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Sa, 18. April 2026, 3:46 Uhr

Bausektor untergewichten


14.12.04 11:20
Stadtsparkasse Köln

Der europäische Bauverband FIEC erwartet für 2004 ein geringes Wachstum von 0,8%, nachdem bereits die Jahre 2003 (+0,1%), 2002 (+0,6%) und 2001 (+0,7%) nur mäßige Zuwächse für die Baubranche brachten, so die Analysten der Stadtsparkasse Köln.

Dabei leide der Sektor unter der wirtschaftlichen Verlangsamung, der Investitionszurückhaltung privater und gewerblicher Investoren sowie den Sparzwängen der öffentlichen Haushalte. Nachdem sich die Bautätigkeit bereits in 2003 regional sehr unterschiedlich entwickelt habe, dürfte sich dieser Trend auch in 2004 fortsetzen. So erwarte die Branche in den Wachstumsmärkten Spanien (+4,5%), Großbritannien (+1,6%), Italien (+1,5%) und Österreich (+4,2%) ein weiteres Wachstum, während für Deutschland (-1,0%), die Niederlande (-0,5%) und Portugal (-5,0%) von einer Schrumpfung ausgegangen werde.

Hinsichtlich der einzelnen Teilsektoren der Bauwirtschaft rechne der Bauverband FIEC für 2004 mit einer Erholung des Hochbaus (+1,0%) und des Wohnungsneubaus (+2,0%) und einem geringeren Rückgang des privaten Nichtwohnbaus (-1,4%). Beim öffentlichen Nichtwohnbau (+1,7%) werde mit einer Verlangsamung des Wachstums und beim Tiefbau (+0,2%) mit einer Stagnation gerechnet.

Wegen der nach wie vor fehlenden konjunkturellen Impulse und leerer öffentlicher Kassen seien die Perspektiven für die europäische Baubranche nach wie vor eingetrübt. Deshalb würden die großen Baukonzerne verstärkt versuchen, die Wachstumsschwäche auf den Heimatmärkten durch den Ausbau des internationalen Geschäfts - insbesondere auch des US- und Asiengeschäfts - auszugleichen. Im Hinblick auf die vergleichsweise geringe Ergebnisdynamik in 2004/2005 sei die Branche mit einem 2004er KGV von 12,7 relativ hoch bewertet. Die Analysten der Stadtsparkasse Köln würden deshalb ihre Empfehlung, die Branche unterzugewichten, bestätigen.