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DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

DAX im Schatten der Berichtssaison


01.08.08 13:32
DaxVestor

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Wie nicht anders zu erwarten war, haben die zahlreichen Quartalszahlen die Märkte fest im Griff, so die Experten vom "DaxVestor".

Im DAX habe es dabei sogar die eine oder andere richtig freudige Überraschung gegeben. Die Quartalszahlen von SAP würden beispielsweise dazu zählen. Die Walldorfer hätten den Umsatz im zweiten Quartal von 2,421 auf 2,858 Mrd. Euro steigern und damit die Analystenerwartungen schlagen können. Deutlich besser als erwartet sei der wichtige Lizenzumsatz ausgefallen, der statt der prognostizierten 822 Mio. Euro auf 898 Mio. Euro geklettert sei. Ebenfalls sehr erfreulich sei der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: Die Konzernführung habe die Jahresziele nach oben korrigiert. Damit scheint sich SAP gut durch den Konjunkturabschwung zu manövrieren, so die Experten vom "DaxVestor".

Auch von Siemens und dem Stahlriesen ArcelorMittal seien positive Zahlen gekommen. Nicht ganz so schlimm wie befürchtet habe es die Deutsche Bank erwischt, während die Deutsche Post durch das schwache US-Geschäft und den sich dahinschleppenden (Nicht-) Verkauf der Postbank Belastungen habe hinnehmen müssen.

Eine der größeren Enttäuschungen habe METRO produziert. Der Einzelhandelskonzern sei im zweiten Quartal von den Töchtern Real und Adler in die Verlustzone gedrückt worden. Bereinigt um diese negativen Effekte habe der Konzern zulegen können, vor allem wegen des guten Geschäfts im Ausland. Dort würden inzwischen 60 Prozent der Erlöse erzielt. Der Vorstand ziehe daher Konsequenzen. Adler soll in spätestens 18 Monaten verkauft sein, ob es eine Zukunft der Real-Märkte unter dem METRO-Dach geben werde, sei ungewiss. METRO-Chef Cordes wolle zumindest 27 Real-Läden dicht machen. Auch der Bereich Kaufhof-Galeria stehe zum Verkauf, bei Media Markt und Saturn könnte es einen Börsengang geben. Die METRO der Zukunft werde auf jeden Fall nicht mehr viel mit der METRO zu tun haben, die man aus den letzten Jahren kenne.

Weiterhin im vollen Gange sei die Abwehrschlacht des Continental-Konzerns gegen eine Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe. Einen scharfen Kontrast liefere dagegen der neueste Coup mit den Akteuren TDK und EPCOS. Der japanische Elektronikkonzern biete 17,85 Euro je EPCOS-Aktie und hoffe auf 75 Prozent der Anteile. Die EPCOS-Führung unterstütze das Angebot der Japaner. Für EPCOS sei damit die Zeit des Suchens zu Ende. Die ehemalige Siemens-Tochter sei schon lange auf der Suche nach einem starken Partner gewesen. Den habe sie nun in Japan gefunden, was auch für den Marktzugang in Asien ein großer Vorteil sein könne.

Nachdem die Aktienmärkte zuletzt durch die sinkenden Ölpreise und vermeintlich positive Nachrichten vom US-Immobilienmarkt gestützt worden seien - die Hauspreise seien im Mai um satte 15,8 Prozent und damit dennoch weniger stark als vorhergesagt gefallen - sei heute die Spaßbremse aus dem US-Handelsministerium gekommen. Das US-BIP sei im zweiten Quartal nur um 1,9 Prozent gewachsen, erwartet worden seien 2,3 Prozent.

Ebenfalls sehr negativ: Die Zahlen für das vierte Quartal 2007 seien nach unten korrigiert worden. Die US-Wirtschaft sei in diesem Zeitraum demnach nicht um 0,6 Prozent gewachsen, sondern um 0,2 Prozent geschrumpft. Die US-Arbeitsmarktdaten für Juli seien gemischt gewesen. Zwar sei der Beschäftigungsrückgang mit -51.000 nicht so stark ausgefallen wie erwartet, dafür sei aber die Arbeitslosenquote mit 5,7 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren gestiegen. Alles in allem setze sich die Schwäche am Arbeitsmarkt fort und das belaste den Privaten Konsum.

Charttechnisch kristallisiere sich immer mehr ein kurzfristiges Trading-Intervall heraus, das von 6.200 bis 6.600 Punkten reiche. Gute und schlechte Nachrichten würden sich die Waage halten. Der DAX sei daher weiterhin anfällig und dürfte sich erst langsam bei Auslaufen der Quartalssaison etwas beruhigen. (01.08.2008/ac/a/m)




 
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