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DWS Concept Platow LC

WKN: DWSK62 / ISIN: LU1865032954

pfp Advisory: "Das zweite Halbjahr kann nur ruhiger werden … oder?"


14.07.20 08:40
Redaktion boerse-frankfurt.de

Fondsmanager Peeters wagt einen Ausblick auf das Börsenhalbjahr und findet ebenso triftige Argumente, dass die Börsen dem Herrchen Konjunktur vorweg laufen (um dann wieder eingeholt zu werden) wie, dass die Hausse Bestand haben könnte. 


 


13. Juli 2020. FRANKFURT (pfp Advisory). Es ist keine zehn Handelstage her, als das erste Halbjahr 2020 vorbei war. Nicht zu spät, um ein Fazit für den Kapitalmarkt zu ziehen, zumal es sicher kein Semester wie jedes andere war. Was sich binnen weniger Monaten an Aufregern ereignet hat, reicht normalerweise für mehrere Jahre. Da gemäß einer Redensart in jeder Erfahrung ein Schatz begraben liegt, haben wir alle zumindest in dieser Hinsicht Reichtümer angehäuft. Nun kann es gerne etwas ruhiger zugehen in der zweiten Hälfte des Jahres, hört man oft. Doch ist das realistisch? Gibt es auch von der Volatilität und Aufregung her einen „Mean Reversion“-Effekt oder wäre es zwangsläufig, dass das Pendel nun ähnlich stark zurückschlägt?


Nun, bezogen auf die reine Entwicklung der Kapitalmärkte ist eine ebenso schwunghafte Gegenbewegung bereits eingetreten und eben weil alles in solch einer rasanten Abfolge und hohen Intensität verlief, war das Halbjahr so besonders. Die Kurse stürzten global in einem ausgesprochen rasanten Tempo ab, was mit dem einher gehenden zeitlich leicht verzögerten aber nicht weniger dramatischen Einbruch der Realwirtschaft zu Gegenmaßnahmen der Staaten und Notenbanken geführt hatte. Auch diese hatten ein nie gesehenes Ausmaß.


Lücke zwischen Börse und Realwirtschaft


Diese rasante Abfolge führt dazu, dass viele Betroffene bei dem Geschehen nicht mehr ganz mitkommen in mentaler Hinsicht. So wollten oder konnten viele Anleger erst nicht wahrhaben, dass der neuartige Corona-Virus wirklich zu dermaßen gravierenden politisch angeordneten Einschnitten in die wirtschaftlichen „Muskelstränge“ rund um den Globus und somit zu einer Jahrhundert-Rezession führen wird. Bis in den März war Corona für viele eine Grippe mit zu viel Aufregung darüber. Doch auch die Gegenreaktion vermochte man schnell zu unterschätzen. Zinssenkungen und „Deficit Spending“ der intensivsten Art ließen die Hoffnung auf eine „V-Erholung“ der Wirtschaft hochkochen und die Börsen in dieser Hinsicht weit voraus eilen und eben dieses V vollenden, dass jetzt gemessen an einer Vielzahl von konventionellen Bewertungsmaßstäben eine ordentliche Lücke klafft zwischen den haussierenden Börsen und der angeschlagenen Realwirtschaft als dem sprichwörtlichen „Spaziergänger“, dem der „umherlaufende Hund“ Börse sich immer wieder nähert laut Kostolany.


Was folgt nun? Werden die Börsen von einer anhaltend schwachen Wirtschaft nach unten gezogen und in den kommenden Monaten wieder ähnlich intensiv abdriften, wie sie seit Mitte März in die Höhe geschnellt sind? Oder verhält es sich doch ganz anders und sind die Börsen angesichts des durch den Lockdown nochmal beschleunigten technologischen Wandels (Digitalisierung zahlreicher Prozesse) und einer noch mal intensiver ausgeprägten Niedrigzinspolitik erst am Beginn eines neuen Zeitalters mit einer dauerhaft höheren Aktienbewertung? Natürlich haben beide Betrachtungen ihre Berechtigung, im Sinne davon, dass sie konsistent sind. Recht haben wird am Ende indes wie stets der Markt und niemand sollte sich gegen ihn stellen, egal wohin er sich bewegt. Dies sollten Anleger nach dem Markt-Ab-und-Auf nicht nur für die zweite Jahreshälfte verinnerlichen.


Verschärfte Gesetze nach Wirecard


Eine Vielzahl von Lehren können Anleger aus dem spektakulären Fall Wirecard mitnehmen, acht wichtige Punkte hat mein Geschäftspartner Christoph vor zwei Wochen an dieser Stelle zusammengetragen. Nun ist Wirecard, die deutsche Einzelwertstory des ersten Halbjahres schlechthin, sicherlich weitgehend Geschichte. Aber auch diese Sache wird nachwirken, wohl über die kommenden Monate hinaus. Zwar glaube ich nicht, dass es auf dem deutschen Kurszettel noch eine zweite Firma dieser Größenordnung gibt, bei der sich ein vergleichbarer Abgrund auftun kann, aber es wird möglicherweise Gegenreaktionen der Behörden im Sinne von verschärften Gesetzen und Regulatorien geben, die auch vollkommen unschuldigen und ehrbaren Firmen durchaus zur Last werden können. Auch deshalb sollten wir den (Kriminal-)Fall Wirecard nicht gänzlich abhaken.


Kolumne: "Der Wirecard-Skandal – acht Lehren für Anleger"


Abhaken sollte auch niemand Covid-19, was sich global in einer noch nicht gesehenen Intensität ausbreitet. Auf dem Börsenparkett indes scheint die Pandemie tatsächlich ein Stück weit ihren Schrecken verloren zu haben. Nahezu überall sind die Indizes weit von den Tiefs im März entfernt und ausgerechnet in den USA, dem Land mit den meisten Opfern der Krankheit, sind mit Blick auf viele Tech-Firmen wie den so genannten „FANG-Aktien“ oder auch Tesla die Hausse-Exzesse am krassesten, umgangssprachlich ausgedrückt. Ende auch hier: offen. Man sollte mit Blick auf den sehr  zentrierten Run auf die Apples und Microsofts dieser Welt auch nicht vergessen, dass wir mit dem ETF-Boom einen weiteren Katalysator im Markt haben, der bestehende Trends forciert. Auch die sich seit Jahren weitende Schere zwischen „Growth“ und „Value“ deutet bei aller berechtigten Grundlage im Strukturwandel (Stichwort noch mal Digitalisierung) durchaus auf Trendverstärker hin.


Was ich mit dieser sicher nicht vollständigen Abhandlung des ersten Halbjahres sagen will: Es war intensiv, was nicht zwingend heißt, dass es jetzt ruhiger werden muss. Viele Intensivbewegungen könnten vielmehr der Humusboden für weitere deutliche Veränderungen in den kommenden Monaten sein. Eine abermals turbulente zweite Halbzeit scheint durchaus möglich.


von Roger Peeters, 13. Juli 2020, © pfp Advisory


Roger Peeters ist geschäftsführender Gesellschafter der pfp Advisory GmbH. Gemeinsam mit seinem Partner Christoph Frank steuert der seit über 20 Jahren am deutschen Aktienmarkt aktive Experte den DWS Concept Platow Fonds (WKN DWSK62), einen 2006 aufgelegten und mehrfach ausgezeichneten Stock-Picking-Fonds. Weitere Infos unter www.pfp-advisory.de. Peeters ist weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) e.V.. Roger Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt




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