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Mo, 8. März 2021, 15:57 Uhr

Markttechnik: Risiken noch nicht vom Tisch


01.09.10 19:38
Redaktion boerse-frankfurt.de

Trotz aktuell fester Tendenz könnte der September nach Ansicht technischer Analysten seinem schlechten Ruf gerecht werden. Dass wichtige Marken auch weiterhin nicht nach unten durchbrochen werden, ist für sie noch nicht ausgemacht.

    * Salomon: Aufhellung erst oberhalb von 6.000 Punkten
    * Staud Research sieht DAX in kurzer Erholungsphase
    * Fast die Hälfte der Anleger bei DAX positiv

1. September 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Fundamental orientierte Analysten blicken derzeit wie gebannt über den Atlantik und erhoffen sich von den US-Konjunkturdaten Aufschluss über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Signale sind meist ernüchternd. „Zunehmend gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die Fed nicht in der Lage ist, die Konjunktur ausreichend zu unterstützen“, meint etwa die Commerzbank. Technische Analysten sind auch nicht optimistischer, im Gegenteil. Viele erwarten allenfalls eine kurzfristige Erholung. Am Nachmittag notiert der DAX bei 5.994 Punkten gut 1,4 Prozent im Plus.

Die Anleger sind unterdessen wieder viel optimistischer, wie die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren ausweist: Bei den DAX- und auch den Technologie-Werten liegt der Bull/Bear-Index jetzt wieder klar im bullishen Bereich.

Salomon: Aufhellung erst oberhalb von 6.000 Punkten

Laut Stefan Salomon, freier technischer Analyst (u.a. auf candlestick.de), sind die Abwärtsrisiken noch nicht vom Tisch. „Erst ein Tagesschlusskurs deutlich über der 6.000er Marke würde eine Aufhellung der Chart-Situation andeuten“, kommentiert er. Ihm zufolge sind die Marktteilnehmer weiterhin uneins: „Die Verunsicherung über die weitere Entwicklung zeigt sich in schnellen Richtungswechseln innerhalb der zurückliegenden Handelstage sowie in abwechselnd schwarz-weißen Tageskerzen.“

Ein Ausbruch nach unten aus der Handelsspanne zwischen etwa 5.837 und 5.975 Punkten würde deutliche Abgaben nach sich ziehen, da dann auch der seit August 2009 laufende Aufwärtstrend bei aktuell etwa 5.800 Punkten gebrochen werden könnte. „Nach oben dagegen behindert sowohl eine sogenannte Kurslücke zwischen 5.975 bis 5.995 Punkten als auch die gebrochene 200-Tagelinie die Bullen, die hier auf kräftigen Widerstand treffen“, führt er weiter aus.

Staud Research sieht DAX in kurzer Erholungsphase

Nach Einschätzung von Markus Metz von Staud Research hat sich der DAX in den vergangenen Tagen zwar angeschickt, „etwas in Richtung eines zumindest kurzfristigen Boden Gehendes zu basteln“. Auch die Mehrzahl der Tagesindikatoren hätten die neuen Tiefs nicht mehr nachvollzogen und stünden nun an der Schwelle zu Kaufsignalen. „Von einer grundlegenden Bereinigung der Lage beziehungsweise der Risiken zu sprechen wäre freilich überzogen“, urteilt Metz. Die vorläufigen Erwartungen beschränkten sich auf die Schließung des Gaps zwischen 5.975 und 5.995 Zählern.

Die Gefahr eines Einbruchs ist Metz zufolge noch nicht gebannt, er sieht weiterhin Konsolidierungspotenzial bis auf 5.795 Zähler. „Nach wie vor drohen diese – im Anschluss an ein etwaiges Erholungsintermezzo – von den Bären getestet zu werden“, befürchtet der Analyst und verweist auf den überlagernden Abwärtstrend.

Fast die Hälfte der Anleger bei DAX positiv

Die Anleger sind wieder deutlich optimistischer, das ergibt zumindest die aktuelle Sentimenterhebung der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren. Satte 12 Prozent der befragten Anleger haben ihre bislang bearishe oder neutrale Haltung zu DAX-Aktien aufgegeben und sind ins bullishe Lager gewechselt. Mit einem Anteil von 48 Prozent ist nunmehr fast die Hälfte der Investoren zuversichtlich, nur noch ein Drittel, nämlich 32 Prozent, pessimistisch. Der Bull/Bear-Index für die DAX-Werte klettert von 50,6 auf 58,9 Prozent, für die Technologiewerte sogar von 46,4 auf 63,6.

Dieser Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger.



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