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Aixtron SE

WKN: A0WMPJ / ISIN: DE000A0WMPJ6

AIXTRON kaufen


15.03.01 00:00
BfG Bank

Entgegen dem allgemeinen Trend in der Technologiebranche konnte die am Neuen Markt notierte AIXTRON (WKN 506620) ein weiteres Mal die Umsatz- und Gewinnprognosen übertreffen, so die Analysten der BfG-Bank.

Der Weltmarktführer bei MOCVD-Anlagen, die zur Herstellung von Verbindungs﷓Halbleitern eingesetzt würden, habe sie den Umsatz um 87% auf 157,9 Mio. € gesteigert. Der Jahresüberschuss sei um 78% auf 18,5 Mio. € gestiegen. Vor Goodwill-Abschreibungen habe der Gewinn sogar um 93% auf 21,6 Mio. € erhöht werden können. Das Ergebnis pro Aktie betrage 0,59 € bzw. 0,68 € vor Goodwill-Abschreibungen. Auf der Hauptversammlung im Mai solle eine Dividendenerhöhung um 122% auf 0,20 € je Aktie beschlossen werden. Gleichzeitig sei ein Aktiensplitt im Verhältnis 1:1 geplant.

Nach vorläufigen Berechnungen habe AIXTRON im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Marktanteil bei MOCVD-Anlagen weiter von 54 auf 56% steigern können. Der nächste Wettbewerber Emcore folge erst mit deutlichem Abstand (28%). Neben der Marktführerschaft verfüge AIXTRON auch über die überlegenere Technologie. Schlüssel zur Technologieführerschaft sei der Planeten-Reaktor, für den AIXTRON weltweit und unbeschränkt die Patentrechte besitze.

Mittels dieser Reaktor-Technik könnten Verbindungs-Halbleiter über 30% günstiger hergestellt werden, als auf den Anlagen der Konkurrenz. Die ersten wichtigen Patente liefen erst im Jahr 2006 aus. Durch zahlreiche patentgeschützte Weiterentwicklungen sehe AIXTRON seine Technologieführerschaft jedoch auch über diesen Zeitpunkt hinaus ungefährdet. Allein im Jahr 2000 seien 18 neue Patente angemeldet worden. Durch Beteiligungen und Kooperationen werde zudem das technologische Know-how fortlaufend erweitert.

Verbindungs-Halbleiter würden sich von herkömmlichen Halbleitern auf Siliziumbasis durch eine wesentlich höhere Geschwindigkeit, geringeren Energieverbrauch und die Einsatzmöglichkeit unter extrem hohen Temperaturen unterscheiden. Zudem wiesen sie sehr gute optoelektronische Eigenschaften auf, d. h. sie könnten mit hoher Effizienz Energie in Licht umwandeln und umgekehrt. Die Einsatzgebiete von Verbindungs-Halbleitern befänden sich erst an der Schwelle zur Massenproduktion. Die mengenmäßig wichtigste Anwendung sei derzeit die Leuchtdiode (LED). Dies spiegele sich auch in der Umsatzverteilung von AIXTRON wider: Ca. 50% der abgesetzten AIXTRON-Maschinen würden zur Produktion von LED´s eingesetzt.

Das Wachstum im LED-Bereich werde von unabhängigen Instituten auf 50-100% p.a. bis 2003 geschätzt. In zahlreichen Anwendungsfeldern beginne die LED die Glühbirne abzulösen. Die LED zeichne sich durch einen um 90% geringeren Energieverbrauch und eine wesentlich längere Haltbarkeit aus (11 Jahre im 24-Stunden-Dauerbetrieb). Neben reinen Kostenvorteilen böten Leuchtdioden auch eine höheres Maß an Sicherheit. Ein Auto-Bremslicht aus LED´s leuchte beispielsweise eine Viertelsekunde schneller auf als ein herkömmliches, was die Reaktionszeit der nachfolgenden Fahrer entsprechend verkürze. Beim Einsatz in Ampeln könne auch bei extremem Gegenlicht das Signal eindeutig erkannt werden.

Daneben seien die Ampeln durch die lange Lebensdauer der LED´s weniger wartungsintensiv. Einige Städte wie Zürich und Wien setzten bereits auf LED-Technik. In Deutschland gebe es Pilotprojekte in München, Frankfurt und Aachen. In den letzten Wochen habe die Gewinnwarnung des LED-Herstellers Cree für Verunsicherung bezüglich des weiteren Wachstums im LED-Bereich gesorgt. Laut Ansicht von AIXTRON würden die Probleme von Cree aber nicht auf einer Abschwächung des LED-Marktes insgesamt, sondern auf einer verschärften Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Herstellern beruhen.

Cree selbst habe bestätigt, dass das LED-Geschäft zunehmend wettbewerbsintensiver werde. Da AIXTRON alle führenden LED-Hersteller beliefere, wirkten sich Verschiebungen zwischen einzelnen Produzenten nicht auf das Umsatzvolumen von AIXTRON aus. Auch ein Preisverfall bei LED´s zeige bei AIXTRON eher positive Effekte, da sich durch kostengünstigere LED´s zahlreiche neue Einsatzmöglichkeiten in Low-Cost-Produkten ergeben würden. Dies erhöhe die insgesamt produzierte LED-Stückzahl und damit auch die Anzahl der benötigten AIXTRON-Maschinen.

