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Mi, 15. Juli 2020, 20:57 Uhr

Börse Frankfurt-News: "Viele Long-Positionen" (Zertifikate-Trends)


28.05.20 17:01
dpa-AFX

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 28. Mai 2020. Frankfurt (Börse Frankfurt). Anleger erwarten eine Fortsetzung


der DAX-, Öl- und Gold-Rallyes.

Bei den Einzelaktien stehen Wirecard und VW


im Fokus.



Während Corona und die potenziellen konjunkturellen Folgen weiterhin die


Schlagzeilen in den Medien füllen, sorgen die Lockerungen vielerorts für


bessere Laune an den Finanzmärkten. Seit Mitte des Monats gewann der DAX von


10.337 auf über 11.700 Punkte an Wert.



"Die Spannungen zwischen den USA und China konnten die Anleger bisher kaum


aus der Ruhe bringen" beschreibt Kemal Bagci von der BNP Paribas.


Entsprechend positionierten sich Derivate-Investoren im DAX zumeist Long.


Bagci nennt beispielhaft einen gefragten Call auf den deutschen Bluechip-


Index (WKN PN0CF7) mit einer Knockout-Schwelle von 10.849 Punkten.



Investoren handeln besonnen



Investoren scheinen sich leichte Hoffnung auf eine Erholung zu machen, wie


Simon Görich von der Baader Bank feststellt. Es gebe allerdings auch Stimmen,


die in den derzeitigen Entwicklungen lediglich Zwischenhochs vermuten und mit


weiteren deutlichen Rücksetzern rechneten. "Daher sind am Zertifikate-Markt


eher trendfolgende und vorsichtige Investoren unterwegs." Meist gehandelt


worden seien die Basiswerte DAX, Öl und Gold. Bei den Einzelaktien


dominierten Tesla und Wirecard das Geschehen.



Setzen auf konjunkturelle Besserung



"Öl ist bei unseren Kunden ein Riesenthema", meldet Anouch Wilhelms. Nach dem


starken Preisverfall im April hätten sich Anleger in den vergangenen Wochen


zumeist Bullish positioniert. Zu den beliebtesten Werten zählt der Händler


der Société Générale ein 2x Long Zertifikat auf Brent (WKN CJ8EW7) und ein 1x


Long Zertifikat auf WTI (WKN CJ8EWX). "Short-Produkte wurden kaum gespielt."



Auch bei der BNP Paribas kommen Long-Derivate auf WTI (WKN PS7WT1) und Brent


(WKN PS701L) besonders häufig zum Zug. Der Preis für das amerikanische WTI


legte auf Monatssicht von 11 auf 31,72 US-Dollar pro Barrel zu. Gleichzeitig


verteuerte sich die Nordseesorte Brent von 22 auf 35 US-Dollar pro Fass. Die


allgemein gute Stimmung an den Finanzmärkten trägt nach Ansicht Bagcis zu den


höheren Kursen bei.



Stark rückläufige Investitionen



Der Öl-Preisverfall wird nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur


(IEA) vermutlich zu einem beispiellosen Rückgang der weltweiten


Energieinvestitionen um 20 Prozent führen. Damit würden Unternehmen in 2020


voraussichtlich fast 400 Milliarden US-Dollar weniger als im Vorjahr in den


Bereich investieren.



Bullish für Gold



Gold-Zertifikate sind Wilhelms zufolge gesucht. Anleger deckten sich unter


anderem mit einem Partizipations-Zertifikat (WKN CU0QXV) ein. Die Entwicklung


des Papiers orientiert sich im Verhältnis zehn zu eins am Goldkurs. Ebenfalls


Preissteigerungen erwarteten Käufer eines Calls auf Gold (WKN CL7HQG) mit


einer Knock-Out-Schwelle von 1.637 US-Dollar pro Feinunze. Auf fallende Kurse


setzten hingegen Anleger eines gefragten Gold-Derivats (WKN CJ1JEQ), das bei


Berührung oder Überschreitung der Schwelle von 1.781 US-Dollar pro Feinunze


Gold verfällt. "Long-Positionen überwiegen aber deutlich", präzisiert


Wilhelms.



Markus Königer von der ICF Bank verbucht Interesse an Long Gold-Derivaten mit


Knock-Out-Schwellen von 1.656 US-Dollar (WKN VP2J5Q) und 1.690 US-Dollar (WKN


VP3N07).



Langfristiges Aufwärtspotenzial



Die derzeitige leichte Goldschwäche führt Eugen Weinberg von der Commerzbank


auch auf die gute Laune an den Aktienmärkten sowie den starken asiatischen


Nachfrageeinbruch zurück. Nach Ansicht Weinbergs spricht der angestrebte EU-


Wiederaufbaufonds im Volumen von 750 Milliarden Euro künftig für Gold in


seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage. Die Abtragung dieser massiv


erhöhten Schuldenlast werde Jahrzehnte dauern.



Wirecard im Fokus



Die Nachrichten rund um die möglichen Wirecard-Unregelmäßigkeiten ebben kaum


ab. Die Aktie des Bezahldienstleisters verlor auf Monatssicht von 101 auf 90


Euro. Generell gehören Wirecard-Zertifikate laut Händler einmal mehr zu den


meist gehandelten Produkten. Königer spricht von Nachfrage nach Long


Derivaten auf Wirecard mit Knock-Out-Schwellen von 67,18 Euro (WKN VF2R84)


und 46,73 Euro (WKN TD8JM8).



Wilhelms nennt ein rege gehandeltes Capped Bonus-Zertifikat auf Wirecard (WKN


SR85SA). Dieses bietet zusätzliche Absicherung, wenn die Wirecard-Aktie die


Barriere von 66,00 Euro bis zum Ende der Laufzeit nicht berührt oder


unterschreitet. Weit oben in der Umsatzstatistik stehe zudem ein Faktor 4


Long Zertifikat auf Wirecard (WKN CU0CYQ).



VW bewegt die Gemüter



Volkswagen scheint sich auf einer Einkaufstour in China zu befinden, wie


Medien berichten. Demnach haben es die Wolfsburger auf eine 50-prozentige


Beteiligung an der Muttergesellschaft seines chinesischen Elektrofahrzeug-


Partners JAC Motors abgesehen. Darüber hinaus ziele VW darauf, größter


Anteilseigner des Batterieherstellers Guoxuan High-Tech zu werden. Anleger


reagieren laut Bagci mit Positionierungen in einem Mini Long auf VW (WKN


PF2NXD), das bei Berühren oder Unterschreiten des VW Aktienkurses von 107,31


verfällt. Aktuell notiert die Aktie um 134 Euro.



Auf einem ungewöhnlichen vorderen Rang in der Umsatzstatistik führt Wilhelms


ein VW-Zertifikat (WKN CU01SP) mit einer Knock-Out-Schwelle von 75,95 Euro.



Von: Iris Merker



28. Mai 2020, © Deutsche Börse AG



(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)