Agouron kaufen
05.01.99 00:00
Stisweekly
Agouron Pharmaceuticals: kaufenswert
(www.stisweekly.de) Das in La Jolla, Kalifornien ansässige Unternehmen zählt zu den Blue-Chips der Biotech-Branche. Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Medikamenten gegen die Krankheiten AIDS/HIV und Krebs. 1997 wurde mit Viracept eines der erfolgreichsten Medikamente gegen AIDS auf den Markt gebracht, was der Gesellschaft nicht nur steigende Umsätze sondern auch erstmals Gewinne brachte. Die Zukunft erscheint nicht weniger aussichtsreich...
VIRACEPT
Agouron erreichte mit der Markteinführung des Medikaments Viracept, was nur wenigen Firmen dieser Branche je möglich ist: Viracept entwickelte sich zum "blockbuster"-Medikament. Nelfinavir, so der pharmazeutische Name für Viracept, bot als Proteaseinhibitor durch die bessere Wirkung einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen bis dahin eingesetzten AIDS-Mitteln und wurde sofort zu einem wichtigen Bestandteil der Anti-AIDS-Cocktails. Im März 1997 erfolgte die Zulassung durch die FDA, der Verkauf lief, trotz des harten Wettbewerbs, sehr gut an. Viracept wurde das erfolgreichste first-year-product, das je von einer Biotechfirma eingeführt worden war und eines der erfolgreichsten Produkte in der Geschichte der Pharmaindustrie. Im Geschäftsjahr 1998 (von Juni 97 bis Juni 98)
erreichten die Verkäufe 358 Mio. US-$. Inzwischen ist Viracept in über 30 Ländern zugelassen und mehr als 30% der Verschreibungen bei Proteaseinhibitoren entfallen auf das Produkt von Agouron - womit bisher über 100.000 Menschen geholfen wurde. Da AGPH bisher nur dieses eine Medikament am Markt hat und daher von dessen Verkaufserfolg abhängig ist, wollen wir einen besonderen Blick auf die weiteren Potentiale von Viracept werfen. Der Effekt der Viracept-Produkteinführung (Produktverkäufe) ist in der rückblickenden Betrachtung der Jahresumsätze gut festzustellen:
Angaben in Mio. US$ 30.06.98 30.06.97 30.06.96
Produktverkäufe 409,3 57,0 0
Einnahmen aus Verträgen 38,9 65,1 41,0
Lizenzeinnahmen 18,4 10,0 15,0
Gesamt 466,5 132,1 56,0
Man sieht deutlich den einsetzenden Effekt der Viracept-Verkäufe, die inzwischen den wichtigsten Ertragsfaktor für Agouron bilden. Sah es zur Mitte des Jahres so aus, als würden sich die Absätze verlangsamen, konnten die Umsätze jedoch zum ersten Quartal 98/99 wieder deutlicher zulegen:
Quartal 30.06.97 30.09.97 31.12.97 31.03.98 30.06.98 30.09.98
Umsatz in Mio. US$ 60.8 91.9 104.7 134.5 135.5 144.9
Gewinn in Mio. US-$ -10.8 3.6 4.9 13.5 -8.9 6.9
Umsatzrendite -17.8% 4.0% 4.7% 10.1% -6.6% 4.8%
Im nächsten Jahr sollen die Viracept-Umsätze, nach den Aussagen von CEO Peter Johnson, in den USA die Region von 430 bis 440 Mio. US$ erreichen, was einem Wachstum von 10% entsprechen würde. Großes Potential erhofft sich der Vorstand allerdings von den weltweit anlaufenden Verkäufen außerhalb den USA. Bisher wurde Viracept lediglich in den Vereinigten Staaten exklusiv von AGPH verkauft, die Vermarktungsrechte für die anderen Staaten liegen bei Roche, die gegen Zahlung von Lizenzgebühren alle anderen Märkte erschließen dürfen. Johnson rechnet mit 300 Mio. US-$ Umsatz außerhalb der USA in 1999 nach 51 Mio. in diesem Jahr. Sieht man sich den Erfolg des Medikaments in den USA an, so erscheint dieses Ziel erreichbar. Lediglich das Erreichen des Plans für das Jahr 2000 scheint fraglich - hier sieht Agouron-Chef Johnson ein weltweites Verkaufsvolumen von 1 Mrd. $, was einem weiteren Anstieg um fast 50% entsprechen würde. Wir denken, daß diese