Aixtron auf Wachstumskurs
23.11.98 00:00
Stisweekly
Aixtron: Kontinuierliches Wachstum durch einzigartige Marktstellung
(www.stisweekly.de) Schon ein alter Hase am Neuen Markt ist Aixtron. Der Weltmarktführer für Anlagen zur Produktion von Verbindungshalbleitern hat auch schon eine furiose Kursentwicklung hinter sich. Bereinigt um einen 1:1 Split wurde die Aktie vor rd. einem Jahr zu 50 DM emittiert und erreichte in der letzten Euphoriephase am Neuen Markt im März diesen Jahres ein Hoch von 350 DM. Seitdem tat sich im Kurs nicht mehr viel, sieht man von einer vorübergehenden Schwäche beim Crash im September/Oktober ab. Wir wollen im folgenden die Chancen und Risiken abwägen.
Verbindungshalbleiter bestehen - wie der Name schon sagt - aus einer Verbindung zweier Halbleitermaterialien. Häufig verwendet werden dabei Verbindungen zwischen Gallium, Germanium und Arsen. Der Unterschied zu herkömmlichen Halbleitern aus Silizium besteht darin, daß Verbindungshalbleiter in der Lage sind, Optik und Elektronik zu koppeln. Wird Spannung angelegt, so emittieren bestimmte Verbindungshalbleiter Licht. Dieses ist im Idealfall monochromatisch, was die daraus produzierten "Leuchtdioden" z. B. in CD-ROM Laufwerken verwendbar macht. Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Unter Lichteinwirkung bauen bestimmte Verbindungshalbleiter eine Spannung auf. Dieser Effekt wird z. B. bei der Solarzelle genutzt. Auch in der Glasfasertechnik nutzt man optoelektronische Bauelemente. Im Mobilfunk konnte man durch den Einsatz von Verbindungshalbleitern höhere Funkfrequenzen erreichen, was die Signalqualität erheblich verbessert hat. In allen modernen Handys finden sich daher entsprechende Chips. Besonders zukunftsträchtig ist der Markt für Leuchtdioden, denn es bestehen gute Aussichten, daß die Leuchtdiode in immer größerem Umfang die Glühbirne und die Leuchtstoffröhre ablösen wird. Die Vorteile sind folgende:
Wirkungsgrad ca. 80%, vgl. Leuchtstoffröhre 25%, Glühbirne 5% Lebensdauer ca. 80.000 Stunden, vgl. Leuchtstoffröhre 8.000 Stunden, Glühbirne 1.000 Stunden schnelleres Aufleuchten Derzeit werden Leuchtdioden bereits in Ampeln oder Reklametafeln eingesetzt, um die Wartungskosten zu senken. DaimlerChrysler verbaut in der neuen S-Klasse Leuchtdioden in den Rücklichtern des Fahrzeugs, um die Sicherheit zu erhöhen. Durch das schnellere Aufleuchten im Vergleich zur Glühbirne (Effekt: ca. 0,1 s) können Auffahrunfälle vermieden werden. Für die normale Zimmerbeleuchtung sind Leuchtdioden derzeit noch nicht rentabel, die Preise fallen aber stetig, so daß in Zukunft immer neue Anwendungsfelder erschlossen werden können. Auch in Computern dürften sich mittelfristig Halbleiter auf Gallium-Arsenid-Basis in immer stärkerem Maße breitmachen, da solche Chips bei höheren Taktfrequenzen betrieben werden können und Kontakt zu optischen Bussystemen herstellen können. Für Wachstum ist also gesorgt.
Aixtron ist mit ca. 35% Marktanteil derzeit mit großem Abstand der führende Hersteller von MOCDV-Anlagen, die zur Herstellung der Verbindungshalbleiter benötigt werden. Beachtenswert ist, daß Aixtron trotz eines Umsatzanteils von rd. 30% in Asien, in dieser Region keinerlei Probleme hat, was man vom nächstgrößeren Konkurrenten Emcore nicht unbedingt sagen kann. Dieser leidet derzeit sogar unter Umsatzrückgängen und ist unprofitabel. Wir denken daher, daß für Aixtron auch in Zukunft gute Aussichten bestehen, weitere Marktanteile hinzu zu gewinnen, zumal Aixtron der einzige Hersteller ist, der eine komplette Produktpalette von der kleinen Forschungsanlage bis zur Großanlage für die industrielle Fertigung anbieten kann. Hervorzuheben ist außerdem die Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, von deren Forschungserfolgen Aixtron profitieren kann.
