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Do, 25. Februar 2021, 2:44 Uhr

Marktstimmung: "Mutige Privatanleger"


01.10.20 08:09
Redaktion boerse-frankfurt.de

Auf die Kurskapriolen reagieren professionelle Anleger mit Rückzug und private mit Aktienkäufen. Letztere hätten zuvor deutlich mehr Geschick gezeigt, findet Goldberg.


Zusammenfassung

Trotz kräftiger Sprünge in beide Richtungen, auf die die beiden befragten Anlegergruppen sehr unterschiedlich reagiert haben, steht der DAX auf Vorwochenniveau. Professionelle Investoren sind sowohl aus Long- als auch aus Short-Postionen heraus gegangen. Ihr Sentiment-Index steht nun bei +5 Punkten. Nach Ansicht von Joachim Goldberg haben die Bullen Stop-Loss-Grenzen gezogen und die Bären Gewinne mitgenommen. Von den privaten Anlegern sind dagegen 7 Prozent in Aktien eingestiegen und 11 Prozent aus den Short-Engagements heraus gegangen. Der Sentiment-Index dieser Gruppe schnellt auf +17 Punkte. Sie hätten geschickter agiert als ihre professionellen Kollegen, findet der Verhaltensökonom.


Goldberg wertet die Stimmung beider Gruppen im Verhältnis zu den vorherigen Monaten als unkritisch. An der Oberseite rechnet er ab 13.150/13.200 Punkten mit Abgabedruck und an der Unterseite fehle weiterhin schützendes Nachfragepotential. Aus heimischer Sicht sei bestenfalls bei 12.500/12.550 etwas Nachfrage von institutioneller Seite zu erwarten.


30. September 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Würde man die Entwicklung des DAX lediglich im wöchentlichen Punktvergleich betrachten, käme man kaum auf die Idee, dass das Börsenbarometer eine Handelsbandbreite von 4,3 Prozent seit unserer vergangenen Sentiment-Befragung absolviert hat. Trotz seiner zwischenzeitlichen Achterbahnfahrt steht der DAX genau dort, wo er sich am vergangenen Mittwoch befunden hatte.


Interessant war wieder einmal der Stimmungsbruch über das Wochenende. Nachdem der DAX bis zum vergangenen Freitag immerhin zeitweise 3,4 Prozent an Wert verloren hatte, folgte am Montag darauf ein Kurssprung von 4,3 Prozent, der nicht wenige Akteure auf dem falschen Fuß erwischt haben dürfte. Auch fällt auf, dass die Abwärtstendenz aus der vergangenen Woche viel leichter zu erklären war als die Mini-Rallye vom darauffolgenden Montag. Und wenn man Börsianer heute nach Gründen für die eine oder andere Kursentwicklung fragen würde, würden einem ad hoc sicherlich mehr bearishe als bullishe Argumente einfallen. Seien es die teils hohen Covid-19-Infektionszahlen innerhalb Europas oder die vielerorts als enttäuschend wahrgenommenen Fiskalprogramme, mit denen man hofft, die ökonomischen Folgen der Krise in den Griff zu bekommen. Ganz zu schweigen von der Unfähigkeit von Demokraten und Republikanern in den USA, zu einem Kompromiss über ein weiteres Stimulus-Programm zu gelangen.


Fast regungslose Institutionelle…


Unterdessen hat sich die Stimmung der von uns wöchentlich befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont gegenüber der Vorwoche nur unwesentlich verändert. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nur um 3 Punkte auf einen Stand von +5 Punkte gefallen. Hinter dieser überschaubaren Veränderung steckt allerdings ein asymmetrischer Rückgang der Polarisierung zwischen Bullen und Bären. Dabei hat sich die Zahl der Optimisten – vermutlich aufgrund von Stopp-loss-Verkäufen in der vergangenen Woche – doppelt so stark vermindert wie diejenige der Pessimisten, unter denen es einige Gewinnmitnahmen in die Schwäche gegeben haben dürfte.


…versus agile Privatanleger


Richtig gut scheinen es dagegen die Privatanleger getroffen zu haben, die bei unserer vergangenen Befragung ihre seinerzeit per Saldo bullishen Positionen bereits deutlich zurückgefahren und vermehrt auf fallende Kurse gesetzt hatten. Kurzum: Man war besser auf einen DAX-Rückgang eingestellt als die institutionellen Pendants. Und dies spiegelt sich auch in unserem Börse Frankfurt Sentiment-Index wider, der um satte 18 Punkte auf einen Stand von +17 Punkte – es handelt sich um das höchste Niveau seit dem 27. November 2019 – gesprungen ist. Per Saldo dürften sich die Pessimisten der Vorwoche in die Schwäche hinein um 180° gedreht haben und sind seither bullish eingestellt.


Vorpositionierungen entscheiden


Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Vorpositionierungen aus der vergangenen Woche anscheinend stärker den Ausschlag für die späteren Handelsentscheidungen gegeben haben als die aktuelle Nachrichtenlage. Dabei mussten die zuvor insgesamt positiver eingestellten institutionellen Akteure vorübergehend deutliche Verluste einstecken, die bis zum Erhebungszeitpunkt glücklicherweise wieder wettgemacht wurden. Die zuvor eher negativ eingestellten Privatanleger mussten indes – wie bereits angedeutet – lediglich die aufgelaufenen Gewinne aus bearishen Positionen mitnehmen.


Für die Situation des DAX ergeben sich damit auf den ersten Blick aufgrund der heutigen Stimmungserhebung nicht wirklich belastende Faktoren. Allerdings ist bei genauem Hinsehen der Optimismus der Akteure in der relativen Betrachtungsweise auf Sicht von sechs Monaten in beiden Panels ähnlich hoch (+22 bzw. +26) und dürfte dafür sorgen, dass sich für den DAX an der Oberseite etwa im Bereich 13.150/13.200 Abgabedruck entwickeln könnte. Nach wie vor bleibt die Unterseite relativ ungeschützt, denn aus heimischer Sicht können wir bestenfalls im Bereich 12.500/12.550 etwas Nachfrage von institutioneller Seite erwarten.


30. September 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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