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Sa, 18. April 2026, 13:34 Uhr

Arbeitsmarkt belastet


11.10.01 16:13
Dresdner Bank

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt fällt im September ungewöhnlich schwach aus, so die Analysten der Dresdner Bank.

So liege die Zahl der Arbeitslosen bei 3,74 Mio. und damit nur um rund 50.000 unter Vormonatsstand. Im letzten und vorletzten Jahr seien Rückgänge um 100.000 bzw. 80.000 verzeichnet worden. Im Vorjahresvergleich liege die Zahl der Arbeitslosen im September mittlerweile sogar um 60.000 höher.

Die derzeit angespannte Lage am Arbeitsmarkt komme besonders deutlich bei den saisonal bereinigten Arbeitsmarktzahlen zum Ausdruck. Von Jahresanfang bis September sei die Zahl der Arbeitslosen um 100.000 angestiegen, allein im September gegenüber dem Vormonat um 20.000. Vor allem die konjunkturelle Eintrübung seit Mitte 2000 habe zu dieser Entwicklung beigetragen.

Allerdings sollte der kräftige saisonbereinigte Anstieg im September nicht überbetont werden, sondern mit der Stagnation der Arbeitslosigkeit im August verrechnet werden. Begünstigt durch das frühe Ende der Sommerferien habe die übliche Herbstbelebung schon im August eingesetzt. Damit sei die Entwicklung entsprechend schwächer ausgefallen. Dennoch habe die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt der beiden Monate mit jeweils 10.000 in etwa im Ausmaß der Vormonate zugenommen.

Auch in den nächsten Monaten sei mit negativen Meldungen vom Arbeitsmarkt zu rechnen. Ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit sei durch die aktuelle Konjunkturschwäche weitgehend vorgezeichnet. So dürfte die Industrieproduktion sowohl im Durchschnitt des dritten als auch des vierten Quartals rückläufig sein. Auch könnte die politische Unsicherheit nach den Terroranschlägen den Arbeitsmarkt zusätzlich belasten. Eine Wende am Arbeitsmarkt sei deshalb in diesem Jahr nicht mehr in Sicht. Vielmehr dürfte bis zum Jahresende die Zahl der Arbeitslosen bis auf annähernd 4 Mio. ansteigen. Im Jahresdurchschnitt 2001 rechne man mit 3,85 Mio. Arbeitslosen. Dies entspreche einer Quote von 9,6%.