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WKN: 554550 / ISIN: DE0005545503

Drillisch reif für freenet?


10.06.11 10:23
TradeCentre.de

Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Laut den Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Drillisch (ISIN DE0005545503 / WKN 554550) für nicht investierte Anleger an schwachen Tagen ein viel versprechendes Investment.

Paschalis Choulidis, Vorstandschef der Drillisch AG, sehe sein Unternehmen auf gutem Kurs das Jahresziel einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 52 Mio. Euro einzufahren. "Die Entwicklung unseres Geschäfts ist erfreulich. Wir stehen zu unserer Prognose", sage den Experten der CEO im Hintergrundgespräch. Wie ihnen Choulidis erläutere, investiere die Firma 2011 massiv in die Gewinnung von Neukunden. Für Werbung in TV und Presse wolle der Firmenchef 15 bis 16 Mio. Euro ausgeben.

Nach Erachten der Analysten dürfte der Mobilfunk-Serviceprovider dennoch die eigenen Erwartungen im Jahresverlauf erhöhen oder am Jahresende entsprechend besser abschneiden als kommuniziert. Sehr gut unterlegt sei die Planung durch einen soliden Start ins neue Jahr. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sei ein EBITDA von 12,5 Mio. Euro erwirtschaftet worden. Die Marge: 15,5 Prozent! Beim EBIT habe der Gewinn bei 11,3 Mio. Euro gelegen und die EBIT-Marge habe 14,1 Prozent betragen!

Treiber des Geschäfts seien vor allem Datenvolumen von Smartphones, Laptops, Netbooks und Tablets. "Sprach- und Datenvolumen für Smartphones werden uns in den kommenden Jahren noch sehr viele Freude bereiten", sage Choulidis. In zwei bis drei Jahren werde es nach Ansicht des Firmenchefs fast nur noch Smartphones seitens der Hersteller geben. Bei Datenvolumen erziele Drillisch sehr gute Margen. "Wir sind guter Dinge für die Zukunft und erwarten, dass wir das heutige Margenniveau mindestens halten können", so Choulidis.

Nach Angaben des Vorstandschefs hätten sich in diesem Jahr die Abschreibungen von sechs auf circa 4,5 Mio. Euro reduziert. Das Finanzergebnis dürfte den Gewinn um zwei bis drei Mio. Euro schmälern. Unterm Strich würden die Experten mindestens einen Überschuss von circa 33 Mio. Euro oder einen Gewinn je Aktie von mindestens 62 Cent erwarten. Die Berechnung inkludiere nicht die neue Situation, dass Choulidis die Beteiligung an der freenet AG (ISIN DE000A0Z2ZZ5 / WKN A0Z2ZZ) künftig at-equity bilanziere und deren Gewinn entsprechend anteilig ausweise. Das beeinflusse den Gewinn je Aktie positiv.

Den Free Cashflow für das Jahr 2011 erwarte Choulidis zwischen 35 und 40 Mio. Euro. Von diesem Gewinn werde das Unternehmen erneut eine saftige Dividende ausschütten. Für das vergangene Geschäftsjahr seien 50 Cent je Aktie ausgekehrt worden. In Kürze werde die freenet AG ihre Hauptversammlung abhalten. Choulidis freue sich auf die Veranstaltung. An dem Hamburger Telekommunikationsdienstleister halte Drillisch inzwischen einen Anteil von 20,23 Prozent oder rund 26 Mio. Aktien. Da freenet eine Dividende von 80 Cent je Anteilsschein ausschütte, würden im Maintal rund 21 Mio. Euro ankommen oder 40 Cent je Aktie. Vielleicht aber auch noch ein Schnaps mehr.

Auf der freenet-Versammlung könnten Aktionäre durchaus die Tagesordnung anpassen und nach einer höheren Ausschüttung rufen. freenet-Chef Christoph Vilanek habe einst eine Dividende je Aktie von 80 Cent bis einen Euro in Aussicht gestellt. Nunmehr werde nur die untere Bandbreite ausbezahlt. Da freenet sich zwischenzeitlich über eine Anleihe wiederum günstiger finanziert habe, könnte eventuell die Dividendenzahlung erhöht werden. freenet wäre nicht die erste Firma, bei der Anteilseigner auf der Aktionärsversammlung höhere Auszahlungen fordern würden. "Wie alle anderen Aktionäre, freuen wir uns über höhere Dividenden und haben nichts gegen eine höhere Ausschüttung. Wir werden aber einen solchen Antrag nicht stellen", betone Choulidis.

Nach früheren Angaben sollte die Dividendenzahlung von freenet direkt an die eigenen Anteilseigner verteilt werden. Da Drillisch ihre Hauptversammlung schon abgehalten habe, sei der zusätzliche "Bonus" nicht in diesem Jahr auszubezahlen. Aber laut Choulidis solle dies entsprechend im Jahr 2012 nachgeholt werden. Bleibe die Basis-Dividende von Drillisch bei mindestens 50 Cent und würden die Experten den Anteil der freenet-Dividende noch verteilt auf die Aktienanzahl addieren, kämen weitere 40 Cent je Aktie hinzu. Im besten Fall könnte Choulidis 2012 dann zwischen 90 Cent und einem Euro je Aktie ausschütten.

Ein kleines Fragezeichen würden die Experten allerdings dennoch unter die Dividendenannahme für 2012 setzen. Choulidis habe bekanntlich jüngst den Anteil von freenet auf über 20 Prozent ausgebaut und dafür rund 55 Mio. Euro ausgegeben. Das erhöhe die Nettoverschuldung. Sollte der CEO die Position weiter ausbauen, brauche Choulidis Geld. Sofern dies geschehe, würden die Experten nicht zwingend mit einer derartigen Ausschüttung rechnen. Choulidis könnte das Geld der freenet-Dividenden benutzen, um weitere Aktien dieser Gesellschaft zu kaufen. Fragen zu diesem Themenkomplex habe der ansonsten redselige Manager den Experten nicht beantworten wollen. "Wir sagen zu diesem Thema nichts".

Fakt sei: Beide Firmen dürften mittelfristig zusammengeführt werden. Das sei sicherlich heute, vor einiger Zeit sei es so gewesen, das Ziel von Choulidis. Den Jumbo-Reseller im Telekommunikationsmarkt zu formen. Eine Übernahme von freenet durch Drillisch sei unwahrscheinlich. Die milliardenschweren Verlustvorträge von freenet seien hierbei sehr wahrscheinlich vor die Hunde gegangen. Daran könne der Maintaler kein Interesse haben. Viel eher könnte freenet die kleinere Drillisch übernehmen. Durch die jüngsten Veränderungen im Aufsichtsrat von freenet, die Abgänger seien in der Vergangenheit stets gegen diese Übernahme gewesen; Teile des Gremiums würden nunmehr durch Drillisch-Vertreter ersetzt, könnte der Weg für eine solche Transaktion frei sein.

Der Börsenwert von Drillisch betrage aktuell rund 410 Mio. Euro. Rund 240 Mio. Euro sei der Anteil an freenet wert. Mehr als die Hälfte des Börsenwertes sei sodann durch die Beteiligung unterlegt. Die Cashflow-Maschine, das eigene operative Geschäft, sei vor diesem Hintergrund nach wie vor alles andere als ambitioniert bewertet.

Altfavorit Drillisch, die mehrfachen Empfehlungen der Experten von "TradeCentre.de" für die Aktie haben sich bestens bezahlt gemacht, sind für nicht investierte Anleger an schwachen Tagen ein viel versprechendes Investment. (Analyse vom 10.06.2011) (10.06.2011/ac/a/t)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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