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Sa, 6. März 2021, 6:09 Uhr

Marktstimmung: "Wenn Aktien im eigenen Land nichts zählen"


20.08.20 08:44
Redaktion boerse-frankfurt.de

Anders als die hiesigen Anleger scheinen die internationalen Investoren bullish auf deutsche Aktien zu sein. Und treiben damit erstere teilweise in die Enge.


Zusammenfassung

Einige institutionelle Investoren sind scheinbar aus den Ferien zurück und haben seit vergangenem Mittwoch DAX-Aktien gekauft. Wobei der Index im betrachteten Zeitraum leicht verloren hat. Joachim Goldberg weist darauf hin, dass zurzeit vor allem ausländische Investoren die Preise oben halten. Diese gingen nicht mehr von einer Rallye im Bärenmarkt sondern von einem Bullenmarkt aus, während hiesige Anleger in pessimistischer Schieflage klemmen würden. Die Sentiment-Indizes zeigten mit -21 (Profis) bzw. -14 Punkten (Privatanleger) Pessimus an. 


Nach Ansicht des Verhaltensökonoms hätten die bisherigen Rücksetzer den Bären nicht gereicht, sich aus ihrer Fehlpositionierung zu befreien. Goldberg rechnet jetzt bei 12.450/12.500 Punkten mit erste Nachfrage dieser Anleger. Unterm Strich habe sich die Stimmung der heimischen Akteure aber etwas verbessert, was diesmal als Kontraindikator funktioniert, sich also die Lage des DAX gegenüber der Vorwoche etwas verschlechtert. Größere Kursimpulse erwartet der Analyst nur von internationalen Kapitalströmen.


19. August 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Seit unserer vergangenen Stimmungserhebung zeigte sich der DAX, wie man es von ihm in der Ferienzeit erwarten kann: Er bewegte sich in einer engen Handelsspanne von gerade einmal 2,3 Prozent. Doch soll das nicht heißen, dass sich nicht trotzdem viel getan hätte. Das gilt vor allem für die Markteinschätzung der internationalen Investoren. Plötzlich sprechen sie mehrheitlich nicht mehr von einer Bärenmarkt-Rallye im Aktienmarkt, sondern von einem Bullenmarkt. Dies brachte zumindest die gestern publizierte Umfrage der Bank of America (BofA) zu Tage, wonach sich auch die ökonomische Vorhersage für die kommenden zwölf Monate deutlich aufgehellt hat. Davon gehen jedenfalls netto 79 Prozent der befragten Fondsmanager (das ist die Differenz aus positiven und negativen Antworten der Umfrageteilnehmer) aus – der höchste Stand seit Ende 2009. Allerdings glaubt nur eine relativ kleine Gruppe der Umfrageteilnehmer (17 Prozent) an eine ganz schnelle, V-förmige Erholung der Wirtschaft.


In alten Positionen gefangen


Allerdings ist von positiver Stimmung und Bullenmarkt-Atmosphäre bei den von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Anlegern immer noch nicht viel zu spüren. Immerhin hat sich der Pessimismus im Vergleich zur Vorwoche, gemessen an unserem Börse Frankfurt Sentiment-Index, um 8 Punkte auf einen neuen Indexstand von -21 verringert. Zwar hat sich die Gruppe der Optimisten um gut ein Drittel vergrößert. Aber der allergrößte Teil der Zuwanderung dorthin rekrutiert sich aus vormals neutral eingestellten Akteuren.


Mit zur Zeit 47 Prozent aller Befragten stellen die Pessimisten nicht nur die größte, sondern seit etwa zwei Monaten auch die robusteste Gruppe im Panel dar, die sich durch zwischenzeitliche DAX-Anstiege kaum hat aus der Ruhe bringen lassen. Auf der anderen Seite sind die erhofften Kursrückgänge sicherlich nicht stark genug ausgefallen, um aus den bestehenden Engagements auch noch halbwegs zufriedenstellend herauszukommen. Kurzum: Fundamentale Erwägungen spielen bei den derzeitigen Positionen wahrscheinlich nur eine untergeordnete Rolle.


Bei den Privatanlegern hat es eine entgegengesetzte, wenn auch nicht starke Bewegung gegeben. Denn der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist um 6 Punkte auf einen neuen Stand von -14 gefallen. Im gleichen Zuge hat sich die Stimmungskluft zu den institutionellen Pendants aus der Vorwoche wieder deutlich verringert.


Eurozonen-Werte international beliebt


Aus der relativ überschaubaren Handelsbandbreite des DAX und dem geringen Wochenverlust von 0,5 Prozent (im Punktvergleich) haben sich also für die von uns befragten Akteure keine allzu großen Trading-Möglichkeiten ergeben. Während sich die heimischen Investoren wahrscheinlich auch aufgrund ungünstiger Einstandspreise damit schwertun, eine positivere Haltung gegenüber dem Aktienmarkt einzunehmen, offenbart die eingangs genannte BofA-Fondsmanager Umfrage (vom 7. bis 13. August) genau das Gegenteil. Denn netto 33 Prozent der Befragten gaben an, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein. Damit hat sich dieser Saldo gegenüber dem Vormonat fast verdoppelt. Gleichzeitig wird deutlich, warum der DAX im August an manchen Tagen gut nachgefragt war.


Mit der heutigen Erhebung zeigt sich abermals, dass der mehrheitlich erhoffte Abverkauf des DAX bislang ausgeblieben ist. Dabei ist es denkbar, dass ein Teil der heimischen Pessimisten bereits mit einem Rücksetzer auf 12.450/12.500 Punkte – dort erwarten wir erste Nachfrage – zufrieden wäre. Insgesamt bleibt jedoch festzuhalten, dass ein Börse Frankfurt Sentiment-Index von -21 allenfalls in der absoluten Betrachtung negativ auffällt. Auf Sicht von drei Monaten, also in der relativen Sichtweise, handelt es sich um einen neutralen bzw. auf Sicht von sechs Monaten nur um einen leicht pessimistischen Wert. Per Saldo hat sich die Stimmung der heimischen Akteure immerhin etwas verbessert. Im gleichen Zuge hat sich die Lage des DAX gegenüber der Vorwoche naturgemäß etwas verschlechtert. Größere Kursausschläge dürften indes lediglich durch internationale Kapitalströme ausgelöst werden.


19. August 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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