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Fr, 17. April 2026, 21:08 Uhr

Ceyoniq

WKN: 542000 / ISIN: DE0005420004

Ceyoniq meiden


18.03.02 15:56
Doersam-Brief

Der Analyst Marcus Moser von GBC-Research bewertet die Aktie der Ceyoniq AG (WKN 542000) im "Doersam-Brief" mit "meiden".

Im vergangenen Geschäftsjahr habe Ceyoniq zwar den Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge um 34,8 Prozent auf 100 bis 103 Mio. Euro gesteigert. Das Unternehmen aber habe noch Ende des vergangenen Jahres an der Prognose von 114 bis 120 Mio. Euro Umsatz festgehalten. Der Verlust falle höher aus als der Umsatz. Das Minus belaufe sich auf 110 Mio. Euro. Der Software-Spezialist rühme sich noch in seiner Ad-hoc-Mitteilung eines positiven EBITDAs - "trotz schwerer Krise in der Software- Industrie", wie das Unternehmen betone. Nicht nachvollziehbar blieben aber nach wie vor die hohen Abschreibungssummen, hierzu schweige sich das Unternehmen bzgl. der Herkunft aus.

Dabei habe es bei der Veröffentlichung der Zahlen für das 3. Quartal im November gar nicht so schlecht für das Unternehmen ausgesehen. Im Gegenteil: Der Umsatz sei um 81,6 Prozent auf 89,62 Mio. Euro gestiegen, das EBITDA um 75,1 Prozent auf 23,98 Mio. Euro.

Die schwierige konjunkturelle Lage und die Verunsicherung vieler Wirtschaftsbereiche nach dem 11. September habe dazugeführt, dass "einzelne Kunden" ihre Projekte und Investitionen verschoben hätten. Aber nur auf den ersten Blick - die Bilanz spreche eine andere Sprache.

Dass das Haus bei Ceyoniq brennt, zeige auch die Entwicklung in der Vorstandsetage. Wegen unterschiedlicher Ansichten über die Unternehmensstrategie verlasse Gerd Bührig Ceyoniq. Buehrig solle wiederum durch Jürgen Brintrup (Mitgründer Ceyoniqs) ersetzt werden.

Gemäß Schätzungen dürfte nach einem Verlust von 110 Millionen Euro das Eigenkapital auf vermutlich unter 50 Millionen Euro geschrumpft sein. Die Verbindlichkeiten hätten schon zum 30.9.2001 über 100 Millionen Euro betragen - Tendenz steigend. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sei sowohl Ende Sept. 2000 mit -3,877 Mio. Euro als auch Ende Sept. 2001 mit -4,293 Mio. negativ gewesen. Das operative Geschäft sei somit ein "Cashburner" gewesen.

Ein weiterer Eigenkapitalverzehr infolge zu erwartender Verluste erscheine nicht unwahrscheinlich. Zur Kostensenkung habe Ceyoniq schon mehr als 350 Mitarbeiter abgebaut. Dies sei infolge drastisch fallender Umsätze zwingend notwendig geworden.

Wie der Analyst von "GBC-Research" im "Doersam-Brief" berichtet sollten die Ceyoniq-Aktien trotz des Kurszusammenbruchs verkauft werden, insbesondere da die Marktkapitalisierung immer noch sehr hoch ist. Mit aktuell über 30 Mio. Euro sei die Company noch immer sehr ambitioniert bewertet. Anfang Januar sei Ceyoniq noch mit ca. 150 Mio. Euro bewertet gewesen und das in einem schon sehr stark gefallenen Markt.

Schwammig sei auch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr ausgefallen. Ceyoniq erwarte demnach "bei schlankeren und schlagkräftigeren Strukturen ein stabiles und moderates Wachstum in den Kernbereichen". Bleibe zu hoffen, dass die Banken nicht vorher den Geldhahn zudrehen.

Der Analyst von GBC-Research rät im "Doersam-Brief" die Ceyoniq-Aktie zu meiden.





 
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