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Mo, 8. März 2021, 15:48 Uhr

Markttechnik: Fehlausbruch statt Befreiungsschlag


11.08.10 17:01
Redaktion boerse-frankfurt.de

Zwar erklomm der DAX in der vergangenen Woche ein neues Jahreshoch, der Anstieg war nach Einschätzung vieler Charttechniker aber nicht nachhaltig genug. Die aktuelle Marktschwäche scheint ihnen recht zu geben.

    * Deppermann sieht oberen Wendepunkt
    * Nicht alles wie 2004
    * Klähn: Typische Abwärtsbewegung nach Abprall
    * SEB-Kursziel für Jahresende weiter bei 7.040 Punkten
    * Anleger sehen wieder schwarz

11. August 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Seit Monaten warten technisch orientierte Analysten auf ein neues Jahreshoch. In der vergangenen Woche wurde es erreicht, doch Freude stellte sich nicht ein. Der Ausbruch war zu kurz, meinen viele, einige sehen sogar den oberen Wendepunkt gekommen. Tatsächlich hat sich das deutsche Börsenbarometer von seinem Hochpunkt schon wieder weit entfernt. Zuletzt sorgten Konjunkturzahlen aus China, Frankreich und den USA für Ernüchterung.

Am Nachmittag notiert der DAX bei 6.181 Punkten rund 1,6 Prozent im Minus. Die Anleger sind unterdessen nochmals skeptischer, wie die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt zeigt. Bei den DAX-Werten rutscht der Bull/Bear-Index auf 41,7 Punkte und damit in den bearishen Bereich.

Deppermann sieht oberen Wendepunkt

Klaus Deppermann von der BHF-Bank befürchtet, dass dem Ausbruch nach oben ein Einbruch folgen wird. Der DAX sowie andere europäische Indizes hätten zwar die Begrenzungslinien der Chartformation „aufsteigendes Dreieck“ nach oben leicht überschritten, was in der Literatur positiv gewertet werde. „Unsere eigenen Erfahrungen mit dieser Formation sind jedoch, besonders bezogen auf den DAX, ganz anders“, erklärt Deppermann. Das deutsche Aktienbarometer breche in der Tat häufig aus dem „aufsteigenden Dreieck“ nach oben aus, dieser Ausbruch sei jedoch fast immer von kurzer Dauer: „Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehlausbruch ist gerade bei dieser Formation besonders groß.“ Und Fehlausbrüche führten häufig zu einer dynamischen Bewegung in die Gegenrichtung.

Nicht alles wie 2004

Auch die Parallelen zu 2004 sollten Deppermann zufolge nicht überstrapaziert werden. Tatsächlich weise die Kursentwicklung der vergangenen Monaten erhebliche Ähnlichkeiten zu den ersten acht Monaten 2004 auf, etwa im Hinblick auf das trendlose Hin und Her und die Zeitpunkte für obere und untere Wendepunkte: „So wurden in beiden Jahren jeweils im Januar und im April wichtige Hochpunkte erreicht und im Mai ein wichtiger Tiefpunkt“. Vor sechs Jahren sei dann das wichtigste Tief am 6. August für den S&P 500 und am 13. August für die europäischen Indizes erreicht worden. „Kommt es im August 2010 wieder zum wichtigsten Wendepunkt des Jahres, aber diesmal zu einem oberen Wendepunkt? Unseres Erachtens spricht aus technischer Sicht viel dafür“, resümiert Deppermann.

Klähn: Typische Abwärtsbewegung nach Abprall


Laut Andreas Klähn von der SEB bleibt es technisch betrachtet erst einmal bei der breiten Seitwärtsrange zwischen 5.750 und 6.300 Punkten. Zwar habe der DAX in der vergangenen Woche mit 6.387 Zählern ein neues Jahreshoch aufgestellt, mit einem Wochenschlusskurs unter 6.300 sei dem Index aber der signifikante Ausbruch über diesen Widerstand verwehrt worden. „Mit dem Abprall an 6.300 Punkten könnte sich nun die typische Abwärtsgegenbewegung anschließen, die der DAX seit April dieses Jahres immer wieder hinnehmen musste“, meint Klähn.

SEB-Kursziel für Jahresende weiter bei 7.040 Punkten

Auf Wochensicht ergibt sich dem Charttechniker zufolge ein Kursziel von rund 6.000 Punkten. Danach könne der DAX sogar noch einmal bis zur unteren Begrenzung der Seitwärts-Range fallen, also bis 5.750 Punkte. „Investoren sollten vor Neu- bzw. Zukäufen unbedingt den signifikanten Ausbruch über 6.300 Punkte abwarten, das heißt einen, besser zwei, Wochenschlusskurse oberhalb dieser Marke“, rät Klähn. An seinem technischen Kursziel zum Jahresende ändert sich übrigens nichts: Es bleibt bei 7.040 Punkten.

Anleger sehen wieder schwarz


Die Anlegerstimmung hat sich gegenüber der Vorwoche nochmals verschlechtert, wie die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren ergibt. Fast die Hälfte der DAX-Anleger, konkret 48 nach zuvor 39 Prozent, gibt sich mittlerweile pessimistisch. Bullish für Bluechips zeigten sich nur noch 33 Prozent der Befragten nach zuvor 40. Der Bull/Bear-Index sinkt nochmals, und zwar von 50,6 auf pessimistische 41,7 Prozent. Bei den Technologiewerten geht der Bull/Bear-Index ebenfalls deutlich zurück auf jetzt 43,6 nach zuvor 55 Prozent.

Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optmismus im Markt. Für den Index werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.


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