Annahmen sehr optimistisch sind und sich wohl nicht erfüllen werden. Dies liegt vor allem an zahlreichen Neueinführungen, die für die nächsten beiden Jahre zu erwarten sind. Trotz erhöhter Konkurrenz in der Zukunft dürfte sich jedoch an der guten Marktstellung von Viracept wenig ändern, allein die erwarteten internationalen Zuwachsraten dürften niedriger ausfallen. Gedämpft wird dieser Effekt zusätzlich dadurch, daß die aussichtsreichste Neueinführung im AIDS-Markt in diesem Jahr aus der Pipeline von AGPH stammt. In nächster Zukunft dürften die Verkäufe jedoch weiterhin erfreulich zulegen, die sales-people von Agouron können, wie man hört, nicht über ein schlechtes Geschäft klagen. Wen wundert es, konnte sich Viracept doch erfolgreich gegen die Konkurrenzprodukte Crixivan und vor allem Sustiva, ein von DuPont neu eingeführtes Medikament, durchsetzen. Lagen die Erzrivalen Crixivan und Viracept bisher mit knapp mehr als 30% Marktanteil gleichauf, so erreichte Viracept in den letzten Monaten mit 36% einen deutlich höheren Anteil als Crixivan mit 31%. Viracept dürfte also auch in Zukunft einer der bedeutendsten Bestandteile bei der AIDS-Therapie bleiben.
Die Pipeline
Bisher ist AGPH eine one-product-Company, was sich jedoch bald ändern dürfte. Ein Blick auf die Forschungspipeline zeigt dies (in Klammern jeweils der aktuelle Entwicklungsstatus): REMUNE gegen HIV (Zulassung für 99 erwartet), AG1549 gegen HIV (Zulassung im Jahr 2000 erwartet), AG1776 gegen HIV (Phase-I-Tests für 99 erwartet), AG3340 und AG3433 gegen Krebs (Phase-II/III-Tests bzw. Entwicklungsstadium), AG3340 gegen altersbedingte Makuladegeneration (Phase-II-Tests), AG2034 und AG2037 gegen Krebs (Phase-I-Tests und vorklinische Entwicklung), AG7088 gegen Schnupfen (Phase-I-Tests eingeleitet), sowie vier Wirkstoffe gegen Krebs, einer gegen HIV und Hepatitis C, die sich allesamt noch im Forschungsstadium befinden. Interessant sind vor allem die Entwicklungen in der HIV-Pipeline. Mit REMUNE steht ein interessanter Wirkstoff vor der Zulassung, dessen Zulassungsverfahren in 99 eingeleitet werden soll. REMUNE wird in Zusammenarbeit mit Immune Response Corporation (IMNR) entwickelt und auf den Markt gebracht. Gegen Zahlung von Lizenzgebühren, Milestone-Payments und Unterstützung bei der Finanzierung der Forschung erhält AGPH die Vermarktungsrechte in den USA, Europa und weiteren Staaten der Erde. Die bisherigen Tests verliefen sehr gut, es zeigte sich eine erhebliche Verbesserung der Bekämpfungswirkung der Anti-AIDS-Cocktails, wenn REMUNE mit verabreicht wurde. Die Ergebnisse einer in Thailand durchgeführten Studie werden für Ende Januar erwartet und dürften positiv ausfallen. Die Markteinführung von REMUNE bringt - im Erfolgsfall - einen weiteren Umsatz- und Gewinnschub für AGPH, der sich wohl im Jahr 2000 und danach positiv auswirken wird. Weitere interessante Entwicklungen sind für den Bereich der HIV- und Krebsforschung auch weiterhin zu erwarten, doch die nächsten zwölf Monate dürfte REMUNE der für Agouron bewegendste Faktor sein. Ein abschließendes Wort zur Pipeline: Es ist müßig, alle Entwicklungen auf die möglichen zukünftigen Potentiale abzuklopfen, wichtig erscheint aber auf jeden Fall, daß sich Agouron weg von einem One-Product-Unternehmen entwickelt. Durch konsequente Forschungsarbeit dürften sich bald mehrere Standbeine ergeben, die den Erfolg des Unternehmens ausmachen werden. Die dadurch neu hinzukommenden Geschäftsfelder bringen Umsätze und Gewinne, die eine Höherbwertung der Aktie notwendig machen werden.
