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Sa, 15. Mai 2021, 14:03 Uhr

Euro-Renten freundlich


19.04.04 10:29
WGZ-Bank

Nach einem weitgehend unveränderten Start bewegten sich die europäischen Rentenmärkte im Tagesverlauf etwas stärker in den positiven Bereich, so die Analysten der WGZ-Bank.

Zwar seien die Kurse der Staatsanleihen angesichts der in den USA mittlerweile für den Spätsommer eingepreisten Zinswende im Vorwochenvergleich dennoch zurückgegangen, aufgrund der Erholung der letzten beiden Tage hätten sie ihre Verluste aber reduzieren können. Am Freitag seien vor allem die Renditen von Anleihen mittlerer Laufzeit zurückgegangen. Auch am US-Rentenmarkt habe sich letztlich eine freundliche Tendenz durchgesetzt. Neben den überwiegend enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturdaten hätten auch Aussagen verschiedener US-Notenbanker ihre Wirkung nicht verfehlt. Diese hätten deutlich gemacht, dass angesichts der Produktionslücke und dem hohen Produktivitätswachstum in den USA in den nächsten Jahren nicht mit einem Inflationsschub zu rechnen sei.

Eurostat habe den Verbraucherpreisanstieg (März) für Euroland etwas nach oben korrigiert. Steigende Energiepreise sowie die Anhebung indirekter Steuern hätten damit zum stärksten Inflationsschub seit fast 13 Jahren geführt (0,7% monatsbezogen). Die US-Daten vom Freitag seien bestenfalls gemischt ausgefallen. Zwar seien die Baubeginne wegen der zuletzt guten klimatischen Bedingungen angestiegen, aber sowohl die Industrieproduktion als auch das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die warme Witterung habe dazu geführt, dass die Produktion der US-Versorgungsunternehmen im März deutlich rückläufig gewesen sei und damit zum ersten Rückgang der Industrieproduktion seit zehn Monaten beigetragen habe. Trotz der Enttäuschung sollte sich die grundsätzliche Aufwärtsentwicklung der Produktion angesichts der kräftigen Nachfrage aber fortsetzen. Bei den Konsumenten habe sich sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartungskomponente im laufenden Monat verschlechtert.

Heute stünden eher zweitrangige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Da die nationalen Zahlen zur Industrieproduktion (Februar) überwiegend bereits vorlägen, berge die E12-Industrieproduktion kaum Überraschungspotenzial. Da auch die meisten Komponenten des US-Frühindikatorindex im Vorfeld bereits bekannt seien, dürfte der Markteinfluss der Veröffentlichung recht gering sein. Nach den freundlichen Vorgaben des US-Rentenmarktes hätten die europäischen Märkte heute behauptet eröffnet. Die Liquidierung von Hamas-Führer Rantisi durch Israel und die damit verbundenen Sorgen vor einer weiteren Eskalation dürften die Rentenmärkte heute stützen.