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Mo, 20. April 2026, 8:13 Uhr

ENRO nicht zeichnen


30.03.01 00:00
FOCUS-MONEY

Das Anlegermagazin Focus Money empfiehlt derzeit, die Aktien von ENRO (WKN 549282) nicht zu zeichnen.

ENRO sei 1985 von Karlheinz Bund gegründet und seitdem von ihm geführt worden. Der langjährige Vorstandschef der Ruhrkohle AG, der inzwischen 76 Lenze zähle, verfüge über umfangreiches Branchen-Know-how und weit reichende Geschäftskontakte. Gleichwohl habe das Unternehmen, das sich auf die Projektierung von umweltfreundlichen Kraft- und Wasserwerken spezialisiert habe, im Geschäftsjahr 2000 einen herben Verlust von 5,4 Millionen DM erlitten. Grund seien Kosten für die Restrukturierung und Fokussierung des Geschäfts sowie der Verkauf belasteter Grundstücke und Einmalaufwendungen. Die Zahl der Mitarbeiter sei von 1997 bis 2000 von 60 auf 36 gesunken. Der Umsatz habe sich in diesen Jahren von 23,3 auf 16,4 Millionen DM ermäßigt.

Mit den durch den Börsengang zufließenden Mitteln wolle ENRO 150 Millionen DM in profitable Energieprojekte investieren. Neben einem Kraft-Wärme-Kopplungskraftwerk solle unter anderem ein Bioheizkraftwerk auf Basis von Altholz entstehen. Mit den neuen Investitionen plane ENRO, in den nächsten Jahren seine Ertragsstärke zu vervielfachen und die Luftbelastung mit dem schädlichen Treibhausgas CO2 um jährlich eine Million Tonnen zu verringern.

Vergleichbare börsennotierte Unternehmen gebe es kaum. Zum einen seien Versorger wie RWE, E.ON oder MVV Energie wesentlich größer als ENRO. Zum anderen hätten konkurrierende Schadstoffsparer wie Umwelt- und Energiekontor mit Windkraft einen anderen Schwerpunkt.

Klimaschutz und CO2-Reduzierung würden einen echten Wachstumsmarkt darstellen, auf dem sich allerdings immer mehr Wettbewerber tummeln würden. ENRO gehe mit einem sehr ehrgeizigen Geschäftsplan und schnellen wie hohen prognostizierten Gewinnzuwächsen an den Kapitalmarkt. Doch mahne die jüngste Geschäftsentwicklung zumindest zur Vorsicht: ENRO habe es nicht geschafft, aus eigener Kraft profitabel zu wachsen. Der Buchwert je Aktie liege bei 1,2 Euro.