deswegen den allergrößten Teil der Erholung am Aktienmarkt nach eigenen Angaben verpasst haben. Auf jeden Fall ist die Bereitschaft, sich von den verlustbringenden Absicherungen bzw. Short-Positionierungen zu trennen, ausgesprochen gering, so dass wir trotz des erneuten Anstiegs der Aktienkurse nur geringe, aber keine echten Kapitulationstendenzen feststellen können. Als ob sich die Pessimisten sagen wollten: „Augen zu und durch!“


Noch keine echte Kapitulationstendenz sichtbar


Damit hat sich an der Situation des DAX im Vergleich zur Vorwoche recht wenig geändert. Denn selbst die neu hinzugekommenen Pessimisten der vergangenen drei Wochen benötigen vermutlich einen viel deutlicheren Rücksetzer des DAX, als das, was wir zuletzt ansatzweise zu sehen bekommen haben. Mit anderen Worten: Benötigt wird von vielen wahrscheinlich eine Korrektur des Börsenbarometers bis auf mindestens 12.000 Zähler, vielleicht sogar noch tiefer, um ohne Verlust aus den jüngsten Engagements (der vergangenen drei Wochen) herauszukommen. Etwaige heimische Nachfrage dürfte also frühestens auf diesem Kursniveau beginnen. Gleichzeitig ist natürlich die Gefahr einer (Teil)kapitulation der Pessimisten immer noch nicht ausgeräumt, womit sich das Risiko einer Short-Squeeze keinesfalls verringert hat.


10. Juni 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de


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