Commerzbank Aktie: HV wird zum Showdown
21.04.26 00:00
Börse Global
Andrea Orcel hat sein Pulver nicht verschossen — er hat es heute gezündet. Mit einer 34-seitigen Präsentation und einer Analystenkonferenz legte der UniCredit-Chef erstmals konkrete Zahlen auf den Tisch: 7.000 Stellen sollen wegfallen, der Nettogewinn 2028 auf 5,1 Milliarden Euro steigen. Die Commerzbank nennt das unzureichend. Berlin nennt es inakzeptabel.
Orcels Kalkül
Das Restrukturierungskonzept trägt den Namen „Commerzbank Unlocked" — und ist als direkte Gegenerzählung zur Eigenständigkeitsstrategie „Momentum" des Frankfurter Instituts konzipiert. Rund 600 Millionen Euro zusätzlicher Nettogewinn soll der Plan bis 2028 liefern.
Dabei versucht Orcel den politisch heiklen Stellenabbau zu entschärfen: Etwa 60 Prozent der Einsparungen sollen aus dem internationalen Netzwerk und Nicht-Kernbereichen kommen — also nicht in Deutschland. Die verbleibenden 40 Prozent entfallen laut Orcel vor allem auf Führungsebenen und Bürokratieabbau.
Zwei Szenarien hält UniCredit offen: eine Beteiligung unterhalb der Kontrollschwelle oder eine vollständige Übernahme. Im zweiten Fall würde die Commerzbank zunächst 18 Monate eigenständig weitergeführt — die Behördengenehmigungen kämen ohnehin frühestens Ende 2027.
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Widerstand auf zwei Fronten
Die Commerzbank hatte bereits Mitte April erklärt, UniCredit habe kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial nachgewiesen. Das Bundesfinanzministerium formuliert es noch klarer: Eine feindliche Übernahme einer systemrelevanten Bank sei „nicht akzeptabel".
Orcel schloss eine Anpassung des Angebots nicht aus — machte sie aber von der Annahmequote und der Transparenz der Commerzbank abhängig. Ein klassisches Warten auf den Gegenzug.
Die Aktie reagiert positiv: Mit einem Plus von rund 1,4 Prozent auf 36,55 Euro notiert sie knapp vier Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Monatsbeginn hat das Papier über 21 Prozent zugelegt.
Hauptversammlung am 20. Mai
Der eigentliche Kräftemessen findet am 20. Mai in Wiesbaden statt. Auf der Tagesordnung steht neben der Dividende auch ein Rückkaufprogramm für bis zu zehn Prozent des Aktienkapitals. Das klingt nach Routine — ist es aber nicht.
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Jede eingezogene Aktie erhöht automatisch die Stimmrechtsanteile bestehender Großaktionäre. UniCredit hält bereits fast 30 Prozent, Jefferies kontrolliert rund zehn Prozent über Derivate. Ein genehmigtes Rückkaufprogramm würde die Machtverhältnisse weiter in Richtung der Übernahmebefürworter verschieben — ohne dass diese einen Cent neues Kapital einsetzen müssten.
Zuvor legt die Commerzbank am 8. Mai ihre Quartalszahlen vor. Das Management peilt für 2026 einen Jahresgewinn von 3,2 Milliarden Euro an — und muss damit zeigen, dass die Eigenständigkeit mehr ist als eine Abwehrstrategie.
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