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Direct Lending - Ausblick auf 2026


16.12.25 10:39
aktiencheck.de Redaktion

Der globale Markt für direkt vergebene Unternehmensfinanzierungen (Direct Lending) ist in außergewöhnlichem Tempo gewachsen. Er zieht Rekordmengen an Kapital an und erreicht inzwischen eine breitere Basis von Kreditnehmern in Nordamerika, Europa und dem Asien-Pazifik-Raum. Dieses starke Wachstum hat neue Möglichkeiten für die Kapitalallokation geschaffen und zusätzliche Chancen eröffnet, zugleich aber auch die Komplexität erhöht und Befürchtungen geweckt, ob sich Verwundbarkeiten im Markt bilden. Orla Walsh, Head of Europe Private Credit Portfolio Management des globalen Asset Managers Barings teilt im beigefügten Q&A ihre Einblicke in den Direct Lending-Markt und blickt auf 2026.



Orla Walsh


Lesen Sie anbei das vollständige Q&A-Dokument; hier die wichtigsten Eckpunkte in deutscher Sprache:


„Direct Lending – Ausblick auf das kommende Jahr“


  • „Nachhaltige Performance bei Private Credit bedeutet nicht, dem Momentum hinterherzulaufen, sondern Disziplin zu bewahren. Die widerstandsfähigsten Manager sind diejenigen, die ihre Kernkompetenzen und Underwriting-Standards konsequent beibehalten – selbst wenn Transaktionsgrößen und Marktdruck steigen. Denn nicht jedes Direct Lending ist gleich. Der traditionelle Mid-Market bietet weiterhin attraktive risikoadjustierte Renditen, insbesondere in konservativeren Teilen der Kapitalstruktur – also bei erstrangig besicherten Krediten mit solider Dokumentation und Strukturierung.“
  • „Aktuelle Meldungen haben Verwundbarkeiten in den Kreditmärkten allgemein und bei Private Credit im Besonderen hervorgehoben. Während die großen Zahlungsausfälle in den Schlagzeilen eher auf Betrug als auf Spannungen im Kreditumfeld zurückzuführen sind – und damit außerhalb des eigentlichen Kernbereichs des Middle-Market-Direct-Lending liegen – haben sie dennoch Fragen zum Risiko aufgeworfen. Das geschieht vor dem Hintergrund einer makroökonomischen Divergenz: KI-getriebene Investitionen stützen einige Sektoren, während Arbeitsmarkt und Verbraucherstimmung Anzeichen von Abkühlung zeigen. Politische Unsicherheit – insbesondere in Bezug auf Leitzinsen – verschärft die Lage zusätzlich.

In diesem Umfeld ist ein leichter Anstieg der Ausfälle plausibel, vor allem in zyklischeren Segmenten oder dort, wo Underwriting-Standards gesunken sind. Positiv ist: Viele Manager reagieren mit proaktivem Monitoring und frühem Gegensteuern, sobald erste Stresssignale sichtbar werden – inklusive vertraglicher Mechanismen, die das Kapital schützen und den Dialog mit Kreditnehmern ermöglichen. Hier ist der ‚Rotstift‘ kein Zeichen von Schwäche, sondern verantwortungsvolle Steuerung.“


  • „Die Branche überprüft Due-Diligence- und Dokumentationsstandards zunehmend kritisch. Covenant-Pakete werden strenger, zusätzliche Verschuldung stärker begrenzt, Reporting-Anforderungen ausgeweitet. Investoren stellen kritischere Fragen und Manager verankern Risikokontrollen in rechtlichen Strukturen – nicht nur in Absichtserklärungen. In der Praxis heißt das: Selbst in kompetitiven Situationen ist die Fähigkeit und Bereitschaft, von einem Deal zurückzutreten, wenn Standards nicht erfüllt werden, essenziell.“
  • „Regionale Unterschiede formen den Markt zunehmend und machen einen globalen Ansatz relevanter. Unterschiede in Marktreife, Wettbewerb und makroökonomischen Faktoren beeinflussen sowohl Performance als auch Portfolioaufbau.“
  • „Für Investoren wird Erfolg davon abhängen, mit Managern zusammenzuarbeiten, die Fundamentaldaten in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig strukturelle Veränderungen sowie regionale Besonderheiten im Blick behalten. In einer reifenden Assetklasse werden Klarheit und Überzeugung wichtiger denn je.“

Den vollständigen Ausblick in englischer Sprache finden Sie im Anhang oder hier auf der Barings-Website.


 


 


 


 


 




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