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Fr, 17. April 2026, 19:35 Uhr

AGIV Underperformer


23.07.02 16:54
Stadtsparkasse Köln

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von AGIV Real Estate (WKN 502820) als Underperformer ein.

Die Hauptversammlung von AGIV habe der Verschmelzung mit dem Großaktionär HBAG Real Estate AG zugestimmt. Demnach werde AGIV auf eine neu gegründete Aktiengesellschaft übertragen und dort mit der HBAG verschmolzen. Das Umtauschverhältnis für die AG IV-Aktionäre solle sieben zu drei betragen. Diesem Vorhaben müssten die Aktionäre der HBAG auf der eigenen Hauptversammlung allerdings noch zustimmen. Die neue Gesellschaft werde den Namen AGIV Real Estate tragen. Der Streubesitz der neuen AGIV werde etwa 40 Prozent betragen. Dieser solle bis 2003 auf 45 bis 50 Prozent erhöht werden. Damit wäre der Verbleib im MDAX zunächst gesichert.

AGIV wolle von der Konzentration der großen Konzerne auf deren Kernbereiche profitieren. Die Unternehmen würden meist über erhebliches Immobilienvermögen verfügen, von dem sich der eine oder andere sukzessive trennen möchte. AGIV zufolge hätten sich die Immobilienpreise in diesem Bereich einem realistischen Niveau angenähert. Außerdem sei die Qualität des Angebots durchweg gut. Schließlich lasse die zurückhaltende Bautätigkeit die Werthaltigkeit der vorhandenen Objekte weiter steigen.

Die neue AGIV werde eine Bilanzsumme von 1,5 Mrd. Euro ausweisen und über ein Immobilienvermögen von rund 1,2 Mrd. Euro verfügen. Bis Ende 2003 solle dieses auf 2,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt werden. AGIV solle zu einer führenden deutschen Immobilien-Holding ausgebaut werden. Dabei sei neben gezieltem Wachstum die Erwirtschaftung überdurchschnittlicher Renditen absolut vorrangig. Der Konzernjahresüberschuss habe im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 5,4 Mio. Euro gelegen.

Die Überprüfung von wirtschaftlichen Risiken sowie der Immobilienbestände habe zu Rückstellungen und Wertberichtigungen von 39,9 Mio. Euro und damit zu einem negativen Ergebnis bei der Münchener Baugesellschaft (MüBau, 99 %-Beteiligung) geführt. Vorjahresvergleichszahlen seien nicht genannt worden, da das Unternehmen nicht mehr mit dem des Vorjahres vergleichbar sei.

Im laufenden Geschäftsjahr wolle der neue Konzern ein positives Ergebnis im zweistelligen Mio. Euro-Bereich erzielen. 2003 solle das Vorsteuerergebnis bei 40 Mio. Euro liegen. Der Streit mit den Kleinaktionären sei nun beigelegt worden. Zum Ausgleich des entstandenen Schadens habe AGIV eine Barkapitalerhöhung im Verhältnis neun zu eins durchgeführt. Den Preis von 1 Euro je junger Aktie habe der Großaktionär HBAG übernommen. Die maßgeblichen Großaktionäre hätten ihr Bezugsrecht nicht wahrgenommen.

Der Konzern befinde sich nach wie vor in einer Umstrukturierungsphase. Die Verschmelzung mit der HBAG zur neuen AGIV Real Estate sei mittlerweile vorangeschritten. Trotzdem bleibe abzuwarten, wie sich die neue Gesellschaft im Immobilienmarkt etablieren könne.

Da die zukünftige Ertragsentwicklung noch mit zahlreichen Unwägbarkeiten behaftet ist und die Analysten der Stadtsparkasse Köln keine rasche Erholung im Immobiliensektor erwarten, behalten sie ihre Underperformer-Einschätzung für die Aktie von AGIV Real Estate bei.