Bewertung
Was bei AGPH auf jeden Fall in die Bewertung miteinfließen muß, ist die gute Produktpipeline mit vielen aussichtsreichen Produkten. Daß die aufwendige Forschung die Margen drückt, ist zu bedenken, darf jedoch nicht als Negativum angesehen werden. Denn der positive Effekt, der von einem sich gut verkaufenden Medikament ausgeht, ist, wie man an Viracept sieht, nicht zu unterschätzen. Gelegentlich können allerdings außerordentlich hohe Ausgaben im Forschungsbereich zu einem negativen Quartalsergebnis führen, wie man am letzten Quartal des Geschäftsjahres 97/98 sehen kann. Eine Vielzahl an initiierten Forschungskooperationen und der Aufkauf vieler Forschungsergebnisse führte zu einem unerwartet negativen Ergebnis. Doch auch trotz hoher Aufwendungen im R&D-Bereich und den zwischenzeitlich negativen Einflüssen kann AGPH einen ansprechenden Gewinntrend und eine günstige Bewertung aufweisen. So liegt der Analystenkonsens bei 1,18$ pro Aktie für Juni 99, für Juni 2000 werden 2,03$ geschätzt. Damit ergibt sich ein KGV von etwa 28, was als günstig einzustufen ist. Eine deutliche Entlastung der Ergebnisse bei Agouron dürfte die Ausgliederung der Krebssparte bringen. AGPH plant in der ersten Hälfte des nächsten Jahres die Forschungsaktivitäten in eine eigene Gesellschaft einzubringen - die AGPH-Aktionäre würden im Verhältnis 2:1 Anteile an dieser neuen Firma erhalten. Von den Marktteilnehmern wurde diese Ankündigung begrüßt, da so die "Mutter" von den hohen Kosten der Krebsforschung entlastet wird. Agouron stellt ein äußerst interessantes Langfristinvestment mit überdurchschnittlichen Kurschancen dar. Wir schätzen AGPH als kaufenswert ein.
Agouron Pharmaceuticals hat die WKN 880140 und wird an der Börse Berlin gehandelt. Hier sind die Umsätze jedoch sehr dünn: Es gilt folglich, strenge Limits zu setzen oder aber den Direktkauf über die NASDAQ vorzuziehen. Der Schlußkurs am 31.12. war 58,75 US$.
(www.stisweekly.de) Das in La Jolla, Kalifornien ansässige Unternehmen zählt zu den Blue-Chips der Biotech-Branche. Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung von Medikamenten gegen die Krankheiten AIDS/HIV und Krebs. 1997 wurde mit Viracept eines der erfolgreichsten Medikamente gegen AIDS auf den Markt gebracht, was der Gesellschaft nicht nur steigende Umsätze sondern auch erstmals Gewinne brachte. Die Zukunft erscheint nicht weniger aussichtsreich...
VIRACEPT
Agouron erreichte mit der Markteinführung des Medikaments Viracept, was nur wenigen Firmen dieser Branche je möglich ist: Viracept entwickelte sich zum "blockbuster"-Medikament. Nelfinavir, so der pharmazeutische Name für Viracept, bot als Proteaseinhibitor durch die bessere Wirkung einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen bis dahin eingesetzten AIDS-Mitteln und wurde sofort zu einem wichtigen Bestandteil der Anti-AIDS-Cocktails. Im März 1997 erfolgte die Zulassung durch die FDA, der Verkauf lief, trotz des harten Wettbewerbs, sehr gut an. Viracept wurde das erfolgreichste first-year-product, das je von einer Biotechfirma eingeführt worden war und eines der erfolgreichsten Produkte in der Geschichte der Pharmaindustrie. Im Geschäftsjahr 1998 (von Juni 97 bis Juni 98)
