Suchen
Login
Anzeige:
So, 19. April 2026, 14:03 Uhr

EZB das Leitzins-Orakel


06.03.03 13:36
BoersenMan.de

Alle zwei Wochen treffen sich Europas oberste Währungshüter, berichten die Experten von "BoersenMan.de".

In der Regel gehe es bei jedem zweiten Treffen vor allem um die Höhe der Zinsen. So auch heute. Der EZB-Rat wirke dabei wie ein Orakel dem eine scheinbar simple Frage gestellt wird: Wie viel der Euro koste. Geld habe einen Preis. Der Preis des Geldes sei der Zinssatz. Die EZB verleihe ihr Geld an die Banken, die es wiederum an ihre Kunden weiter verleihen würden.

Wenn viel Geld nachgefragt werde - da zum Beispiel die Wirtschaft brumme und viel investiert werde - dann steige der Preis des Geldes. Werde wenig nachgefragt - wie derzeit - sinke der Preis. Mit den Zinsätzen habe die EZB so eine Art Gaspedal für die Wirtschaft. Verringere sie die Zinsen und lasse dadurch viel billiges Geld auf den Markt, erhöhe sich das Wirtschaftswachstum, da die finanziellen Belastungen der Unternehmen sinken würden. Das Problem für die EZB: mit dem Gaspedal könne man nicht lenken. Ein weiteres Problem: Ihre Zinssätze würden sich nicht nur auf einen, sondern auf zwölf völlig unterschiedlich schnell laufende Motoren in den Eurostaaten auswirken.

Die Wirtschaft in Irland brumme auf hohen Touren, Deutschland stottere mit Standgas vor sich hin. In einigen Ländern herrsche hohe Inflation, in anderen könnte eine Deflation die Wirtschaft entgültig abwürgen. Zu der ohnehin komplizierten Lage komme derzeit auch noch die Kriegsgefahr im Irak mit all ihren bekannten und unbekannten Risiken. Da gelte es, eine weise Entscheidung zu treffen. Da die Wirtschaft in Europa derzeit etwas Schwung gebrauchen könne, werde damit gerechnet, das die EZB heute den Zinssatz von 2,75 auf 2,5 oder sogar auf 2,25 Prozent senke.