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Fr, 17. April 2026, 14:00 Uhr

DECODE GENETICS INC

WKN: 936174 / ISIN: US2435861040

DeCode Genetics spekulativ kaufen


14.09.01 12:45
boersenmagazin.de

Die Experten von boersenmagazin.de empfehlen spekulativ eingestellten Anlegern die Papiere von DeCode Genetics (WKN 936174) zum Kauf.

Viele der 285.000 Bürger Islands hofften, dass Biotech-Geschäfte mit Wissen um die Erbanlagen der kompletten Bevölkerung endlich die traditionelle Abhängigkeit vom Fischfang beenden oder wenigstens mildern könne. In diesem Jahr würden sie mit deutlichen sinkenden Fangquoten, einer im Jahresdurchschnitt wahrscheinlich auf neun Prozent steigenden Inflation und rasanten Kursverlusten der isländischen Krone wieder einmal die Schattenseiten einer einseitigen Wirtschaftsstruktur erleben. Zum Symbol für nicht mehr nur von Fischvorkommen abhängige Einnahmequellen habe sich in den vergangenen Jahren der eigenwillige Neuropathologe Kari Stefansson mit seiner Biotechfirma DeCode Genetics gemausert.

Stefansson dürfe zwölf Jahre lang die kompletten Krankenakten fast aller lebenden und aller toten Isländer auswerten, deren Stammbäume nahezu ausnahmslos bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden können. Diese Traumbasis für ein Biotech-Unternehmen habe DeCode Großaufträge des Schweizer LaRoche-Konzerns über angeblich mehr als 500 Millionen Dollar und an die Computerbörse Nasdaq gebracht. Die Hoffnung zahlreicher isländischer Privatanleger auf schnelle "Goldeier" seien aber bisher enttäuscht worden. Der Aktienkurs sei kräftig in den Keller gerutscht. Viele Isländer seien über Stefansson verärgert, weil sie sich für den Kauf seiner Aktien schwer verschuldet hätten. Am Rande notiert: Der Biotech-Unternehmer hatte mit Ministerpräsident David Oddsson zusammen auf der Schulbank gesessen. Das für ihn höchst vorteilhafte Gendaten-Gesetz soll er persönlich verfasst haben.

Die für isländische Verhältnisse explosive Anlagebereitschaft bei der Versilberung der eigenen Erbanlagen habe ihren Hintergrund wiederum beim Fisch. In den vergangenen fünf Jahren seien die Geschäfte mit Meeresprodukten so gut gegangen, dass die Wikingernachfahren den größten Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit erlebten. Arbeitslosigkeit sei seit dem vorigen Jahr mit knapp über einem Prozent zum Fremdwort geworden, der Staat schreibe schwarze Zahlen, das Bruttoinlandsprodukt sei seit 1995 um 25 Prozent gestiegen. Zwar sei der Anteil der Fischerei am Export von drei Viertel vor zehn Jahren auf derzeit etwa zwei Drittel zurückgegangen. Aber an der alles entscheidenden Bedeutung dieser Branche für das Wohl und Wehe der Isländer ändere sich vorerst wohl nichts.

DeCode verfüge über die weltweit größte DNA Erbbild-Entschlüsselungsanlage, 60 angewandte Biosysteme und 37.000 DNA-Analysen. Das Unternehmen beschäftige derzeit rund 150 Mitarbeiter. Stefansson habe mit Roche vereinbart, in den nächsten fünf Jahren vor allem DNA-basierte diagnostische Tests gegen Krankheiten zu entwickeln. Die ersten Produkte sollten Ende 2002 auf den Markt kommen. Der Weltmarkt für DNA-basierte Diagnostik werde von beiden Unternehmen auf bis zu vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 geschätzt. Das isländische Biotechnologie-Unternehmen sei zudem mit dem amerikanischen Genchip-Spezialisten Affymetrix eine Partnerschaft eingegangen. Beide Firmen wollten gemeinsam DNA-Tests entwickeln, um bei Patienten die individuelle Medikamenten-Verträglichkeit bestimmen zu können. Die so genannte Pharmakogenomik untersuche, wie unterschiedliche genetische Profile auf das gleiche Medikament ansprechen. DeCode falle dabei die Aufgabe zu, die Reaktion des menschlichen Körpers auf Medikamente gegen Depressionen, Schizophrenie, Asthma, Brustkrebs und Bluthochdruck zu erforschen. Die Isländer seien Obendrein eine dreijährige Allianz mit Applied Biosystems eingegangen, um in gemeinsamer Anstrengung neue Systeme zur Genanalyse zu entwickeln. Applied Biosystems werde DeCode Forschungsgeräte zur Bioanalyse zur Verfügung stellen.

Bereits im Juni hätten die dänische Genmab und DeCode Genetics eine Vereinbarung zur Entwicklung eines DNA-basierten Tests getroffen. Die Tests sollten vorhersagen, wie Patienten auf Genmabs Antikörper-Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) individuell ansprechen werden. Experten seien optimistisch, dass jeder einzelne Patient nach Auswertung des Tests mit denjenigen Medikamenten versorgt werden kann, die so frühzeitig wie möglich die besten Behandlungserfolge versprechen. Beide Unternehmen wollten sich die Lizenzgebühren aus dem Verkauf dieses Tests teilen. Abgesehen davon werde Genmab Forschungsvorhaben der Isländer für die erfolgreiche Markteinführung von Produkten finanzieren und Meilensteinzahlungen entrichten.

Für das laufende Geschäftsjahr würden Analysten einen Verlust von 0,98 Euro und für 2002 einen Fehlbetrag von 0,51 Euro pro Aktie erwarten. DeCode Genetics werde derzeit von der Börse mit rund 330 Millionen Euro bewertet. Das Papier habe im Jahresvergleich fast 80 Prozent an Wert verloren. Sehr spekulativ eingestellte Anleger können das aktuelle Kursniveau um acht Euro zum Aufbau einer kleinen Anfangsposition nutzen, so das Fazit der Experten von boersenmagazin.de.





 
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