Suchen
Login
Anzeige:
Sa, 15. Mai 2021, 12:57 Uhr

Euro-Renten mit Verlusten


15.04.04 09:05
WGZ-Bank

Die europäischen Rentenmärkte schlossen gestern erneut mit leichten Kursverlusten, so die Analysten der WGZ-Bank.

Der Bund-Future habe zum Vortag 9 Ticks abgegeben. Auslöser für den fortgesetzten Renditeanstieg seien dieses Mal US-Inflationszahlen gewesen. Die Verbraucherpreise in den USA seien im März mit 0,5% deutlich stärker gestiegen als erwartet. Für das kräftige Plus seien u.a. höhere Benzinpreise verantwortlich gewesen. Die jährliche Inflationsrate habe unverändert bei 1,7% gelegen. Sie dürfte in den nächsten Monaten aber wieder anziehen. Auffällig sei insbesondere der deutliche Anstieg der Kernrate gewesen. Der um Energie und Nahrungsmittel bereinigt Preisindex habe im Monatsvergleich um 0,4% zugelegt.

Damit sei dieser weniger schwankungsanfällige Preismaßstab in den vergangenen sechs Monaten um annualisiert 1,9% gestiegen. Die Zeiten rekordniedriger Inflationsraten in den USA dürften damit der Vergangenheit angehören. Angesichts des beschleunigten Preisanstiegs hätten am US-Bondmarkt die Renditen weiter angezogen. Während sich die Zinsen für lange Laufzeiten noch vergleichsweise robust gezeigt hätten, hätten sie insbesondere im kurzen Laufzeitenbereich noch einmal deutlich um rund 8 Basispunkte zugelegt. In den USA werde mittlerweile ganz eindeutig auf eine erste Zinsanhebung der US-Notenbank bereits im September spekuliert.

In den USA würden heute mit dem New York FED Index und dem Philadelphia FED Index zwei regionale Geschäftsklimaindices veröffentlicht, die einen ersten Einblick auf die Entwicklung in der Industrie im April gäben. Zudem würden sie eine erste Indikation für den Anfang Mai anstehenden nationalen Einkaufsmanagerindex liefern. Beide Indices sollten nach dem deutlichen Rückgang im März eine leichte Gegenreaktion zeigen und damit weiterhin ein dynamisches Wachstum in der US-Industrie signalisieren. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung dürften weiter auf eine Entspannung am Arbeitsmarkt hindeuten.

Frankreich emittiere heute 2- und 5jährige Anleihen im Volumen von insgesamt 5,7 Mrd. Euro. Zudem sollten zwei inflationsindexierte Anleihen (Laufzeit: Juli 2012 und Juli 2013) um 1,8 Mrd. Euro aufgestockt werden. Europäische Staatsanleihen hätten heute mit leichten Kursgewinnen eröffnet. Die im Tagesverlauf anstehenden Konjunkturdaten dürften die Rentenmärkte kaum mehr unter Druck bringen. Nach dem Renditeanstieg der letzten Wochen habe insbesondere der US-Bondmarkt inzwischen die günstigeren Wirtschaftsdaten zu einem großen Teil eingepreist.