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Sa, 6. März 2021, 5:14 Uhr

Wochenausblick: Gegenwind für die Bullen


08.06.20 10:34
Redaktion boerse-frankfurt.de

Bulle auf einem Monitor


Nach der rasanten Rallye an den Aktienmärkten rechnen viele Analysten mit einer Pause. Mögliche Korrekturen würden voraussichtlich durch Neupositionierungen aufgefangen.



8. Juni 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Viele reiben sich angesichts der rasanten Erholung von Aktien rund um den Globus vermutlich die Augen und fragen sich, ob die Pandemie damit bereits als überstanden gilt. Die Charts wichtiger Aktienindizes entwickeln ein V-Format, das sich viele auch für die gebeutelte Wirtschaft erhoffen. „Der von uns erwartete kräftige Anstieg der Notierungen wurde quasi im Zeitraffer vollzogen“, beschreibt Markus Reinwand von der Helaba.


Allein vergangene Woche legte der deutsche Aktienindex rund 10 Prozent auf 12.847 Punkte zu und machte damit seit dem Tief am 18. März 4.406 Punkte gut. Der S&P 500 erholte sich von 2.237 auf 3.193 Punkte, der japanische Nikkei 225 steht mit 23.178 Punkten rund 40 Prozent im Plus. In die neue Woche startet der DAX mit 12.722 Punkten und damit schwächer.


Anhaltend bullish…


Angesichts rekordhoher Rettungspakete und immer neuer geldpolitischer Unterstützung blicken Aktionäre durch die Rezession hindurch, wie Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank feststellt. „Diese Entwicklung dürfte andauern, solange die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität aufrechterhalten wird.“ Investoren säßen nach wie vor auf hohen Bargeldbeständen und würden etwaige Rücksetzer am Aktienmarkt mangels Anlagealternativen rasch zum Wiedereinstieg nutzen.


 


….wenn nichts dazwischenkommt


Vielen geht die Erholung auch zu schnell. „Zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen sind insofern einzukalkulieren und auch gesund“, meint Robert Halver. Die Gefahr massiver und nachhaltiger Kursrückgänge stuft der Baader Bank-Analyst aber als begrenzt ein. Am US-Aktienmarkt bewegten sich Optimisten und Pessimisten gegenwärtig in neutralem Terrain.


Dennoch bezahlten die Börsen eine positive Zukunft. „Jede Rücknahme von Lockerungen wird die Aktienmärkte enttäuschen.“ Auch dürfe der US-chinesische oder der transatlantische Handelskonflikt den wirtschaftlichen Auftrieb nicht gefährden.


Robert Havler


US-Aktien teuer


Mit den ersten Lichtblicken konjunktureller Frühindikatoren schwächte sich Reinwand zufolge der weltweite negative Revisionstrend bei den Gewinnerwartungen der Unternehmen. Zwar überwiege immer noch die Anzahl reduzierter Schätzungen. Bei den wichtigsten Indizes gebe es aber Anzeichen einer Bodenbildung.


Nach der rasanten Erholung an den Aktienmärkten hält Reinwand zumindest US-Titel mittlerweile für teuer. Deutsche Standardwerte hätten durch den jüngsten Anstieg den fairen Bereich nach oben verlassen. Um dies zu rechtfertigen, müssten die Unternehmensgewinne in den kommenden Jahren deutlich stärker steigen als dies ohnehin schon erwartet werde. „Hier baut sich unseres Erachtens Entäuschungspotenzial auf.“


Pause mit einkalkulieren


Aus technischer Perspektive ist der DAX nach Meinung von Christoph Geyer in den Bereich der alten Unterstützung gelaufen. Diese Zone zwischen 13.000 und 13.500 Punkten werde nun zum Widerstand. Ein Anstieg darüber wird dem DAX nach Auffassung des Commerzbank-Charttechnikers im ersten Anlauf sehr schwer fallen. 


Im DAX-Langfristchart habe der MACD-Indikator gerade ein Kaufsignal generiert. Somit hält Geyer die alten Höchststände für wieder erreichbar. Allerdings sei der Anstieg in den letzten Wochen so steil geworden, dass diese Dynamik nicht mehr lange durchhaltbar sein werde. „Eine Korrekturbewegung sollte bevorstehen.“


https://cms.boerse-frankfurt.de/fileadmin/Bilder/Interviewpartner/Geyer-Christoph/geyer_120x125.jpg


Geyer


Federal Reserve im Fokus


Nach dem überraschend positiven Bericht zum US-Arbeitsmarkt am Freitag richten Anleger ihren Blick Richtung Offenmarktausschuss der Federal Reserve, der am Dienstag und Mittwoch tagen wird. Mit der Ausweitung der Bilanzsumme um 70 Prozent auf 7,15 Billionen US-Dollar in den vergangenen drei Monaten agierten die US-Währungshüter laut Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank so aggressiv wie keine andere Notenbank. Dem gegenüber gebe sich die Europäische Zentralbank mit einem Bilanzanstieg von 19 Prozent geradezu vorsichtig. de la Rubia geht davon aus, dass die Notenbank ihren eingeschlagenen Kurs zunächst fortsetzen wird, unter anderem um die Renditen für US-Staatsanleihen niedrig zu halten und die Kapitalmärkte nicht zu belasten.


von: Iris Merker
8. Juni 2020, © Deutsche Börse AG


 



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