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Fr, 17. April 2026, 21:58 Uhr

Biotechindizes Talfahrt


05.06.02 10:13
Biotech-Report Online

Gerichtliche Klagen gegen Bristol-Myers Squibb eingereicht von Anwälten aus 29 Staaten und Bedenken bezüglich Eli Lillys experimentellem Wirkstoff gegen Komplikationen bei Diabetes zogen am Dienstag den Pharmaindex auf ein Zweijahrestief von 323,41 Punkten und sorgten damit auch für das Anhalten der Talfahrt der Biotechindizes, so die Experten von "Biotech-Report Online".

Diese seien dem Pharmaindex mit Abschlägen von 0,1% im Amex Biotechindex und 0,6% im Nasdaq Biotechindex auf dem Weg nach unten gefolgt.

Der Ausverkauf habe dann aber doch eher in der Pharmabranche stattgefunden, wo Bristol-Myers wegen monopolistischer Bestrebungen im Hinblick auf sein weit verbreitetes Krebspräparat Taxol ganze 4% an Wert habe einbüßen müssen. Die Anwälte würden Bristol-Myers beschuldigen die Zulassung generischer Konkurrenzprodukte unnötigerweise zu verzögern. Die Michiganer Anwältin Jennifer Granholm habe gemeint, Bristol-Myers monopolistische Praktiken wären sowohl moralisch als auch vom gesetzlichen Standpunkt aus nicht zu vertreten, sie zwängen todkranke Patienten unnötig hohe Preise für das oftmals lebensrettende Medikament zu bezahlen.

Die Aktien von Eli-Lilly hätten wegen unbefriedigender klinischer Daten eines Wirkstoffes gegen Komplikationen bei Diabetikern 3% abgegeben. Steve Scala von SG Cowen habe sogar gemeint, es bestünde das Risiko, dass das Medikament das Studienziel in den laufenden Studien verfehlen könnte, was Eli Lilly zur Durchführung neuer Studien zwingen würde.

Pfizer hingegen habe es geschafft sich dem Abwärtstrend zu widersetzen, 3% sei es nach oben gegangen, nachdem Pfizer seine Gewinnprognose für das Jahr 2002 erneut bestätigt habe. Für das laufenden Geschäftsjahr habe Pfizer seinen Gewinn pro Aktie zwischen 1,56 US-Dollar und 1,60 US-Dollar bestätigt, für die Jahre 2003 und 2004 habe das größte Pharmaunternehmen ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich prognostiziert, das Gewinnwachstum sollte 15% oder besser ausfallen.

Unter Abgabedruck hätten den zweiten Tag in Folge die Aktien von Genta gestanden, die auf Grund der am Vortag bekannt gegebenen Zulassungsverzögerung von Genasense erneut 13% an Wert verloren hätten. Da Genasense im nächsten Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Zulassung rechnen könne, wäre nach den massiven Kursverlusten der letzten beiden Tage ein Neuengagement bei Genta sicher nicht das Schlechteste.

Tief verunsicherte Anleger hätten an den deutschen Märkten dafür gesorgt, dass auch der Biotechindex des NM seine Talfahrt fortgesetzt habe, der Verlust im Index sei mit 3,8% eine echte Augenweide im negativen Sinne gewesen. Mit Ausnahme von MWG Biotech, das ein kleines Plus von etwa einem Prozent habe ergattern können, hätten dann auch sämtliche Einzelwerte tief in den roten Zahlen gestecket. Am Ende der Liste Sanochemia (-7,4%), Co.don (-7,2%) und GPC Biotech (-6,5%). Vielleicht könne ja das heute statt findende Biotech-Forum der BHF-Bank in Frankfurt für positive Impulse im Sektors sorgen.