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Do, 19. Mai 2022, 7:40 Uhr

Gigaset

WKN: 515600 / ISIN: DE0005156004

ARQUES Industries Finger weg


27.02.06 12:10
SdK AktionärsNews

Die Experten von "SdK AktionärsNews" raten, die Finger von der ARQUES Industries-Aktie (ISIN DE0005156004 / WKN 515600) zu lassen.

Die Bilanzpolizei habe ihren ersten Einsatz gehabt. Die sogenannte Einrichtung sei eigentlich ein privater Verein - bei dem auch die SdK Mitglied sei - und heiße offiziell Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR). Nach den Bilanzskandalen in den USA und am Neuen Markt sei ihr Trägerverein unter Federführung des Bundesjustizministeriums vor zwei Jahren gegründet worden. Mit der Einrichtung der staatlich anerkannten Überwachungsstelle habe die Bundesregierung den Anlegerschutz verbessern wollen. Ihre Tätigkeit habe die Prüfstelle im vergangenen Sommer aufgenommen.

Nun habe sich die Bilanzpolizei zum ersten Mal öffentlich geäußert und die Bücher der im SDAX notierten ARQUES Industries AG unter die Lupe genommen. ARQUES Industries habe Furore gemacht, weil sie in kürzester Zeit sagenhafte Ergebnissteigerungen habe vorweisen können. Die Gesellschaft erwerbe marode Gesellschaften und wolle diese dann sanieren. Da die bezahlten Preise oftmals deutlich unter dem bilanziellen Wert der Gesellschaften lägen, ergebe sich allein aus den negativen Unterschiedsbeträgen, die früher als negativer Firmenwert bezeichnet worden seien, ein erheblicher Ergebniseffekt in den Büchern der ARQUES Industries. Während ein solcher Betrag früher als negativer Goodwill in der Bilanz angesetzt worden sei, schreibe eine neue IFRS-Vorschrift nun vor, einen derartigen Unterschiedsbetrag sofort als Gewinn auszuweisen. Werthaltig würden diese Gewinne aber erst in Zukunft - wenn die Sanierungen auch tatsächlich gelängen.

Trotz dieses ohnehin schon aggressiven Bilanzansatzes habe die DPR nun auch noch Fehler in der Bilanzierung entdeckt. Diese würden nach Aussagen der Prüfstelle dazu führen, dass der Gewinn um 5,2 Mio. Euro zu hoch ausgewiesen worden sei. ARQUES Industries hingegen behaupte, die neun von der DPR kritisierten Punkte seien "sehr geringfügig" und hätten keinen Einfluss auf den Gewinn. Vorstandschef Löw habe das Prüfungsergebnis sogar als "Ritterschlag" für ihre Bilanzierung bezeichnet. Die Bilanzpolizisten hätten entgegnet, dass diese Interpretation wohl "abenteuerlich" sei. ARQUES Industries habe daraufhin eine Verfügung gegen die DPR erwirkt, die verbiete, den Fall zu kommentieren.

Der erste Fall der Bilanzpolizei hinterlasse zahlreiche verunsicherte Aktionäre. Die tatsächlichen Probleme der ARQUES Industries-Bilanzierung seien dabei völlig unberücksichtigt geblieben.

Die Dreistigkeit des Managements, die Kritikpunkte der Prüfung als Nichtigkeiten abzutun und die Fehler und negativen Ergebnisse sogar als "Ritterschlag" zu feiern, lässt zumindest ein zweifelsfreies Urteil zu: Finger weg von ARQUES Industries, so die Experten von "SdK AktionärsNews".





 
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