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Mo, 8. März 2021, 16:06 Uhr

DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

Markttechnik: Entwarnung beim DAX, Sorge um Nikkei


18.08.10 16:51
Redaktion boerse-frankfurt.de

Die Gefahren nach unten scheinen für den DAX gebannt, viel Potenzial nach oben gibt es aber nicht – das meinen zumindest viele Charttechniker. Dem Nikkei könne jedoch Ungemach drohen.

    * BNP hält 6.350 Punkte für unwahrscheinlich
    * Solide Unterstützung für den DAX
    * Metzler: Gefahr für den Nikkei
    * HSBC: Wiedersehen des Mehrjahrstiefs möglich
    * Investoren hoffnungsvoller

Immer noch warten die Börsianer darauf, dass der DAX aus der seit einigen Wochen anhaltenden Seitwärtsbewegung nach oben ausbricht. Nachdem das Erreichen eines neuen Jahreshochs vor knapp zwei Wochen ohne Folgen blieb, hat allerdings auch viele Charttechniker der Mut verlassen. Dramatischer ist die Lage technisch gesehen hingegen beim Nikkei: Hier wird nach dem zwischenzeitlichen Abrutschen auf den tiefsten Stand seit zwölf Monaten Schlimmes befürchtet. Am Nachmittag notiert der DAX bei 6.200. Die Anleger sind unterdessen wieder zuversichtlich, so die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren: Bei den DAX-Werten klettert der Bull/Bear-Index auf 54,4 Prozent und liegt damit wieder im bullishen Bereich.

BNP hält 6.350 Punkte für unwahrscheinlich

Laut BNP Paribas steht die Börsenampel für das deutsche Aktienbarometer erst ab 6.350 Punkten wieder auf Grün. Das Erreichen dieser Marke ist nach Ansicht der Charttechniker aber erst einmal unwahrscheinlich: Der DAX werde vorerst wohl nicht über 6.250 Punkte klettern, prognostiziert wird vielmehr ein Seitwärtstrend. Sollten die 6.350 Punkte geknackt werden, wäre das nächste Ziel den Analysten zufolge 6.666 Zähler. „Fällt der DAX vorzeitig unter 6.060, so ginge es abwärts bis 6.000 und 5.940“, heißt es.

Solide Unterstützung für den DAX

Nach Einschätzung von Jana Meier von HSBC Trinkaus & Burkhardt können die Anleger allerdings aufatmen: Erneut habe sich die Haltezone zwischen der 38- und 90-Tage-Glättungslinie, aktuell bei 6.089 beziehungsweise 6.115 Punkten, als solide Unterstützung und als Startblock für einen Angriff auf der Oberseite erwiesen. „Dort dürfte Kurs auf das Widerstandscluster aus diversen Hochs und Tiefs zwischen 6.244 und 6.254 Punkten genommen werden“, meint die Analystin. Gelinge der Eroberungszug, sei eine solide Umgebung für einen Angriff auf das bisherige Jahreshoch geschaffen. Seitens der Indikatoren sei jedoch nicht mit all zu viel Unterstützung zu rechnen, Stochastik und MACD hielten an ihren Verkaufssignalen fest. „Erst bei einem Fall unter das Cluster aus der 200-Tages-Linie und dem Aufwärtstrend seit Februar bei aktuell 5.941/5.923 Punkten trübt sich das Bild jedoch gänzlich ein“, meint Meier.

Metzler: Gefahr für den Nikkei

Schlechter sieht es indes für den Nikkei aus. Laut Özgür Atasever vom Bankhaus Metzler ist die aktuelle Lage beim Nikkei 225 derzeit extrem kritisch. „Sollte die 9.000er Marke fallen, droht großes Ungemach“, befürchtet er. Ein Markt, der mit vielen Vorschusslorbeeren an den Start gegangen sei, bereite nun Kopfschmerzen.

Mit 9.065 Zählern markierte der Nikkei 225 vergangene Woche ein neues Zwölfmonatstief und befand sich Atasever zufolge damit auf einer der wichtigen Unterstützungszonen zwischen 9.000 und 9.070 Punkten. „Seit Beginn der Aktienerholung im Frühjahr 2009, als der Nikkei von 7.021 auf 11.408 Punkte zulegen konnte, bot dieser Bereich unzählige Male eine solide Auffangmarke“, erläutert er. Doch neben der aktuellen relativen Schwäche sorge derzeit auch die Serie fallender Hochs, die einen Bruch immer wahrscheinlicher werden lasse, für Unmut. Die Markttechnik verheiße ebenfalls nicht Gutes, zumal der MACD vor Erreichen der Plus-Zone wieder gen Süden abgedreht sei. Beim Fall unter 9.000 Punkte könnten laut Atasever Korrekturziele von 8.697 über 8.493 bis hin zu 8.056 folgen.

HSBC: Wiedersehen des Mehrjahrstiefs möglich

Auch nach Ansicht von HSBC Trinkaus & Burkhardt ist die derzeitige Lage des Nikkei 225 brisant: „Bei einem Sturz unter die markante horizontale Haltelinie zwischen 9.325 und 9.050 Punkten droht ein schnelles Wiedersehen mit dem Mehrjahrestief bei 7.021/6.995 Punkten“, befürchten die Experten. Auch die technischen Indikatoren wie MACD und Stochastik wiesen auf Wochenbasis Verkaufssignale auf: „Erst ein Sprung über die Junihochs von 2009 und 2010 bei 10.171/10.252 Punkten würde den japanischen Aktienindex aus dem Gefahrenbereich herausbefördern“.

Investoren hoffnungsvoller


Die Anlegerstimmung hat sich gegenüber der Vorwoche wieder aufgehellt, wie die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren ergibt. Das Bärenlager legte wieder auf 41 nach zuvor 33 Prozent der Befragten zu. Der Bull/Bear-Index klettert auf 54,4 Prozent, in der Vorwoche hatte er noch bei pessimistischen 41,7 Prozent gelegen. Bei den Technologiewerten steigt der Bull/Bear-Index ebenfalls deutlich, und zwar von 43,6 auf 60,0 Prozent. Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Für den Index werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.


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