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WisdomTree Gold

WKN: A0KRJZ / ISIN: DE000A0KRJZ9

Rohstoffe: Gold kehrt zurück


19.08.10 07:56
Redaktion boerse-frankfurt.de

Während die Sonne für Edelmetalle scheint, steht Kaffee möglicherweise vor einer Kurskorrektur. Bei Weizen sind die negativen Ernteerwartungen bereits eingepreist. Dennoch bleibt es spannend, denn die Qualität der diesjährigen Ernte steht auf dem Prüfstand.

    * Sonnenschein für Silber
    * Gold kommt zurück
    * Korrektur für Kaffee?
    * Die Luft ist raus

Gemischte Konjunkturdaten aus aller Welt sorgen für sinkendes Vertrauen beim Anleger in die schnelle Erholung der großen Volkswirtschaften. Auch deshalb befindet sich Gold wieder auf der Einkaufsliste der Anleger. Bei Weizen und Kaffee sind die Worst-Case-Szenarien bereits im Preis enthalten. Erste Investoren nehmen Gewinne mit.

Sonnenschein für Silber

Die industrielle Nachfrage nach Silber zeige erfreuliche Tendenzen. Neben dem höheren Silberverbrauch in der Elektronikindustrie ziehe auch die Autoproduktion wieder an. „Vor allem die deutschen Autobauer liefern dank steigender Exporte wieder mehr Fahrzeuge aus, in denen das Edelmetall vielfach verarbeitet wird“, meint Wolfgang Wrzesnisc-Roßbach von Heraeus.
Am meisten Grund zur Freude bereite den Silberproduzenten jedoch die zunehmende Gewinnung von Sonnenenergie. „Die Photovoltaikindustrie brummt und das sorgt für eine verstärkte Nachfrage nach industriellem Silber“, erklärt Wrzesnisc-Roßbach. „Allein in diesem Jahr werden weltweit weit über 1.000 Tonnen Silber auf den Dächern der Welt landen.“ Denn es seien die hauchdünnen Silberbeschichtungen auf den Solarzellen, die dafür sorgen, dass der entstehende Strom von den Zellen abgeleitet wird und am Ende im Stromnetz lande. Kann man deshalb auf steigende Silberkurse setzen? „Die Preisentwicklung von Silber hängt nicht nur von der industriellen Produktion ab sondern wird im Wesentlichen von den Anlegern bestimmt“, weiß der Edelmetallexperte von Heraeus. Und das Verhalten der Investoren sei nicht ganz so einfach vorauszusagen.

ETF Securities, der größte europäische Anbieter von Exchange Traded Funds (ETCs) meldet in dieser Woche überwiegend Verkäufe beim Silber-ETC ETFS Silver (WKN A0KRJ5). Edelmetalle sind dagegen gefragt. Anleger decken sich beispielsweise ein mit dem ETC S&P GSCI Precious Metals Total Return (WKN A0T7MW), der in einen Korb von Edelmetallen investiert.

Gold kommt zurück

Nach deutlichen Einbußen des Goldpreises gegen Ende Juli, hätten gemischte Konjunkturdaten aus aller Welt das Anlegerinteresse an Gold als sichere Anlage wieder entflammt und die Nachfrage spürbar belebt. Der Kurs des Edelmetalls erholte sich wieder und notiert aktuell über 1.200 US-Dollar. „Entgegen seiner Gewohnheit zeigt sich der Goldpreis überdurchschnittlich schwankungsanfällig“, beobachtet Wolfgang Wrzesnisc-Roßbach. „Traditionell kaufen Anleger das Edelmetall wenn der Preis die charttechnisch wichtige Marke von 1.200 US-Dollar durchbricht.“ „Rutscht der Preis unter diesen Wert, so verkaufen Anleger in der Regel in Erwartung weiter sinkender Kurse.“ Diesem Muster würden die Investoren zurzeit nicht entsprechen. Auch unter 1.200 US-Dollar legen sie sich das Edelmetall ins Depot. Aber auch die türkische und indische Schmuckindustrie hätte bei diesem Preis verstärkt zugegriffen. Vor allem indische Goldkäufer bereiten sich mit ihren Käufen auf die winterliche indische Hochzeitssaison vor.

Auch ETF Securities berichtet von den größten Zuflüssen bei Exchange Traded Commodities mit physisch hinterlegtem Gold seit 13 Wochen. Anleger kaufen ETFS Physical Gold (WKN A0N62G), ETFS Gold (WKN A0KRJZ) und Gold Bullion Securities (WKN A0LP78). Xetra-Gold (WKN A0S9GB) vermutet Gewinnmitnahmen der Anleger und meldet überwiegend Verkäufe.

Korrektur für Kaffee?

Um knapp 40 Prozent hat der Kaffeepreis seit Ende Mai zugelegt. Arabica erreichte im August einen Zwölf-Jahres Rekord während Robusta-Erzeuger sich über den höchsten Preis seit knapp zwei Jahren freuen können. Das fundamentale Umfeld sei aber nur bedingt dafür verantwortlich. „Die Knappheit an hochwertigen Bohnen und fallende Lagerbestände bei beiden Kaffeesorten haben zwar die Aufwärtsbewegung ausgelöst“, berichtet Weinberg. „Anleger haben bereits die erwartete schlechtere Kaffeeernte für das nächste Jahr in Brasilien, dem bei weitem größten Kaffeeproduzenten der Welt, vorweggenommen“, urteilt Eugen Weinberg von der Commerzbank. „Brasilien wird im kommenden Jahr durch das Off-Jahr zwar geringere Erträge haben, dennoch haben Anleger aus unserer Sicht zu früh reagiert.“ Andere südamerikanische Länder würden bessere Ernten in Aussicht stellen, weshalb die Commerzbank Korrekturbedarf für den Kaffeepreis sieht.

ETF Securities sieht dennoch mehr Käufe als Verkäufe für ETFS Coffee (WKN A0KRJT), einem ETC, derin Kaffee investiert.

Die Luft ist raus

Hitzewellen und Überschwemmungen beeinträchtigen die Weizenernte in diesem Jahr in einigen Ländern und heben den Weizenpreis zwischenzeitlich auf über 8 US-Dollar pro Scheffel, doppelt so hoch wie noch Ende Juni 2010. „Im Weizenmarkt tobt der Bär“, resümiert Weinberg. „Dennoch ist die Sorge um die Getreideausbeute nicht mehr ganz so hoch.“ Alle negativen Nachrichten rund um die Weizenproduktion seien bereits im Kurs mit eingerechnet. Kurzfristig sei deshalb die Luft aus Weizen erst einmal raus.

Dennoch bleibe es auch mittelfristig spannend. Denn nicht nur die Ernteerträge würden geringer ausfallen, sondern auch bei der Qualität müssten die Bauern mit Einbußen rechnen. „Die Güte des Weizen wird gelitten haben, weshalb geringere Mengen als Mahlweizen verwendet werden kann“, erklärt Weinberg. „Die Erzeuger werden mehr von der Ernte zu Futterweizen verarbeiten müssen.“ Dadurch gebe es vermutlich wieder Potenzial nach oben. Kurzfristig sei jedoch nicht auszuschließen, dass die Preise erst einmal nachgeben.

Anleger sind ebenfalls unentschieden. Bei Werten auf einen Getreidekorb wie S&P GSCI Grains Total Return (WKN A0T7MN), S&P GSCI Agriculture Total Return (WKN A0T7M3) und ETFS Agriculture (WKN A0KRKB) halten sich Käufe und Verkäufe derzeit in etwa die Waage.


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