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Mi, 21. August 2019, 13:51 Uhr

OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Bedingt traumhaft, Kommentar zum ...


15.05.19 20:30
dpa-AFX

Börsen-Zeitung: Bedingt traumhaft, Kommentar zum deutschen


Wirtschaftswachstum von Alexandra Baude


Frankfurt (ots) - Traumhaft - derart könnte man momentan vieles


bezeichnen: Die Frühlingsblumen blühen, die Tage werden länger, die


deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat die ersten drei WM-Spiele


gewonnen, und die hiesige Wirtschaft hat im ersten Quartal mit 0,4


Prozent kräftiger zugelegt, als noch vor einigen Wochen möglich


schien.

Zu sehr ins Träumen geraten sollte man aber dennoch nicht.


Auch wenn die Grundlagen des Wachstums - robuster Arbeitsmarkt,


Lohnzuwächse und niedrige Zinsen - anhaltend verheißungsvoll sind,


gilt zu beachten, dass sich bei den Risikofaktoren ebenfalls nichts


Großes getan hat.



Der Brexit? Dem Gruselfaktor entsprechend bis maximal Halloween


verschoben. Anfang Juni will Premierministerin Theresa May abermals -


zum vierten Mal bereits - über ihren Brexit-Deal abstimmen lassen,


eine Mehrheit ist aber weiter nicht in Sicht. Der sino-amerikanische


Handelsstreit? Droht erneut zu eskalieren angesichts der jüngst in


Kraft gesetzten bzw. angedrohten neuen Zölle.



Überhaupt ist US-Präsident Donald Trump derzeit der konjunkturelle


Risikofaktor Nummer 1. Bis Sonnabend dieser Woche muss er eine


Entscheidung bezüglich der im Raum stehenden US-Zölle auf Autoimporte


aus der EU treffen - und sei es, dass er nur eine neue Frist setzt.


Die wichtige deutsche Automobilbranche ist Hauptbetroffener dieses


Machtgehabes. Auch das einseitig von den USA aufgekündigte


Iran-Abkommen und die neu verhängten Sanktionen haben Auswirkungen


auf unsere Wirtschaft, nicht zuletzt über die Ölpreise. Solche


Unsicherheitsfaktoren sind Gift für die dringend nötigen


Investitionen seitens Unternehmen und privater Haushalte.



Aber auch die Uneinigkeit der Groko ist als Risikofaktor zu


benennen. Dass die nicht mehr ganz so dynamische Wirtschaft die


Steuereinnahmen weniger stark sprudeln lässt als in den vergangenen


Jahren, darf kein Argument sein, nun bei den Investitionen auf die


Bremse zu treten. Bildung, Forschung und die Digitalisierung gilt es


zu unterstützen, um die Konjunktur am Laufen zu halten. Auch in


Sachen Steuerrecht und Energiepolitik wäre Stillstand ein Alptraum


für die Wirtschaft.



Sehr viel hängt nun davon ab, wie sich das außenwirtschaftliche


Umfeld entwickelt. Insbesondere die stark exportabhängige Industrie


ist derzeit das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft und hofft auf ein


Wiederanlaufen der chinesischen Konjunktur. Noch können


Dienstleister, Bau und privater Konsum die Schwäche der Industrie


ausgleichen - verlassen darf man sich darauf aber nicht.



OTS: Börsen-Zeitung


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