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Do, 25. Februar 2021, 3:34 Uhr

Marktstimmung: "Zur Kapitulation nicht bereit"


23.07.20 06:34
Redaktion boerse-frankfurt.de

Die Meinungen der Anleger gehen auseinander. Für die einen sind Aktien bereits viel zu teuer, andere sehen Luft nach oben. Das stützt den Markt.


Der DAX steht wieder über 13.000 Punkte, nur wollen die hiesigen Anleger scheinbar wenig davon wissen. Am allerwenigsten die Profis, von denen seit vergangenen Mittwoch 6 Prozent short gegangen sind und von denen jetzt mehr als die Hälfte mit fallende Preisen rechnen. Die privaten Anleger bewegen sich in die andere Richtung. 5 Prozent haben Aktien gekauft. Die Sentimentindizes beider Anlegergruppen driften auseinander mit -26 Punkten (Profis) und -4 Punkten (Private).


Nach Ansicht von Joachim Goldberg hält vor allem internationales Geld den deutschen Aktienmarkt oben, wofür auch die Euro-US-Dollar Bewegung spreche. Der Verhaltensökonom beobachtet eine deutliche Polarisierung unter den Investoren. Zum einen blieben die Pessimisten eisern skeptisch, weil sich ihrer Ansicht die Aktienmärkte zu weit von der Krise entkoppelt hätten. Zum anderen die Optimisten, für die ein neues Allzeithoch über 13.795 Punkte erreichbar sei. 


Insgesamt keine schlechte Lage für den Markt. Nach unten wäre ab 12.400 Punkten mit Käufen zu rechnen, nach oben müssten die Bären eindecken.


22. Juli 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nun macht der DAX längst nicht mehr so große Fortschritte wie in den ersten drei Monaten nach dem Corona-Tief von Mitte März. Aber auch wenn die Schritte kleiner geworden sind, hat das Börsenbarometer während der vergangenen vier Wochen in der Spitze noch einmal mehr als 1.000 Punkte ansammeln können. Und der am Ende doch noch beeindruckende Sprung über die 13.000er Marke verdankt sich wohl dem nach mehr als vier Tagen positiven Abschluss des EU-Sondergipfels und dem gemeinsam beschlossenen Wiederaufbaupaket in Höhe von insgesamt 750 Milliarden Euro – einem Kompromiss, der allerdings in zweierlei Hinsicht ein wichtiges Signal an die Finanzmärkte gesendet haben mag. Zum einen wurde mit dem Rettungspaket ein Grundstein für eine gemeinsame Fiskalpolitik der EU geschaffen. Und zum anderen dürften diejenigen, die die EU bisweilen als dysfunktional angesehen hatten, eines Besseren belehrt worden sein.


Hohe Kurse zur Absicherung genutzt


Dennoch ist es unter den von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Ausblick trotz des dritten DAX-Anstiegs hintereinander – zuletzt ein Plus von 2,4 Prozent im Punktvergleich – nicht zu einer Kapitulation der Pessimisten gekommen. Im Gegenteil: Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist im Vergleich zur Vorwoche um 6 Punkte gefallen – wir notieren nun einen Stand von -26. Im gleichen Zuge hat sich die Gruppe der neutral gestimmten Investoren noch einmal verringert. Hatten in der Vorwoche die Optimisten von diesem Rückgang profitiert, sind es nun die Pessimisten, deren Gruppe sich vergrößert und nun 53 Prozent aller Befragten und damit eine absolute Mehrheit auf sich vereinigt. Die dahinterstehenden neuen Abgaben dürften wohl in erster Linie aufgrund des als hoch empfundenen Kursniveaus getätigt worden sein.


Bei den Privatanlegern konnten wir indes eine Stimmungsveränderung in die entgegengesetzte Richtung feststellen. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels ist im Vergleich zur Vorwoche um 6 Punkte auf einen Stand von -4 gestiegen. Der Großteil bei dieser Wanderung geht auf das Konto vormals neutral gestimmter Akteure und nur in ganz geringem Maße auf das von Pessimisten, die das Handtuch geworfen haben. Per Saldo hat sich die Stimmungskluft zu den institutionellen Pendants deutlich vergrößert.


Starke Meinungspolarisierung


Die heutige Stimmungserhebung verrät einiges. Zum einen ist die Bereitschaft zur Kapitulation bei vielen Pessimisten trotz der mittlerweile aufgelaufenen Buchverluste oder entgangenen Gewinne nach wie vor ausgesprochen gering. Auf der anderen Seite scheint auch bei den Optimisten der Appetit zu auf Gewinnmitnahmen erstaunlicherweise ebenfalls nicht ausgeprägt zu sein. Drittens: Obwohl sich die pessimistische Stimmung bei den institutionellen Investoren vertieft hat, konnte sich der DAX abermals befestigen. Da der Euro gegenüber dem US-Dollar ebenfalls im Vergleich zur Vorwoche einen deutlichen Gewinn verbucht hat, spricht vieles dafür, dass die Aktienmärkte hierzulande noch einmal von ausländischen Kapitalzuflüssen profitiert haben.


Unter dem Strich vermittelt die Entwicklung der Sentiment-Indizes eine deutliche Polarisierung unter den Investoren. Zum einen die Pessimisten – fast doppelt so stark vertreten wie die Optimisten –, die eisern an ihrem skeptischen Ausblick festhalten, vermutlich auch aus der Überzeugung heraus, dass sich die Aktienmärkte angesichts der Covid-19-Krise zu weit von der fundamentalen Realität entfernt haben und eine Abwärtskorrektur längst überfällig sei. Auf der anderen Seite die Optimisten, die wahrscheinlich auch langfristig der Ansicht sind, dass der Aufwärtstrend der Aktienmärkte noch nicht ausgereizt und mindestens für ein neues Allzeithoch (bislang rund 13.795 Zähler) gut sein dürfte.


Die derzeitige Konstellation ist damit im großen Bild nicht ungünstig für den DAX. Im Falle eines Rücksetzers ist mit stärkerem Kaufinteresse der teils deutlich schiefliegenden Pessimisten wahrscheinlich jedoch nicht vor 12.400 Zählern zu rechnen. Auf der anderen Seite dürfte es spätestens bei Erreichen neuer Allzeithochs selbst dem eingefleischten Pessimisten schwerfallen, diesem Treiben noch weiter tatenlos zuzusehen.


22. Juli 2020, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de




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