Suchen
Login
Anzeige:
Sa, 6. März 2021, 6:39 Uhr

Marktstimmung: "Bemerkenswerter Kurssprung"


13.08.20 08:26
Redaktion boerse-frankfurt.de

Auf die DAX-Hüpfer reagieren die Profis mit Short-Positionen oder Abreise in den Urlaub, während private Aktien kaufen.


Zusammenfassung

Trotz der deutlichen Kurssprünge wie etwa gestern sind die hiesigen Anleger entweder in den Ferien oder auf der Bärenseite. Die Marktstimmung der professionellen Investoren ist mit -29 Punkten sehr negativ, 11 Prozent haben Aktien verkauft und die Mehrheit ist an die Seitenlinie gewechselt. Leicht anders sieht das bei privaten Anlegern aus, deren Sentiment-Index mit -8 Punkten aber auch nicht auf überschäumenden Optimismus hinweist. 


Joachim Goldberg fragt sich, wer, wenn nicht die mittelfristig orientierten Anleger, für die Kursgewinne gesorgt hat. Der fallende Euro spräche auch nicht für internationales Kapital. In jedem Fall bedeute der wiederaufgeflammte Pessimismus eine Verbesserung des Umfeldes für deutsche Aktien. Bei Rücksetzern rechnet der Verhaltensökonom zwischen 12.400 und 12.500 Zählern mit erster Nachfrage der jüngsten Pessimisten. "Auch hat sich die Gefahr einer zusätzlichen Short-Squeeze, frühestens deutlich erhöht." Aber frühestens oberhalb von 13.300 DAX-Punkten.


12. August 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Lässt man den Zeitraum seit unserer vergangenen Sentiment-Erhebung Revue passieren, zeigt sich, dass sich das Handelsgeschehen am Aktienmarkt über weite Strecken in recht engen Bahnen und im Rahmen einer Konsolidierung mit einer DAX-Bandbreite von etwas mehr als 2 Prozent abspielte. Bis zum gestrigen Dienstag. Denn das Börsenbarometer dürfte mit einem Plus von vorübergehend 2,8 Prozent an einem einzigen Tag die einen oder anderen Akteure überrascht haben. Denn die Gründe für dieses deutlich sichtbare Ausrufezeichen können nicht so richtig überzeugen.


Auch wenn einige Kommentatoren den starken Anstieg des DAX der überraschend positiv ausgefallenen Erwartungskomponente des hiesigen ZEW-Index zugeschrieben haben, der am selben Tage publiziert wurde, muss doch festgehalten werden, dass sich ein Großteil des Kurssprungs bereits vor Veröffentlichung dieser Zahlen vollzogen hatte. Oder war es die Ankündigung von Staatspräsident Vladimir Putin, Russland habe als erster Staat der Welt einen wirksamen Covid-19-Impfstoff zugelassen, die zu dieser heftigen Reaktion führte? Vielleicht waren es auch die laut geäußerten Gedanken von US-Staatspräsident Donald Trump, er könne – nach den umstrittenen Dekreten vom Wochenende – womöglich auch noch die Steuern auf US-Kapitalerträge senken, die für eine derart starke Nachfrage nach deutschen Standardwerten gesorgt haben.  


Kurzatmige Optimisten


Nun könnte man angesichts der schlechten Begründbarkeit des besagten Kurssprungs vermuten, es habe eine sogenannte Squeeze, eine eilige Glattstellung von Short-Positionen stattgefunden. Allerdings kommen als deren Urheber die von uns wöchentlich befragten institutionellen Investoren wohl kaum in Frage. Im Gegenteil: Der Anstieg des DAX, der allein im Wochenvergleich 1,9 Prozent betragen hatte, sorgte vielmehr für ein Wiederaufflammen des altbekannten Pessimismus. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 15 Punkte auf einen neuen Stand von -29 gefallen. Dabei ist das Bullenlager um ein Drittel geschrumpft, wovon sich allerdings zwei Drittel der Befragten mit Gewinnmitnahmen begnügten und sich nicht erneut zu den Pessimisten geschlagen haben. Damit ist – vielleicht auch der Jahreszeit angemessen – die Gruppe der neutral gestimmten Akteure auf den höchsten Stand seit dem 5. Februar angewachsen und ist jetzt so groß wie zwei Wochen vor Beginn des Corona-Crashs.


Stimmungskluft zwischen den Panels vertieft sich


Bei den Privatanlegern hat es dagegen eine Stimmungsentwicklung in die andere Richtung gegeben. Dabei hat sich das Sentiment, gemessen an unserem Börse Frankfurt Sentiment-Index, gegenüber der Vorwoche noch einmal um 8 Punkte auf einen Stand von nunmehr nur noch -8 verbessert. Tatsächlich hat in diesem Panel eine Gruppe von Pessimisten die Notbremse gezogen und ihre bearishen Engagements glattgestellt. Allerdings geht es hier nur um einen verhältnismäßig geringen Anteil von 5 Prozent aller befragten Privatanleger.


