Ericsson unter Druck
23.04.02 11:04
Investor-Village
Nach Ansicht der Analysten von "Investor-Village" müssen Anleger die Aktien von Ericsson (WKN 850001) nicht unbedingt in ihr Depot integrieren.
Ericsson sei der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzwerken. Der Stockholmer Konzern habe seine Handy-Sparte im Oktober 2001 in ein Joint Venture mit Sony eingebracht. SonyEricsson sei im Handy-Markt mit 11% Marktanteil die Nummer 3 nach Nokia (31,5%) und Motorola (18%). Ericsson habe etwa 85.000 Mitarbeiter und sei in 140 Ländern aktiv.
Am Montag habe Ericsson die Zahlen für das 1. Quartal 2002 veröffentlicht. Anschließend sei der Ericsson-Kurs um nahezu ein Viertel abgesackt auf etwas mehr als 27 schwedische Kronen (SKR). Niedriger habe der Kurs der Aktie zuletzt Anfang 1997 gestanden. Ihren Höchstkurs habe die Aktie Anfang März 2000 mit 230,50 SKR erreicht. Seitdem sei der Kurs um 88% gesunken. Wer glaube, damit dürfte das Schlimmste überstanden sein, könnte sich täuschen.
Die Anleger seien über die halbwegs erwarteten schlechten Zahlen weniger enttäuscht gewesen. Die Konzern-Prognose zur künftigen Entwicklung habe den Investoren gründlich die Stimmung verdorben. Hinzu sei eine angekündigte Kapitalerhöhung gekommen. Ericsson erwarte nun, erst im Laufe des Jahres 2003 wieder profitabel zu arbeiten - der genaue Zeitpunkt bleibe offen. Vor Beginn des Geschäftsjahres habe der Konzern vorausgesagt, schon 2002 zurück in die schwarzen Zahlen zu kommen. Über die Ausgabe von Bezugsrechten sollten Barmittel in Höhe von rund 30 Milliarden SKR (rund 3,26 Milliarden Euro) ins Unternehmen fließen. Diese Kapitalerhöhung hätten viele Investoren nicht einleuchtend gefunden.
Ericssons Quartalszahlen seien nicht zufriedenstellend gewesen. Der Quartalsumsatz sei mit 37 Milliarden SKR (4,02 Milliarden Euro) unter den Erwartungen geblieben. Der Verlust je Aktie habe im ersten Quartal 0,38 SKR (0,04 Euro) betragen. Im Vorjahr sei noch ein Gewinn von 0,05 SKR je Aktie erzielt worden. Das habe einem Nettoverlust von 3,7 Mrd. SKR (Vorjahr: Gewinn von 0,4 Mrd. SKR) entsprochen. Die Auftragseingänge seien um 40% auf 41,9 Mrd. SKR (4,55 Mrd. Euro) eingebrochen.
Der Grund für dieses sehr schlechte Abschneiden liege in den zögerlichen Investitionen der Telekom-Betreiber. Diese hätten nur noch wenig Vertrauen in die heilenden Kräfte der UMTS-Netze. So blieben insbesondere die Aufträge aus Westeuropa, Japan und den meisten lateinamerikanischen Ländern aus. Im Gesamtjahr dürfte der Absatz im Mobilsystem-Geschäft um 10% sinken.
Ericsson habe wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung: Der Konzern rechne jetzt nicht vor 2003 mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Einen genauen Zeitpunkt hätten die Schweden offen gelassen. Die Aussage von Ericsson-Chef Hellström spreche Bände: "Bisher sprachen wir darüber, wer am stärksten wächst. Künftig geht es darum, wer am wenigsten schrumpft."
Nun drücke Ericsson noch einmal kräftig auf die Kostenbremse. Bis Anfang 2004 wolle der Telekomausrüster durch ein Sparprogramm insgesamt 40 Mrd. SKR (4,34 Mrd. Euro) weniger ausgeben. In diesem und im nächsten Jahr sollten jeweils 10.000 Mitarbeiter entlassen werden. Schon im Vorjahr habe der Konzern 22.000 Beschäftigten (etwa 20% der Belegschaft) gekündigt. Damit sollten jährlich 10 Mrd. SKR (1,09 Mrd. Euro) eingespart werden. Außerdem wolle Ericsson wegen der anhaltenden Schwäche im Festnetzgeschäft die Töchter Multi-Service-Networks und Mobile Systems verschmelzen.
Die Übertragungstechnik UMTS, die noch vor zwei Jahren als künftiger Schublieferant gegolten habe, könnte zum Rohrkrepierer geraten. Zumindest aber werde sich die UMTS-Einführung deutlich länger hinauszögern als erwartet. Und der Erfolg dieser Technik stehe selbst dann noch in den Sternen.
Ob die angekündigte Kapitalerhöhung nach dem Kurssturz noch den erwarteten Geldregen einbringen könne, dürfe bezweifelt werden. Mit dem gestrigen Kurssturz sei selbst der bisherige Tiefpunkt vom Oktober 2001 (35 SKR) unterboten werden. Das lasse für die kommenden Monate nicht viel Positives erwarten. Zu tief sitze inzwischen das Misstrauen der Investoren.
