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Sa, 18. April 2026, 9:59 Uhr

Banken und Finanzdienstl. neutral


13.12.04 11:15
Stadtsparkasse Köln

In den ersten neun Monaten haben europäische Banken eine Ergebnissteigerung im unteren zweistelligen Prozentbereich erzielt, so die Analysten der Stadtsparkasse Köln.

Dabei habe die Branche von leicht höheren Erträgen profitiert, einer fortgesetzten Kostenkontrolle und einer stark rückläufigen Risikovorsorge, die sich inzwischen auf einem historisch niedrigem Niveau befinde. Während im Privatkunden- und Firmenkundengeschäft überwiegend Ertragszuwächse habe verbucht werden können, habe sich das Investmentbanking nach einem marktbedingt starken ersten Quartal rückläufig entwickelt. Insbesondere das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren habe sich im Vergleich zum Vorjahr schwächer entwickelt.

Die europäischen Banken würden derzeit von einer anhaltend starken Kostendisziplin profitieren, einem niedrigen Niveau bei der Risikovorsorge und stabilen Erträgen im Retailgeschäft. Die Risikovorsorge dürfte inzwischen ihren Tiefpunkt erreicht haben. Zwar rechne man kurzfristig mit keinem deutlichen Anstieg dieser Position, mittelfristig sei jedoch wieder mit einer höheren Risikovorsorge zu rechnen. Für das zyklische Investmentbanking rechne man mit einem anhaltend anspruchsvollen Marktumfeld.

Auf der einen Seite würden die geringe Marktvolatilität und der sich abzeichnenden Zinsanstieg die Aussichten belasten, andererseits dürften die sich stabilisierenden Aktienmärkte mittelfristig positiv auf das Aktienemissions- und M&A-Geschäft auswirken. Per saldo würden die Analysten branchenweit für das kommende Jahr nur noch mit einem leichten Ergebnisanstieg rechnen.

Im historischen Vergleich sei die Branche mit einem KGV von knapp 11 (2005e) zwar moderat bewertet, mit Blick auf die schwächere Ergebnisdynamik würden die Analysten der Stadtsparkasse Köln die Branche von bislang "übergewichten" auf "neutral" herabstufen.