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Fr, 17. April 2026, 20:35 Uhr

Biotechs schlechte Stimmung


10.07.02 15:41
Biotech-Report Online

Angetrieben durch den Verlust bei Wyeth sei der Amex Pharmaindex um 4,4% auf ein Vierjahrestief gesunken, so die Experten von "Biotech-Report Online".

Neueste Studienergebnisse hätten Bedenken bezüglich der Sicherheit einer von Wyeth entwickelten kombinierten Hormonersatztherapie hervorgerufen und das Papier um 24% abstürzen lassen. Nun müssen erst einmal die Zweifel ausgeräumt werden, dass die kombinierte Hormonersatztherapie PremPro das Risiko für die Entstehung Kardiovaskulärer Erkrankungen und Brustkrebs erhöhen könnte, denn immerhin zähle das genannte Medikament mit zu den bestverkauften Produkten des US-Pharmagiganten Wyeth.

Das hinter Pfizer zweitgrößte Pharmaunternehmen Merck habe wegen möglicher Bilanzmanipulationen bei seiner Tochter Medco am Dienstag unter Abgabedruck gestanden, die Aktie habe zum Handelsschluss mit 4,3% im Minus gelegen. Wie das Wall Street Journal am Montag berichtet habe, solle Merck 14 Milliarden US-Dollar nicht erzielte Umsätze bei Medco verbucht haben. Zwar habe Merck abgewiegelt, dies wäre gängige Bilanzierungspraxis da im Gegenzug zu den verbuchten Umsätzen entsprechende Kosten verbucht würden. Die Börsenaufsicht sehe das allerdings etwas anders, sie werde die Bilanz von Medco nun etwas genauer in Augenschein nehmen. Gängige Praxis oder Bilanzschwindel, dies würden nun die Wirtschaftsprüfer der SEC zu entscheiden haben.

Liquiditätsprobleme wolle man bei Elan durch den Verkauf von Firmenwerten umgehen, was die Aktionäre nicht besonders lustig gefunden hätten und den Kurs des irischen Medikamentenhersteller mit einem Minus von 18% auf Tauchstation geschickt hätten. Auch Pfizer habe mit einem Kursrückgang von 3,8% wieder einmal zu den Verlierern gehört, nachdem neueste Studiendaten nun den Beweis erbracht hätten, das AstraZenecas Cholesterinsenker Crestor dem Pfizer Blockbuster Lipitor in seiner Wirksamkeit deutlich überlegen sei. Bei AstraZeneca hoffe man Crestor noch in diesem Jahr auf den US-Markt zu bringen, was Pfizer in arge Bedrängnis bringen dürfte.

Dem Ausverkauf in der Pharmabranche hätten sich auch die Biotechs nicht entziehen können, mit einem Verlust von 2,9% im Amex Biotechindex und 3,9% im Nasdaq Biotechindex hätten die Indizes am Dienstag erneut an Grund verloren.

Genentech sei im Vorfeld der Quartalszahlen, die am heutigen Mittwoch nach Börsenschluss bekannt gegeben würden, vorsorglich schon einmal um 7,2% gefallen. Nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call lägen die Prognosen bei durchschnittlich 22 Cents pro Aktie. Am NM habe sich im Gegensatz zu den US-Indizes ein kleines Plus von 0,2% halten können, das vor allem MWG Biotech (+6,6%) und GPC Biotech (+3,3%) zu verdanken gewesen sei. Letztere hätten hauptsächlich wegen eines Forschungserfolges, der eine nicht näher bezifferte Meilensteinzahlung von Kooperationspartner Boehringer Ingelheim nach sich gezogen habe, zulegen können.