Eine Ericsson-Aktie muss man nach Meinung der Wertpapierexperten von "Investor-Village" auch nach dem gestrigen Kursdesaster nicht unbedingt in sein Depot aufnehmen.
Ericsson sei der weltgrößte Hersteller von Mobilfunknetzwerken. Der Stockholmer Konzern habe seine Handy-Sparte im Oktober 2001 in ein Joint Venture mit Sony eingebracht. SonyEricsson sei im Handy-Markt mit 11% Marktanteil die Nummer 3 nach Nokia (31,5%) und Motorola (18%). Ericsson habe etwa 85.000 Mitarbeiter und sei in 140 Ländern aktiv.
Am Montag habe Ericsson die Zahlen für das 1. Quartal 2002 veröffentlicht. Anschließend sei der Ericsson-Kurs um nahezu ein Viertel abgesackt auf etwas mehr als 27 schwedische Kronen (SKR). Niedriger habe der Kurs der Aktie zuletzt Anfang 1997 gestanden. Ihren Höchstkurs habe die Aktie Anfang März 2000 mit 230,50 SKR erreicht. Seitdem sei der Kurs um 88% gesunken. Wer glaube, damit dürfte das Schlimmste überstanden sein, könnte sich täuschen.
Die Anleger seien über die halbwegs erwarteten schlechten Zahlen weniger enttäuscht gewesen. Die Konzern-Prognose zur künftigen Entwicklung habe den Investoren gründlich die Stimmung verdorben. Hinzu sei eine angekündigte Kapitalerhöhung gekommen. Ericsson erwarte nun, erst im Laufe des Jahres 2003 wieder profitabel zu arbeiten - der genaue Zeitpunkt bleibe offen. Vor Beginn des Geschäftsjahres habe der Konzern vorausgesagt, schon 2002 zurück in die schwarzen Zahlen zu kommen. Über die Ausgabe von Bezugsrechten sollten Barmittel in Höhe von rund 30 Milliarden SKR (rund 3,26 Milliarden Euro) ins Unternehmen fließen. Diese Kapitalerhöhung hätten viele Investoren nicht einleuchtend gefunden.
Ericssons Quartalszahlen seien nicht zufriedenstellend gewesen. Der Quartalsumsatz sei mit 37 Milliarden SKR (4,02 Milliarden Euro) unter den Erwartungen geblieben. Der Verlust je Aktie habe im ersten Quartal 0,38 SKR (0,04 Euro) betragen. Im Vorjahr sei noch ein Gewinn von 0,05 SKR je Aktie erzielt worden. Das habe einem Nettoverlust von 3,7 Mrd. SKR (Vorjahr: Gewinn von 0,4 Mrd. SKR) entsprochen. Die Auftragseingänge seien um 40% auf 41,9 Mrd. SKR (4,55 Mrd. Euro) eingebrochen.
Ericsson habe wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung: Der Konzern rechne jetzt nicht vor 2003 mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Einen genauen Zeitpunkt hätten die Schweden offen gelassen. Die Aussage von Ericsson-Chef Hellström spreche Bände: "Bisher sprachen wir darüber, wer am stärksten wächst. Künftig geht es darum, wer am wenigsten schrumpft."
Nun drücke Ericsson noch einmal kräftig auf die Kostenbremse. Bis Anfang 2004 wolle der Telekomausrüster durch ein Sparprogramm insgesamt 40 Mrd. SKR (4,34 Mrd. Euro) weniger ausgeben. In diesem und im nächsten Jahr sollten jeweils 10.000 Mitarbeiter entlassen werden. Schon im Vorjahr habe der Konzern 22.000 Beschäftigten (etwa 20% der Belegschaft) gekündigt. Damit sollten jährlich 10 Mrd. SKR (1,09 Mrd. Euro) eingespart werden. Außerdem wolle Ericsson wegen der anhaltenden Schwäche im Festnetzgeschäft die Töchter Multi-Service-Networks und Mobile Systems verschmelzen.
Die Übertragungstechnik UMTS, die noch vor zwei Jahren als künftiger Schublieferant gegolten habe, könnte zum Rohrkrepierer geraten. Zumindest aber werde sich die UMTS-Einführung deutlich länger hinauszögern als erwartet. Und der Erfolg dieser Technik stehe selbst dann noch in den Sternen.
Ob die angekündigte Kapitalerhöhung nach dem Kurssturz noch den erwarteten Geldregen einbringen könne, dürfe bezweifelt werden. Mit dem gestrigen Kurssturz sei selbst der bisherige Tiefpunkt vom Oktober 2001 (35 SKR) unterboten werden. Das lasse für die kommenden Monate nicht viel Positives erwarten. Zu tief sitze inzwischen das Misstrauen der Investoren.
Eine Ericsson-Aktie muss man nach Meinung der Wertpapierexperten von "Investor-Village" auch nach dem gestrigen Kursdesaster nicht unbedingt in sein Depot aufnehmen.
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