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Do, 21. Januar 2021, 22:15 Uhr

Wochenausblick: Richtung unentschieden


26.10.20 13:01
Redaktion boerse-frankfurt.de

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n steigenden Infektionszahlen, anstehenden Brexit-Entscheidungen und der US-Wahl sehen Analysten Potenzial für Kursschwankungen. Technisch steht die Richtungsentscheidung beim DAX noch aus.



26. Oktober 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Corona-Welle, eine auch hierzulande an Fahrt aufnehmende Berichtssaison und eine Europäische Zentralbank, die sich womöglich für weitere Lockerungen in Stellung bringt, gehören zu den Themen, mit denen sich Börsianer gegenwärtig auseinandersetzen. Zählt man noch den Brexit-Poker hinzu, spricht nach Ansicht von Marktbeobachtern Einiges für eine Fortsetzung des Schaukelkurses am deutschen Aktienmarkt.


Vergangene Woche verlor der DAX rund 2,3 Prozent und ging mit 12.645 Punkten aus dem Handel. Nach schwachen Vorgaben aus Asien eröffnete der deutsche Aktienindex am Morgen mit 12.303 Punkten nochmals schwächer.


DAX-Richtung ungewiss


Noch reagieren die Marktteilnehmer Christoph Geyer zufolge erstaunlich gelassen auf die drohende Gefahr eines zweiten Lockdowns, und die US-Wahlen scheinen an den Märkten nur am Rande stattzufinden. Diesen Eindruck gewinnt der Commerzbank-Charttechniker bei Betrachtung der intakten DAX-Seitwärtsrange und der unverändert geringen Volatilität beim Dow Jones. Die DAX-Umsätze signalisierten eine Zurückhaltung. „Offenbar warten die Börsianer auf Fakten.“


Nach Auffassung der Helaba steht beim DAX aus technischer Perspektive eine Richtungsentscheidung zwar noch aus. Insgesamt überwögen jedoch die negativen Aspekte. Die weitere Corona-Entwicklung, die Berichtssaison, der Brexit und nicht zuletzt eine Entscheidung bei den US-Wahlen hätten das Potenzial, größere Ausschläge in die eine oder andere Richtungen auszulösen.


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Geyer


Schnelltests für etwas mehr Normalität


Zu den größten Belastungsfaktoren an den Finanzmärkten gehört derzeit die rasante Ausbreitung von Covid-19 samt neuerlicher Lockdowns. Der Einsatz von Antigen-Schnelltests könnte nach Ansicht Cyrus de la Rubias von der Hamburg Commercial Bank einen Beitrag dazu leisten, dass die Gesellschaft mit großer Akzeptanz über einen längeren Zeitraum mit dem Virus leben kann. Die Schnelltests seien günstig und mit einer Sensitivität von bis zu 97,6 Prozent zuverlässig.


So könne man etwa der Isolierung von älteren Menschen in Altenheimen einen Riegel vorschieben und auch Familienfeste, kleinere Konzerte, Kunstausstellungen, Theaterbesuche und Sportereignisse wieder zulassen. Die Luftfahrt setze jedenfalls große Hoffnungen auf die Schnelltests. Noch verlange das Bundesgesundheitsministerium, die Tests durch medizinisches Personal vornehmen zu lassen. De La Rubia hält es aber für zielführend, künftig nichtmedizinisches Personal mit der Durchführung zu betrauen.


Angst ist schlechter Ratgeber


Robert Halver von der Baader Bank nimmt Politiker in die Pflicht, nicht nur Angst zu schüren, sondern den Bürgern auch Mut zu machen. Bei aller gebotenen Vorsicht dürften wir nicht zur „Toilet paper economy“ verkommen, in der man sich aus Angst nur noch aus dem Haus traut, um Güter des täglichen Bedarfs zu kaufen. Anschaffungsneigung, Konjunkturerwartungen und Konsumklimaindex trübten sich laut GfK nach zwischenzeitlicher Erholung von den Tiefständen tatsächlich wieder ein.


Robert Havler


Halver


Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten


Donnerstag, 29. Oktober


9 Uhr. Frankfurt: Börsengang fashionette AG.


13.45 Uhr. Euroraum: EZB-Zinsentscheid. Wichtigstes Thema dürfte Analysten zufolge die Frage sein, ob und wann das PEPP-Anleiheankaufprogramm ausgeweitet wird. Die meisten Investoren gehen von einer weiteren Lockerung der Geldpolitik bis zum Jahresende aus.


Darüber hinaus wird es laut Helaba um die künftige Einbeziehung klimapolitscher Überlegungen gehen. Die Umweltorganisation Greenpeace habe massive Kritik an der bisherigen Anleihe-Ankaufpolitik geübt. Laut einer Analyse von Greenpeace, der New Economics Foundation und drei britischer Universitäten kauft die EZB mit 63 Prozent überproportional viele Anleihen von Unternehmen aus kohlenstoffintensiven Sektoren. Diese machten aber nur 29 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung aus.


13.30 Uhr. USA: Bruttoinlandsprodukt drittes Quartal. In den vergangenen Monaten lieferten die US-Konjunkturindikatoren positive Impulse und ein hohes Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr erwartet die DekaBank einen BIP-Anstieg um 34,6 Prozent, der Konsens liegt bei 32 Prozent. Trotz dieses historisch hohen Wertes reiche der Anstieg bei Weitem nicht aus, um die Definition einer V-Erholung zu erfüllen. Hierfür wären 63 Prozent nötig.


Freitag, 30. Oktober


8 Uhr. Frankfurt: Tag der Aktie. 


von: Iris Merker


26. Oktober 2020, © Deutsche Börse AG


 



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