erreichten die Verkäufe 358 Mio. US-$. Inzwischen ist Viracept in über 30 Ländern zugelassen und mehr als 30% der Verschreibungen bei Proteaseinhibitoren entfallen auf das Produkt von Agouron - womit bisher über 100.000 Menschen geholfen wurde. Da AGPH bisher nur dieses eine Medikament am Markt hat und daher von dessen Verkaufserfolg abhängig ist, wollen wir einen besonderen Blick auf die weiteren Potentiale von Viracept werfen. Der Effekt der Viracept-Produkteinführung (Produktverkäufe) ist in der rückblickenden Betrachtung der Jahresumsätze gut festzustellen:
Angaben in Mio. US$ 30.06.98 30.06.97 30.06.96
Produktverkäufe 409,3 57,0 0
Einnahmen aus Verträgen 38,9 65,1 41,0
Lizenzeinnahmen 18,4 10,0 15,0
Gesamt 466,5 132,1 56,0
Quartal 30.06.97 30.09.97 31.12.97 31.03.98 30.06.98 30.09.98
Umsatz in Mio. US$ 60.8 91.9 104.7 134.5 135.5 144.9
Gewinn in Mio. US-$ -10.8 3.6 4.9 13.5 -8.9 6.9
Umsatzrendite -17.8% 4.0% 4.7% 10.1% -6.6% 4.8%
Im nächsten Jahr sollen die Viracept-Umsätze, nach den Aussagen von CEO Peter Johnson, in den USA die Region von 430 bis 440 Mio. US$ erreichen, was einem Wachstum von 10% entsprechen würde. Großes Potential erhofft sich der Vorstand allerdings von den weltweit anlaufenden Verkäufen außerhalb den USA. Bisher wurde Viracept lediglich in den Vereinigten Staaten exklusiv von AGPH verkauft, die Vermarktungsrechte für die anderen Staaten liegen bei Roche, die gegen Zahlung von Lizenzgebühren alle anderen Märkte erschließen dürfen. Johnson rechnet mit 300 Mio. US-$ Umsatz außerhalb der USA in 1999 nach 51 Mio. in diesem Jahr. Sieht man sich den Erfolg des Medikaments in den USA an, so erscheint dieses Ziel erreichbar. Lediglich das Erreichen des Plans für das Jahr 2000 scheint fraglich - hier sieht Agouron-Chef Johnson ein weltweites Verkaufsvolumen von 1 Mrd. $, was einem weiteren Anstieg um fast 50% entsprechen würde. Wir denken, daß diese Annahmen sehr optimistisch sind und sich wohl nicht erfüllen werden. Dies liegt vor allem an zahlreichen Neueinführungen, die für die nächsten beiden Jahre zu erwarten sind. Trotz erhöhter Konkurrenz in der Zukunft dürfte sich jedoch an der guten Marktstellung von Viracept wenig ändern, allein die erwarteten internationalen Zuwachsraten dürften niedriger ausfallen. Gedämpft wird dieser Effekt zusätzlich dadurch, daß die aussichtsreichste Neueinführung im AIDS-Markt in diesem Jahr aus der Pipeline von AGPH stammt. In nächster Zukunft dürften die Verkäufe jedoch weiterhin erfreulich zulegen, die sales-people von Agouron können, wie man hört, nicht über ein schlechtes Geschäft klagen. Wen wundert es, konnte sich Viracept doch erfolgreich gegen die Konkurrenzprodukte Crixivan und vor allem Sustiva, ein von DuPont neu eingeführtes Medikament, durchsetzen. Lagen die Erzrivalen Crixivan und Viracept bisher mit knapp mehr als 30% Marktanteil gleichauf, so erreichte Viracept in den letzten Monaten mit 36% einen deutlich höheren Anteil als Crixivan mit 31%. Viracept dürfte also auch in Zukunft einer der bedeutendsten Bestandteile bei der AIDS-Therapie bleiben.