Bewertung
Ein Blick in den 97er Geschäftsbericht offenbart für einen Maschinenbauer völlig untypische Bilanzrelationen: Das Anlagevermögen ist mit rd. 11 Mio.DM gemessen am Umsatz von 78 Mio. DM und am Gewinn von 6 Mio. DM erfreulich gering. Auch die Umsatzrendite von rd. 8% nach Steuern sticht hervor - zumal man diese in den ersten 9 Monaten dieses Jahres auf beachtliche 11% steigern
konnte. Ein Ende ist noch nicht abzusehen, denn im 3. Quartal erreichte sie mit 12% einen neuen Spitzenwert. Bei der Bewertung von Aixtron müssen, neben den hervorragenden Renditekennzahlen und der globalen Marktführerschaft, auch die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten, der auf den Aixtron-Anlagen produzierten Verbindungshalbleiter, berücksichtigt werden. Da sich das Einsatzspektrum mit Leuchtdioden, Solarzellen, Glasfasertechnik, Mobilfunk und Lasertechnik auf sehr viele Zukunftsmärkte erstreckt, ist ein sehr kontinuierliches und berechenbares Wachstum zu erwarten. Positiv ist auch die Tatsache zu werten, daß es Aixtron trotz des hohen Umsatzanteils in Asien gelungen ist, auch in diesem Markt zu wachsen, während der amerikanische Konkurrent Emcore dort schwere Einbrüche hinnehmen mußte.
In unserem Bewertungsmodell gehen wir für die Jahre 1999 bis 2003 von 35% Gewinnwachstum und für die Jahre 2004 bis 2006 von 25% Gewinnwachstum aus. Ab dem Jahr 2007 berücksichtigen wir ein ewiges Gewinnwachstum von 2%. Zur Diskontierung verwenden wir mit 8% einen recht niedrigen Zinssatz, der aber durch die oben beschriebenen niedrigen operativen Risiken gerechtfertigt werden kann. Wir errechnen einen fairen Kurs von rd. 250 DM. Derzeit notiert die Aktie mit 315 DM deutlich über dem von uns errechneten Wert.
Fazit: Aixtron ist ein äußerst interessantes Unternehmen in einem ebenso interessanten Markt. Zu den aktuellen Kursen ist das Potential allerdings sehr beschränkt. Unter 250 DM können Sie aber bedenkenlos zugreifen.
(al, 18.11.98 andreas.lechner@stisweekly.de) - http://www.stisweekly.de -
(c) 1998 STIS Weekly - Der kostenlose Email-Börsenbrief
(www.stisweekly.de) Schon ein alter Hase am Neuen Markt ist Aixtron. Der Weltmarktführer für Anlagen zur Produktion von Verbindungshalbleitern hat auch schon eine furiose Kursentwicklung hinter sich. Bereinigt um einen 1:1 Split wurde die Aktie vor rd. einem Jahr zu 50 DM emittiert und erreichte in der letzten Euphoriephase am Neuen Markt im März diesen Jahres ein Hoch von 350 DM. Seitdem tat sich im Kurs nicht mehr viel, sieht man von einer vorübergehenden Schwäche beim Crash im September/Oktober ab. Wir wollen im folgenden die Chancen und Risiken abwägen.
Verbindungshalbleiter bestehen - wie der Name schon sagt - aus einer Verbindung zweier Halbleitermaterialien. Häufig verwendet werden dabei Verbindungen zwischen Gallium, Germanium und Arsen. Der Unterschied zu herkömmlichen Halbleitern aus Silizium besteht darin, daß Verbindungshalbleiter in der Lage sind, Optik und Elektronik zu koppeln. Wird Spannung angelegt, so emittieren bestimmte Verbindungshalbleiter Licht. Dieses ist im Idealfall monochromatisch, was die daraus produzierten "Leuchtdioden" z. B. in CD-ROM Laufwerken verwendbar macht. Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Unter Lichteinwirkung bauen bestimmte Verbindungshalbleiter eine Spannung auf. Dieser Effekt wird z. B. bei der Solarzelle genutzt. Auch in der Glasfasertechnik nutzt man optoelektronische Bauelemente. Im Mobilfunk konnte man durch den Einsatz von Verbindungshalbleitern höhere Funkfrequenzen erreichen, was die Signalqualität erheblich verbessert hat. In allen modernen Handys finden sich daher entsprechende Chips. Besonders zukunftsträchtig ist der Markt für Leuchtdioden, denn es bestehen gute Aussichten, daß die Leuchtdiode in immer größerem Umfang die Glühbirne und die Leuchtstoffröhre ablösen wird. Die Vorteile sind folgende:
Wirkungsgrad ca. 80%, vgl. Leuchtstoffröhre 25%, Glühbirne 5% Lebensdauer ca. 80.000 Stunden, vgl. Leuchtstoffröhre 8.000 Stunden, Glühbirne 1.000 Stunden schnelleres Aufleuchten Derzeit werden Leuchtdioden bereits in Ampeln oder Reklametafeln eingesetzt, um die Wartungskosten zu senken. DaimlerChrysler verbaut in der neuen S-Klasse Leuchtdioden in den Rücklichtern des Fahrzeugs, um die Sicherheit zu erhöhen. Durch das schnellere Aufleuchten im Vergleich zur Glühbirne (Effekt: ca. 0,1 s) können Auffahrunfälle vermieden werden. Für die normale Zimmerbeleuchtung sind Leuchtdioden derzeit noch nicht rentabel, die Preise fallen aber stetig, so daß in Zukunft immer neue Anwendungsfelder erschlossen werden können. Auch in Computern dürften sich mittelfristig Halbleiter auf Gallium-Arsenid-Basis in immer stärkerem Maße breitmachen, da solche Chips bei höheren Taktfrequenzen betrieben werden können und Kontakt zu optischen Bussystemen herstellen können. Für Wachstum ist also gesorgt.
