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Mo, 8. März 2021, 17:11 Uhr

Zertifikate: Gewinnmitnahmen prägen die Woche


29.07.10 07:29
Redaktion boerse-frankfurt.de

Trends im Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen

Spekulative Investoren verkaufen bullishe Papiere auf den DAX und nehmen ihre Gewinne mit. Das Put/Call-Verhältnis neigt sich leicht zur negativen Seite. Mittelfristig orientierte Anleger bleiben investiert.

    * Kurzfristig auf DAX gesetzt
    * Gewinnmitnahmen beim Euro-US-Dollar Kursverhältnis
    * Gold verliert
    * Bankenstresstest ohne Stress
    * Gute Ergebnisse in der Automobilbranche
    * Wenig zu holen bei Amazon

In den vergangenen zehn Handelstagen konnte der DAX® um rund 200 Punkte zulegen. Die Volatilität im Index ist verglichen mit den Vormonaten gering. „Die Umsätze bewegen sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, bei der geringen Volatilität ist das nicht verwunderlich“, beschreibt Atakan Sahin von der Baader Bank den Handel mit Anlage- und Hebelprodukten. Die Woche sei dementsprechend von einzelnen Nachrichten geprägt gewesen.

Kurzfristig auf DAX gesetzt

Spekulativ ausgerichtete Investoren setzen wie meist vorwiegend auf DAX-Produkte (WKNs DB4PR4 oder AA2AH3). „Investoren schließen Long-Positionen und nehmen ihre Gewinne mit“, beschreibt Sven Titze von ICF Kursmakler den Markt. Allerdings seien einige Akteure durchaus positiv gegenüber dem DAX gestimmt. Sie bereiteten sich auf eventuelle weitere Kursanstiege vor, kontert Sahin. „Der Widerstand nach oben steht bei ungefähr 6.200 Punkten. Kann der Index sich halten oder gar darüber schließen, rechnen einige Investoren mit einem weiter steigenden DAX.“ Das Put/Call-Verhältnis jedoch neigte sich Anfang der Woche leicht zur negativen Seite, das heißt, eine dünne Mehrheit von 54 Prozent der kurzfristig orientierten Anleger setzt auf einen fallenden Bluechip-Index.

Gewinnmitnahmen beim Euro-US-Dollar Kursverhältnis


Der Euro notiert gegenüber dem US-Dollar wieder stärker. Seit Anfang Juli konnte die europäische Gemeinschaftswährung rund 5 Prozent zu gewinnen. Anleger, die auf einen Anstieg des Euro gesetzt hatten, nehmen nun ihre Gewinne mit. Aber sie erwarten jetzt nicht, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder fällt. „Investoren verkaufen ihre Scheine und steigen dann gleich wieder in andere Produkte auf das Währungspaar ein mit einer höheren Knock-out-Schwelle. So ein Anlegerverhalten sieht man selten“, kann Sahin beobachten. Gekauft wird beispielsweise ein bullisher Knock-out-Schein mit einer Knock-out-Schwelle bei 1,26 US-Dollar je Euro.

Gold verliert

Gold dagegen hat seit Ende Juni rund 6 Prozent verloren. Das sei für spekulative Anleger Grund genug, sich von ihren Scheinen auf das Edelmetall (WKN AA2DRE) zu verabschieden, erzählt Sahin. Mittelfristig orientierte Anleger jedoch würden an ihren Investmententscheidungen festhalten – trotz des Kursrückgangs.

Bankenstresstest ohne Stress

Das Ergebnis des europäischen Bankenstressts wirkt sich wenig auf die Anlageentscheidungen der Investoren aus. Das zumindest beobachtet Anouch Wilhelms von der Commerzbank. „Der Einfluss auf die Märkte war wenig zu spüren“, meint auch Sahin. „Die Marktteilnehmer waren sich sicher, dass nichts Unerwartetes zum Vorschein kommt.“ Doch habe der Test das in ihn gesetzte Ziel erreicht und die Marktteilnehmer beruhigt. Und mit dem guten Quartalsergebnis, das die Deutsche Bank gestern präsentiert hätte, sei nun das Vertrauen in die Banken zurückgekehrt. Investoren kaufen Produkte nicht nur auf die Aktie der Deutschen Bank (WKN CG4EYA, CG7ZAC), sondern auf Bankentitel quer durch Europa. Eine Beobachtung, die auch Titze machen kann: „Deutsche Bank oder auch die UBS waren als Underlying gestern sehr gefragt.“

Gute Ergebnisse in der Automobilbranche

Daimler und VW erfreuten ebenfalls mit guten Zahlen. Wilhelms kann in der Folge eine erhöhte Nachfrage nach Produkten auf die Aktien deutscher Autobauer beobachten. Unter anderem kaufen mittelfristig ausgerichtete Investoren auf ein Bonus-Zertifikat auf VW (WKN CM238E).

Wenig zu holen bei Amazon

Auffallend war in den vergangenen Tagen, dass viele Investoren auf den Online-Händler Amazon setzten. Sahin kann nicht ausmachen, ob die starke Nachfrage nach dem Schein (WKN CM31SK) auf einer Empfehlung basierte. „Die Anleger haben auf fallende Kurse gesetzt. Aber diese Spekulation ging nicht so richtig auf. Der Schein wurde mittlerweile wieder verkauft.“ Amazon legte gestern gute Zahlen fürs zweite Quartal vor.


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