Die Pipeline
Bisher ist AGPH eine one-product-Company, was sich jedoch bald ändern dürfte. Ein Blick auf die Forschungspipeline zeigt dies (in Klammern jeweils der aktuelle Entwicklungsstatus): REMUNE gegen HIV (Zulassung für 99 erwartet), AG1549 gegen HIV (Zulassung im Jahr 2000 erwartet), AG1776 gegen HIV (Phase-I-Tests für 99 erwartet), AG3340 und AG3433 gegen Krebs (Phase-II/III-Tests bzw. Entwicklungsstadium), AG3340 gegen altersbedingte Makuladegeneration (Phase-II-Tests), AG2034 und AG2037 gegen Krebs (Phase-I-Tests und vorklinische Entwicklung), AG7088 gegen Schnupfen (Phase-I-Tests eingeleitet), sowie vier Wirkstoffe gegen Krebs, einer gegen HIV und Hepatitis C, die sich allesamt noch im Forschungsstadium befinden. Interessant sind vor allem die Entwicklungen in der HIV-Pipeline. Mit REMUNE steht ein interessanter Wirkstoff vor der Zulassung, dessen Zulassungsverfahren in 99 eingeleitet werden soll. REMUNE wird in Zusammenarbeit mit Immune Response Corporation (IMNR) entwickelt und auf den Markt gebracht. Gegen Zahlung von Lizenzgebühren, Milestone-Payments und Unterstützung bei der Finanzierung der Forschung erhält AGPH die Vermarktungsrechte in den USA, Europa und weiteren Staaten der Erde. Die bisherigen Tests verliefen sehr gut, es zeigte sich eine erhebliche Verbesserung der Bekämpfungswirkung der Anti-AIDS-Cocktails, wenn REMUNE mit verabreicht wurde. Die Ergebnisse einer in Thailand durchgeführten Studie werden für Ende Januar erwartet und dürften positiv ausfallen. Die Markteinführung von REMUNE bringt - im Erfolgsfall - einen weiteren Umsatz- und Gewinnschub für AGPH, der sich wohl im Jahr 2000 und danach positiv auswirken wird. Weitere interessante Entwicklungen sind für den Bereich der HIV- und Krebsforschung auch weiterhin zu erwarten, doch die nächsten zwölf Monate dürfte REMUNE der für Agouron bewegendste Faktor sein. Ein abschließendes Wort zur Pipeline: Es ist müßig, alle Entwicklungen auf die möglichen zukünftigen Potentiale abzuklopfen, wichtig erscheint aber auf jeden Fall, daß sich Agouron weg von einem One-Product-Unternehmen entwickelt. Durch konsequente Forschungsarbeit dürften sich bald mehrere Standbeine ergeben, die den Erfolg des Unternehmens ausmachen werden. Die dadurch neu hinzukommenden Geschäftsfelder bringen Umsätze und Gewinne, die eine Höherbwertung der Aktie notwendig machen werden.
Bewertung
Was bei AGPH auf jeden Fall in die Bewertung miteinfließen muß, ist die gute Produktpipeline mit vielen aussichtsreichen Produkten. Daß die aufwendige Forschung die Margen drückt, ist zu bedenken, darf jedoch nicht als Negativum angesehen werden. Denn der positive Effekt, der von einem sich gut verkaufenden Medikament ausgeht, ist, wie man an Viracept sieht, nicht zu unterschätzen. Gelegentlich können allerdings außerordentlich hohe Ausgaben im Forschungsbereich zu einem negativen Quartalsergebnis führen, wie man am letzten Quartal des Geschäftsjahres 97/98 sehen kann. Eine Vielzahl an initiierten Forschungskooperationen und der Aufkauf vieler Forschungsergebnisse führte zu einem unerwartet negativen Ergebnis. Doch auch trotz hoher Aufwendungen im R&D-Bereich und den zwischenzeitlich negativen Einflüssen kann AGPH einen ansprechenden Gewinntrend und eine günstige Bewertung aufweisen. So liegt der Analystenkonsens bei 1,18$ pro Aktie für Juni 99, für Juni 2000 werden 2,03$ geschätzt. Damit ergibt sich ein KGV von etwa 28, was als günstig einzustufen ist. Eine deutliche Entlastung der Ergebnisse bei Agouron dürfte die Ausgliederung der Krebssparte bringen. AGPH plant in der ersten Hälfte des nächsten Jahres die Forschungsaktivitäten in eine eigene Gesellschaft einzubringen - die AGPH-Aktionäre würden im Verhältnis 2:1 Anteile an dieser neuen Firma erhalten. Von den Marktteilnehmern wurde diese Ankündigung begrüßt, da so die "Mutter" von den hohen Kosten der Krebsforschung entlastet wird. Agouron stellt ein äußerst interessantes Langfristinvestment mit überdurchschnittlichen Kurschancen dar. Wir schätzen AGPH als kaufenswert ein.
Agouron Pharmaceuticals hat die WKN 880140 und wird an der Börse Berlin gehandelt. Hier sind die Umsätze jedoch sehr dünn: Es gilt folglich, strenge Limits zu setzen oder aber den Direktkauf über die NASDAQ vorzuziehen. Der Schlußkurs am 31.12. war 58,75 US$.
