Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 8. März 2021, 16:07 Uhr

Markttechnik: Der Anfang vom Ende?


25.08.10 20:03
Redaktion boerse-frankfurt.de

Konjunkturängste haben den DAX unter die wichtige Marke von 6.000 Punkten gedrückt. Charttechniker schließen eine kurzfristige Erholung zwar nicht aus, der September könne seinem schlechten Ruf aber gerecht werden.

25. August 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nicht nur enttäuschende US-Konjunkturzahlen wie jüngst die einbrechenden Hausverkäufe treiben Anlegern derzeit die Sorgenfalten auf die Stirn. Auch das Auslaufen des Sommers macht ihnen zu schaffen, ist der Herbst doch traditionell für die Börsen eine eher schwierige Jahreszeit. Die pessimistischen Prognosen auch technisch orientierter Analysen häufen sich. Am Nachmittag notiert der DAX bei 5.912 Punkten und damit leicht im Minus. Die Anleger sind unterdessen wieder skeptischer, wie die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren ausweist: Bei den DAX-Werten liegt der Bull/Bear-Index nur noch ganz knapp im bullishen Bereich.

Deppermann: Mittelfristig keine Trendwende nach oben

Klaus Deppermann von der BHF-Bank sieht sich durch die jüngste Entwicklung der europäischen Aktienindizes in seiner Einschätzung bestätigt: Der Ausbruch aus der Formation „aufsteigendes Dreieck“ habe sich relativ schnell als Fehlausbruch entpuppt. Zwar erwartet er nach der Kursschwäche der vergangenen zwei Wochen ab Ende dieser Woche eine kurzfristige Erholung. „Im Laufe des Septembers könnte sich der mittelfristige Abwärtstrend aber fortsetzten“, meint der Charttechniker.

Kurzfristig werde der erhebliche Pessimismus, der sich auch aus der aktuellen Sentix-Umfrage ergebe, vielleicht stabilisierend wirken, führt Deppermann aus. „Die meisten Index-Charts sind jedoch so angeschlagen, dass an eine mittelfristige Trendwende nach oben vorerst nicht zu denken ist.“

Szola erwartet nach 5.900 Punkten technisch bedingte Erholung

Wie Karen Szola, Charttechnikerin für Euro am Sonntag und finanzen.net, erläutert, unterliegt der DAX seit dem Jahreshoch Anfang August seinem tertiären Abwärtstrend, der am vergangenen Donnerstag via Fehlsignal bestätigt worden sei. „Zudem hat sich das Chartbild mit dem Fall unter die psychologisch bedeutsame 6.000 Punkte-Marke deutlich verschlechtert“, erklärt die Analystin. Aktuell stehe die 200-Tage-Linie unter Beschuss. „Würde diese Bastion nachhaltig auf Wochenschluss gebrochen, sind weitere Kursverluste zunächst bis auf rund 5.800 Punkte vorprogrammiert“, erläutert Szola. Mit dem Unterschreiten dieser Haltezone stünde dann das Ende Mai gerissene Gap zwischen 5.721 und 5.690 Punkten auf der Agenda.

Heftige Korrektur im September

Um das Ruder herumzureißen, müsse der DAX Szola zufolge möglich rasch die Kurslücke vom 10./11. August bei rund 6.250 Punkten schließen und sich auf diesem Niveau stabilisieren. Weiter hinauf ginge es erst mit der Überwindung des seit 2009 bestehenden Aufwärtstrends. Szola erwartet, dass nach Abarbeitung des Kursziels bei 5.900 Punkten eine technisch bedingte Erholung bis auf maximal 6.150 einsetzen werde. Ein Grund: die kurzfristigen Trading-Indikatoren, die weit in ihrer überverkauften Extremzone notierten und vor einem Kaufssignal stünden. Danach werde sich wahrscheinlich die seit Monaten zu beobachtende Seitwärtsbewegung fortsetzen. „Nach dem Auslaufen der Quartalssaison rechne ich mit einer kräftigeren Korrektur im September“, meint Szola abschließend.

Bullen- und Bärenlager bei DAX gleichauf

Die Anleger sind wieder negativer eingestellt, das ergibt zumindest die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren. 5 Prozent der befragten Anleger haben ihre bislang bullishe Haltung zu DAX-Aktien aufgegeben und sind ins bearishe oder neutral positionierte Lager gewechselt. Optimisten- und Pessimistencamp liegen mit 36 beziehungsweise 35 Prozent nun quasi gleichauf. Der Bull/Bear-Index für die DAX-Werte geht von 54,4 auf 50,6 Prozent zurück. Für die Technologiewerte rutscht er sogar von 60,0 auf 46,4 Prozent ab und liegt wieder im bearishen Bereich.

Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Für den Index werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger.


powered by stock-world.de


Wochenausblick: Weiter im Zickzackkurs
Die Sorge vor steigender Inflation bleibt den Finanzmärkten erhalten, ...
Anleihen: Notenbanken setzen Akzente
Anleger verabschieden sich von spanischen ...
Auswahlindizes: Zahlreiche Anpassungen in den Zus [...]
Siemens Energy steigt in den DAX auf. Porsche, Beiersdorf, Encavis und ...
Auslandsaktien: Comeback der Reisebranche?
Zu den möglichen „Re-Opening“-Gewinnern ...
Marktstimmung: "Trotz vieler Zweifel eingestiegen"
Starke Bewegung am hiesigen Aktienmarkt ...

 
Weitere Analysen & News
Wochenausblick: Weiter im Zickzackkurs
Die Sorge vor steigender Inflation bleibt den Finanzmärkten erhalten, ...
Stockers Börsencheck: Was die Angst vor steigend [...]
In Stockers Börsencheck analysieren Sebastian Otter (Experte für Anlageprodukte bei HVB onemarkets) ...
Die meistgehandelten Derivate v. 08.03.2021
1. Knock-out-Call auf Saubere Zukunft Index 2 (WKN MA2760)​ ...