Bleibt die Frage, wer sich hinter dem gestrigen Kursanstieg des DAX verbirgt. Zumindest auf den ersten Blick erscheint es wenig plausibel, dass der DAX und auch Aktien der Eurozone von erneuten internationalen Kapitalzuflüssen profitiert haben könnten. Zumal sich der Euro gegenüber dem Dollar seit ein paar Tagen in einem korrektiven Abwärtsmodus befindet. Aber es ist jedenfalls bemerkenswert, dass sich die Abgaben der heimischen institutionellen Investoren bislang nicht stärker in Form von Kursverlusten bemerkbar gemacht haben.


In jedem Fall bedeutet der wiederaufgeflammte, aber in der relativen Betrachtung nicht überbordende Pessimismus eine Verbesserung des DAX-Umfeldes. Denn im Falle von Rücksetzern wäre nunmehr im Gegensatz zur Vorwoche bereits zwischen 12.400 und 12.500 Zählern mit erster Nachfrage der jüngsten bearishen Investoren zu rechnen. Auch hat sich die Gefahr einer zusätzlichen Short-Squeeze, ausgelöst durch dieselben Akteure, aber frühestens oberhalb von 13.300 DAX-Zählern, deutlich erhöht.  


12. August 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




Disclaimer Inhalte des Onlineangebots Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Terminkontraktes, eines Wertpapiers oder einer Option, die zum Handel an der Eurex Deutschland oder der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen sind oder eines sonstigen Terminkontraktes, einer Emission oder eines hierin erläuterten Produktes. 

Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht dafür, dass die folgenden Informationen vollständig oder richtig sind. Infolgedessen sollte sich niemand auf die hierin enthaltenen Informationen verlassen. Die Deutsche Börse AG, Eurex Deutschland, Eurex Frankfurt AG, Eurex Clearing AG, FWB Frankfurter Wertpapierbörse und Börse Frankfurt Zertifikate AG haften nicht für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden. 

Zum Handel an der FWB zugelassene Wertpapiere sowie Eurex-Derivate (mit Ausnahme des DAX®Future-, STOXX® 50 Future-, EURO STOXX® 50 Future-, STOXX 600 Banking Sector Future-, EURO STOXX Banking Sector Future- und Global Titans Future-Kontrakts und Eurex Zinssatz Derivaten) stehen derzeit nicht zum Angebot, Verkauf oder Handel in den Vereinigten Staaten zur Verfügung noch dürfen Bürger, die den US-amerikanischen Steuergesetzen unterliegen, diese Wertpapiere anbieten, verkaufen oder handeln. 

Die in XTF Exchange Traded Funds® gelisteten Fondsanteile sind zum Handel an der FWB Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Nutzer dieses Informationsangebotes mit Wohnsitz außerhalb von Deutschland weisen wir darauf hin, dass der Vertrieb der in XTF Exchange Traded Funds gelisteten Fondsanteile in diesem Land möglicherweise nicht zulässig ist. Die Verwendung der Informationen geschieht auf eigene Verantwortung des Nutzers. Verweise und Links Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Internetseiten ("Links"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt daher ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf der verlinkten Seiten erkennbar waren. 

Der Autor hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der gelinkten/verknüpften Seiten. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. 

Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Mailinglisten. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. Rechtswirksamkeit des Disclaimers Dieser Disclaimer ist ein Teil des Internetangebots, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern einzelne Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. Einbindung von weiteren Inhalten Dritter Es ist möglich, dass innerhalb unserer Website Inhalte Dritter unter anderem im Form von sog. iFrames eingebunden werden. Die Anbieter dieser Inhalte werden technisch bedingt Ihre IP-Adresse erfahren, um ihre Inhalte an ihren Browser zu senden, eventuell Cookies setzen wollen oder Analyse-Tools einsetzen. Für den datenschutzgerechten Umgang mit ihren Daten sind diese Drittanbieter eigenverantwortlich. Zu den Kontaktmöglichkeiten des Anbieters, dessen Datenschutzbestimmungen und eventuell eingeräumte Widerspruchsmöglichkeiten verweisen wir auf das Impressum und die Datenschutzerklärung des jeweiligen Drittanbieters.




powered by stock-world.de



 
Weitere Analysen & News
Wochenausblick: DAX schwächelt. EZB, Öl und ITB [...]
Die Verluste der Vorwoche holten DAX® und viele andere Standardwerteindizes in der abgelaufenen ...
05.03.21 , Philip Hopf
Nasdaq - Korrektur noch nicht vorbei!
  Grundsätzlich vorab eine Einschätzung zum Nasdaq und der Aussage einer ...
05.03.21 , Christian Zoller
S&P 500 bricht nach unten aus
Der S&P500 ist am Vortag weiter kräftig eingebrochen und dabei aus dem steigenden Trendkanal ...