Ein weiteres starkes Wachstumsfeld liege für AIXTRON im Mobilfunkbereich. Geräte, die immer kleiner und leistungsfähiger würden, ließen die Nachfrage nach speziellen Leistungsverstärkern (HBTs = Heterojunction Bipolar Transistors) steigen. Diese Chips aus Verbindungs-Halbleitern würden den Stromverbrauch reduzieren und verlängerten damit die Akku-Laufzeit. AIXTRON werde deshalb stark von Weiterentwicklungen bei Handies profitieren. Die gegenwärtig im Mobiltelefon-Markt zu beobachtende Abschwächung zeige bei AIXTRON bisher keine Auswirkung. Bei den Planungen bewege man sich, laut Aussage von AIXTRON, "am unteren Ende", so dass hier keine negativen Überraschungen auftreten sollten.

Auch bei moderner netzbasierter Telekommunikation kämen Verbindungs﷓Halbleiter zum Einsatz. Glasfaserkabel übertrügen hohe Datenmengen mit höchster Geschwindigkeit. Nur extrem leistungsfähige Laserdioden, Verstärker und Detektoren aus Verbindungs-Halbleitern eigneten sich als Schnittstelle zwischen dem Lichtwellenleiter und den stromleitenden Kabeln bzw. als Lichtsignalverstärker.

Im Bereich Consumer-/Optoelectronics lägen die prognostizierten Steigerungsraten über 50%. Starkes Wachstum ergebe sich z.B. durch die Verdrängung der VHS-Kassette durch die DVD. Das Lesen von optischen Speichermedien wie CD oder DVD geschehe mittels roter Laserdioden, die auch auf AIXTRON-Anlagen gefertigt werden könnten. Je kürzer die Wellenlänge des Laserlichts, desto enger könnten die Informationen auf die Disc gepackt werden. Da blaues Licht eine kürzere Wellenlänge habe als rotes, könne mit Hilfe der auf AIXTRON-Anlagen herstellbaren blauen Lasers die Speicherkapazität einer DVD vervierfacht werden. AIXTRON werde somit auch am starken Wachstum der nächsten DVD-Generation partizipieren.

Die exzellenten Aussichten von AIXTRON spiegelten sich im Auftragseingang wider. Im Jahr 2000 habe sich ein Auftragseingang von 217,3 Mio. € (+155%) ergeben. Der Auftragsbestand habe mit 151 Mio. € um 105% höher gelegen als im Vorjahr. Auf dieser Grundlage plane AIXTRON für das Jahr 2001 einen Umsatzanstieg um 49 % auf 235 Mio. €. Der Gewinn solle überproportional um 59% auf 29,5 Mio. € gesteigert werden. Die ausgegebenen Ziele würden für äußerst konservativ gehalten. Die Umsatzplanung entspreche einem Absatz von ca. 140 Anlagen bei einer derzeitigen Kapazität von 220.

Bei einem Wachstum von 50% wäre die derzeitige Kapazität bis Ende 2002 ausreichend. Die bereits eingeleitete Erhöhung der Kapazität auf 380 Anlagen bis September 2001 deute an, dass der Wachstumstrend ungebrochen scheine und durchaus mit einer etwas höheren Umsatzsteigerung gerechnet werden könne. AIXTRON habe sich einiges an Luft gelassen, um seine Tradition einer mehrmaligen Erhöhung der Prognosen im Laufe des Geschäftsjahres fortzusetzen.

Mit der Beteiligung an der französischen J.I.P. ELEC sowie der Kooperation mit der amerikanischen UDC habe man sich zudem die Rechte auf interessante zukünftige Technologien gesichert. Diese generierten zwar noch keine Umsätze, könnten aber in den nächsten Jahren zu weiterem Wachstum beitragen. Die von UDC entwickelten organischen Leuchtdioden (OLED´s) könnten AIXTRON zusätzliche Märkte öffnen. OLED´s eigneten sich für sehr flache und flexible Displays. Einsatzmöglichkeiten könnten sich z.B. bei Handies oder sogar in Windschutzscheiben von Autos ergeben.

Im Zuge der allgemeinen Konsolidierung bei Technologiewerten habe auch AIXTRON vom Allzeit-Hoch im August 2000 mehr als 50% verloren. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen des Neuen Marktes seien die Gewinnschätzungen jedoch nicht im gleichen Maße gefallen sondern sogar noch angestiegen. Die Aktie sei damit aus fundamentaler Sicht deutlich günstiger bewertet. Auf Basis der Schätzungen ergebe sich auf dem gegenwärtigen Kursniveau ein KGV 2002 von ca. 50, was bei den für die kommenden Jahre erwarteten Wachstumsraten zwischen 50 und 100% durchaus gerechtfertigt erscheine.

Durch das stetige Übertreffen der eigenen Prognosen habe sich AIXTRON zudem den Ruf eines Qualitätstitels am Neuen Markt erarbeitet. Bei einer generellen Trendwende im Technologiebereich dürfe AIXTRON daher auch zu den stärksten Profiteuren gehören. Dem langfristig orientierten Anleger böten sich derzeit gute Einstiegsmöglichkeiten.

Die Empfehlung der Analysten der BfG-Bank laute daher kaufen.





 
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