Aixtron ist mit ca. 35% Marktanteil derzeit mit großem Abstand der führende Hersteller von MOCDV-Anlagen, die zur Herstellung der Verbindungshalbleiter benötigt werden. Beachtenswert ist, daß Aixtron trotz eines Umsatzanteils von rd. 30% in Asien, in dieser Region keinerlei Probleme hat, was man vom nächstgrößeren Konkurrenten Emcore nicht unbedingt sagen kann. Dieser leidet derzeit sogar unter Umsatzrückgängen und ist unprofitabel. Wir denken daher, daß für Aixtron auch in Zukunft gute Aussichten bestehen, weitere Marktanteile hinzu zu gewinnen, zumal Aixtron der einzige Hersteller ist, der eine komplette Produktpalette von der kleinen Forschungsanlage bis zur Großanlage für die industrielle Fertigung anbieten kann. Hervorzuheben ist außerdem die Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, von deren Forschungserfolgen Aixtron profitieren kann.
Ein Blick in den 97er Geschäftsbericht offenbart für einen Maschinenbauer völlig untypische Bilanzrelationen: Das Anlagevermögen ist mit rd. 11 Mio.DM gemessen am Umsatz von 78 Mio. DM und am Gewinn von 6 Mio. DM erfreulich gering. Auch die Umsatzrendite von rd. 8% nach Steuern sticht hervor - zumal man diese in den ersten 9 Monaten dieses Jahres auf beachtliche 11% steigern
konnte. Ein Ende ist noch nicht abzusehen, denn im 3. Quartal erreichte sie mit 12% einen neuen Spitzenwert. Bei der Bewertung von Aixtron müssen, neben den hervorragenden Renditekennzahlen und der globalen Marktführerschaft, auch die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten, der auf den Aixtron-Anlagen produzierten Verbindungshalbleiter, berücksichtigt werden. Da sich das Einsatzspektrum mit Leuchtdioden, Solarzellen, Glasfasertechnik, Mobilfunk und Lasertechnik auf sehr viele Zukunftsmärkte erstreckt, ist ein sehr kontinuierliches und berechenbares Wachstum zu erwarten. Positiv ist auch die Tatsache zu werten, daß es Aixtron trotz des hohen Umsatzanteils in Asien gelungen ist, auch in diesem Markt zu wachsen, während der amerikanische Konkurrent Emcore dort schwere Einbrüche hinnehmen mußte.
In unserem Bewertungsmodell gehen wir für die Jahre 1999 bis 2003 von 35% Gewinnwachstum und für die Jahre 2004 bis 2006 von 25% Gewinnwachstum aus. Ab dem Jahr 2007 berücksichtigen wir ein ewiges Gewinnwachstum von 2%. Zur Diskontierung verwenden wir mit 8% einen recht niedrigen Zinssatz, der aber durch die oben beschriebenen niedrigen operativen Risiken gerechtfertigt werden kann. Wir errechnen einen fairen Kurs von rd. 250 DM. Derzeit notiert die Aktie mit 315 DM deutlich über dem von uns errechneten Wert.
Fazit: Aixtron ist ein äußerst interessantes Unternehmen in einem ebenso interessanten Markt. Zu den aktuellen Kursen ist das Potential allerdings sehr beschränkt. Unter 250 DM können Sie aber bedenkenlos zugreifen.
(al, 18.11.98 andreas.lechner@stisweekly.de) - http://www.stisweekly.de -
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